Beide Seiten erörterten gemeinsame Interessen bei den Vereinten Nationen, während Damaskus dem jüdischen Staat Gebietsverletzungen und Angriffe auf syrisches Territorium vorwarf.
Wie das syrische Außenministerium mitteilte, traf sich Asaad Hassan al-Shaibani am Mittwoch in New York am Rande der UN-Generalversammlung mit dem US-Sonderbeauftragten für die Überwachung und Bekämpfung von Antisemitismus, Rabbi Yehuda Kaploun. »Während des Treffens wurden eine Reihe von Themen von gemeinsamem Interesse erörtert sowie Möglichkeiten, den Dialog und die Kommunikation im Sinne gemeinsamer Interessen zu verbessern«, hieß es in der Erklärung.
Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete ebenfalls über das Treffen und erklärte, die Seiten hätten Angelegenheiten von beiderseitigem Interesse sowie die Stärkung des Dialogs erörtert.
Streit um Golan
Der syrische Präsident Ahmad al-Sharaa hielt am Mittwoch eine Rede vor der 81. Sitzung der UNO-Generalversammlung, in der er Israel vorwarf, »Angriffe gegen Syrien zu starten«, und erklärte, die Golanhöhen »werden syrisches Territorium bleiben«. Er forderte, dass sich die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) auf die Positionen zurückziehen, die sie vor dem Sturz des Assad-Regimes innehatten. Unter Berufung auf die Resolution 497 des UN-Sicherheitsrates warnte al-Sharaa, dass Damaskus jedem Schritt, der die syrische Souveränität verletze, entgegenwirken werde, und wies zurück, was er die israelischen Bemühungen nannte, auf dem strategisch wichtigen Plateau vollendete Tatsachen zu schaffen.
Al-Sharaa warf Israel vor, 500 Luftangriffe, mehr als 1.200 grenzüberschreitende Bodenangriffe und 300 Festnahmen in Syrien durchgeführt zu haben. Der syrische Präsident bezeichnete die Operationen als Aggression, die gegen das Völkerrecht verstoße. Er bekräftigte Syriens Einhaltung des Rückzugsabkommens von 1974 und forderte die israelischen Truppen nachdrücklich auf, sich auf die Linien vom 8. Dezember 2024 zurückzuziehen. Dabei merkte er an, dass Damaskus weiterhin offen für einen gerechten Frieden sei, der die Rechte und die Sicherheit in der Region wahre.
Jerusalem vertritt die Auffassung, dass die Golanhöhen ein integraler, nicht verhandelbarer Teil des souveränen Israels sind, der durch das Golanhöhen-Gesetz von 1981 dauerhaft verankert ist. Israel beharrt darauf, dass die Stationierung von IDF-Truppen jenseits der Grenze nach dem Zusammenbruch des Assad-Regimes im Dezember 2024 einen unverzichtbaren Verteidigungspuffer gegen feindliche Gruppierungen darstellt, der so lange bestehen bleibt, bis ausreichende Sicherheitsgarantien geschaffen sind.
