Irak: Schiitische Miliz unterstützt Huthi und eskaliert Spannungen mit Saudi-Arabien

Die irakische Kataib Hisbollah macht klar, wo ihre Loyalitäten liegen
Die irakische Kataib Hisbollah macht klar, wo ihre Loyalitäten liegen (© Imago Images Anadolu Agency)

Wenige Tage vor dem geplanten Besuch des irakischen Premierministers in Riad hat die Kataib Hisbollah den jemenitischen Huthi zu ihren Angriffen auf Saudi-Arabien gratuliert.

Die Kataib Hisbollah, die Teil der sogenannten »Islamischen Widerstandsfront« im Irak ist, hat unlängst ihre Unterstützung für die jemenitischen Huthi und deren Militäroperationen gegen Saudi-Arabien bekundet. In ihrer Erklärung gratulierte die vom Iran unterstützte schiitische Miliz der Führung und der Bevölkerung des Jemen zu den jüngsten Militäroperationen, die auf saudisches Territorium abzielten. Die Erklärung folgte auf einen groß angelegten Huthi-Angriff auf den König-Khalid-Flughafen in Riad inmitten der eskalierenden Konfrontation zwischen Saudi-Arabien und den jemenitischen Milizen.

Die Kataib Hisbollah bezeichnete die Operationen der Huthi als Reaktion auf das, was sie als eine von Saudi-Arabien, den Vereinigten Staaten und Israel unterstützte Blockade des Jemen charakterisierte. Zugleich stellte sie mehrere Forderungen an den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und die Verbündeten Riads. So forderte sie die Saudis auf, ihre Niederlage offiziell anzuerkennen und die Blockade gegen das jemenitische Volk zu beenden. Zugleich appellierte sie an die Huthi-Kräfte, ihre Militäroperationen bis zum endgültigen Sieg fortzusetzen.

Die schiitische Miliz erklärte zudem, dass die irakische »Widerstandsfront« und das irakische Volk die Huthi unterstützten. Irakische Stimmen, die ihrer Position widersprechen, tat sie als persönliche Meinungen ab, die nicht das Land als Ganzes repräsentieren würden. Aus der Erklärung geht allerdings nicht hervor, dass die Position der Kataib Hisbollah die irakische öffentliche Meinung oder die Haltung der Regierung in Bagdad widerspiegelt, wie Kurdistan 24 festhielt.

Heikler Zeitpunkt

Die Erklärung der irakischen Miliz erfolgte vor dem Hintergrund wiederholter Angriffe auf saudische Infrastruktur, insbesondere auf den König-Khalid-Flughafen. Die saudischen Behörden gaben an, dass bei einem schweren Angriff auf den Flughafen von Riad am vergangenen Samstag zwölf Menschen getötet und 309 verletzt wurden, darunter saudische Staatsbürger und Ausländer.

Während sie sich zu früheren Angriffen auf den Flughafen bekannt hatten, übernahmen die Huthi zunächst keine Verantwortung für diesen konkreten Angriff. Anschließend warnten sie aber, dass saudische Flughäfen – mit Ausnahme der von Mekka und Medina – weiterhin militärischen Aktionen ausgesetzt seien. Saudi-Arabien hat denn auch die vom Iran unterstützten Huthi für den tödlichen Angriff verantwortlich gemacht und eine entschlossene Reaktion angekündigt. Die Huthi ihrerseits stellen ihre Operationen als Vergeltung für saudische Militäraktionen im Jemen und die dem Land auferlegten Restriktionen dar.

Der irakische Premierminister reiste am 14. Oktober zu einem offiziellen Besuch nach Saudi-Arabien, wo sicherheitspolitische, politische und regionale Themen erörtert wurden. Zuvor war al-Saidis geplante Reise nach Riad bereits zweimal verschoben worden, da mit der irakischen »Widerstandsfront« in Verbindung stehende Gruppen Angriffe auf saudisches Territorium verübt hatten.

Die jüngste Erklärung der Kataib Hisbollah erfolgte also nur wenige Tage vor einem Besuch, der darauf abzielte, den direkten Dialog auf hoher Ebene zwischen Bagdad und Riad wieder aufzunehmen. Die saudisch-irakischen Beziehungen stehen bereits durch die regionalen Entwicklungen stark unter Druck, während Bagdad trotz der Aktivitäten und Erklärungen der im Irak operierenden Milizen bestrebt ist, die diplomatischen Beziehungen zu den Golfstaaten aufrechtzuerhalten.

Die Erklärung der Kataib Hisbollah sorgte nun für zusätzliche Komplikationen, während vorerst nicht klar war, ob die irakische Regierung offiziell auf Aussagen reagiert hat. Angesichts der anhaltenden Bedrohungen für die saudischen Flughäfen und der öffentlichen Unterstützung der Huthi durch irakische Milizen fand al-Saidis Besuch in Riad nun vor einem deutlich sensibleren sicherheitspolitischen und politischen Hintergrund statt als ursprünglich geplant.

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