6.000 Wissenschaftler, Juristen und Politiker weisen Völkermord-Vorwurf gegen Israel zurück

Offener Brief: 6.000 Wissenschaftler, Juristen und Politiker gegen Genozid-Lüge gegen Israel
Offener Brief: 6.000 Wissenschaftler, Juristen und Politiker gegen Genozid-Lüge gegen Israel (© Imago Images / SOPA Images)

Während Israel das einzige Land ist, das einem anhaltenden Krieg mit dem Ziel eines Genozids ausgesetzt ist, wird es mittels Täter-Opfer-Umkehr selbst zum Völkermörder stilisiert.

Zu den mehr als 6.000 Unterzeichnern des unlängst veröffentlichten offenen Briefes gehören namhafte Wissenschaftler, Rechtsexperten und Historiker, die den Vorwurf, Israel habe in Gaza Völkermord begangen, als moderne Form der »Blutverleumdung« zurückweisen. Der von der »Creative Community for Peace« (CCP) veröffentlichte Brief argumentiert, dass der Vorwurf des Völkermords im Widerspruch zum tatsächlichen Vorgehen Israels im Gaza-Krieg steht und als Vorwand instrumentalisiert wurde, »um Juden weltweit auszugrenzen, anzugreifen und sogar zu töten«.

»Innerhalb der jüdischen Gemeinschaft gibt es eine lebhafte Debatte über Aspekte der Art und Weise, wie dieser Krieg geführt wurde, und das ist ein Zeichen moralischer Gesundheit. Ebenso wie unser Schmerz über jedes unschuldige Leben, das verloren ging. Aber wir müssen uns vereinen, um die Lüge des Völkermords zurückzuweisen«, heißt es in dem Brief. »Wir, die Unterzeichner, sind empört und angewidert über die jüngste Blutverleumdung gegen das jüdische Volk: die Lüge, dass Israel in Gaza einen ›Genozid‹ begangen habe.«

In dem Schreiben werden die »beispiellosen Kampfbedingungen« im Gazastreifen angesprochen, darunter der Existenz von »Hunderten von Kilometern Tunneln, Tausenden von mit Sprengfallen versehenen Häusern« und die »Bezeichnung von Kämpfern als ›Journalisten‹ und ›Menschenrechtsaktivisten‹« durch die Hamas.

Der offene Brief weist darauf hin, dass das Verhältnis von zivilen Opfern zu Kombattanten »für asymmetrische städtische Kriegsführung als niedrig gilt«. Setzt man die aktuelle Opferzahl des Gesundheitsministeriums in Gaza, das nicht zwischen Zivilisten und Kombattanten unterscheidet, mit den Zahlen des Institutes for National Security Studies (INSS), dessen Schätzung zufolge mehr als 23.000 Terroristen getötet wurden, in Beziehung, ergibt sich ein Verhältnis von Zivilisten zu Kombattanten von etwa 2:1. Dies relativiert nicht zuletzt die völlig überzogenen Zahlen des in Venedig mit einem Preis bedachten Films »NAZA«, der Israel ebenfalls einen Völkermord unterstellt.

Das »Ausbleiben einer Massenhungersnot trotz wiederholter Behauptungen einer drohenden Katastrophe« wird in dem Brief ebenso angemerkt wie »die Warnungen, die Zivilisten vor Angriffen erhielten.« »All diese Faktoren wurden in dem Eifer, Israel wegen Völkermords anzuklagen, außer Acht gelassen.«

Ideologisch motivierte Tasachenverkehrung

Wie ideologisch motiviert die Anklagen gegen Israel seien, zeige sich allein schon daran, dass Antizionisten bereits einen Tag nach dem 7. Oktober Völkermordvorwürfe gegen den jüdischen Staat erhoben haben – während Israel noch Terroristen auf seinem eigenen Territorium bekämpfte. Die Hamas habe mit ihrem Massaker den Krieg begonnen, in den Israel nicht aus Rache gezogen sei, sondern um die »vom Iran angeführte Belagerung durch Terrorenklaven an seinen Grenzen« zu durchbrechen.

Die Unterzeichner des Briefs machen eine »bittere Ironie« aus, die darin »besteht, dass Israel, Heimat der Hälfte aller Juden weltweit, das einzige Land ist, das einem anhaltenden Krieg mit dem Ziel eines Völkermords ausgesetzt ist – seit seiner Gründung im Jahr 1948 bis heute.« »Die klassische Definition des Genozids wurde verändert, um sie nur auf den Gaza-Krieg anzuwenden – ebenso wie antiisraelische NGOs die Definitionen von Apartheid und Kolonialismus verändert haben, um sie ausschließlich auf Israel anzuwenden.«

Zu den prominenten Wissenschaftlern, die den Brief unterzeichnet haben, gehören der Harvard-Professor Steven Pinker und der Historiker Niall Ferguson. Der israelische Historiker Benny Morris hat den Brief ebenso unterschrieben wie die Holocaust-Historikerin und ehemalige US-Sonderbeauftragte zur Überwachung und Bekämpfung von Antisemitismus, Deborah Lipstadt, und die emeritierte Professorin der Universität Tel Aviv und ehemalige Chefhistorikerin von Yad Vashem, Dina Porat. Auch der Lehrstuhlinhaber für Urban Warfare Studies am Modern War Institute in West Point, John Spencer, unterzeichnete den von Yossi Klein Halevi, Rabbiner Yitz Greenberg, Rabbiner Micha Odenheimer und dem Historiker Jonathan Karp initiierten Brief.

Zu den prominenten Juristen zählen der ehemalige kanadische Justizminister und Generalstaatsanwalt Irwin Cotler, der ehemalige Staatsanwalt der Abteilung für Nazi-Kriegsverbrechen des US-Justizministeriums, Jeffrey Mausner, sowie Eugene Kontorovich, Rechtsprofessor an der Scalia Law School der George Mason University und Direktor ihres Zentrums für Nahost- und Völkerrecht.

»Die Verleumdung durch den Völkermord-Vorwurf ist ein Paradebeispiel für die seit langem bestehende – und seit dem 7. Oktober noch verschärfte – historische, moralische, rechtliche und normative Verkehrung von Tatsachen, Recht und Geschichte«, erklärte Cotler in einer von der »Creative Community for Peace« zitierten Stellungnahme.

Bleiben Sie informiert!
Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhalten. Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren.

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung.
Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte
oder direkt über Ihren PayPal Account.