Ben Segenreich im Café-Puls-Interview über die Wahl in Israel, bei der der Regierungsblock von Langzeitpremier Benjamin Netanjahu die Mehrheit verloren hat.
Mena-Watch-Korrespondent Ben Segenreich – ehemaliger ORF-Korrespondent in Israel und Nahost-Experte – war heute Morgen bei Café Puls zu Gast. Im Interview mit Anchorman Alex Kratki sprach er über die innenpolitische Situation in Israel, die nach der Wahl »total verfahren« sei: »Es ist ein Knoten, den man eigentlich nicht auflösen kann.«
Weder der Netanjahu-Block noch der Anti-Netanjahu-Block konnte die nötige Mehrheit für eine Regierungsbildung erringen, weswegen es rein mathematisch auf Neuwahlen hinauslaufen müsste. Während man dies in Israel vermeiden wolle, wäre es aufgrund der Mehrheitsverhältnisse zugleich nur dann möglich, ein Kabinett zu formen, wenn mindestens einer der Blöcke seine Wahlversprechen brechen und etwa eine Koalition mit den arabischen Parteien eingehen würde. Auch eine Einheitsregierung wäre prinzipiell möglich, aber sehr unwahrscheinlich.
Während Lage also kompliziert und »verwirrend« sei, gehe doch der ganz normale Alltag in Israel weiter, wie Segenreich ausführt, der auch erklärt, was es – innen- und außenpolitisch – für Netanjahu bedeutet, ab jetzt ein regierender Premierminister ohne Parlamentsmehrheit zu sein.
