Der neue Beitrag im Mena-Watch-Lexikon widmet sich der Behauptung, die Palästinenser seien die Nachfahren der Kanaaniter.
Seit einigen Jahren heben Vertreter der Palästinenser vermehrt hervor, ihr Volk lebe schon seit Jahrtausenden in der Region, schließlich seien die Palästinenser die Nachfahren der Kanaaniter. So erklärte der damalige palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat auf der Münchener Sicherheitskonferenz 2014, er sei der »stolze Sohn der Kanaaniter«, die schon 5.500 Jahre vor den Juden im Land gelebt hätten. PLO-Chef Mahmud Abbas behauptete 2018 im UNO-Sicherheitsrat: »Wir sind die Nachkommen der Kanaaniter, die vor 5.000 Jahren in diesem Land lebten und bis heute dort leben.«
Genetische Untersuchungen geben der Behauptung recht, die Palästinenser seien Nachfahren der Kanaaniter: Vergleiche der DNA von ein paar Dutzend Personen aus kanaanitischen Siedlungen der Bronze- und Eisenzeit mit aktuellen DNA-Proben haben tatsächlich eine klare genetische Verwandtschaft von Palästinensern mit den alten Kanaanitern aufgezeigt.
Dasselbe gilt allerdings genauso für die heutigen Bewohner des Libanon – und für die Juden. Sie alle sind, genetisch betrachtet, Nachfahren der Kanaaniter. Im Zusammenhang mit Juden ist überdies bemerkenswert, dass sich diese genetische Verwandtschaft mit den Kanaanitern nicht nur auf Juden in Israel bezieht, sondern genauso auf praktisch jede jüdische Gemeinde weltweit.
Substanzlose Behauptung
Doch nicht Gene oder andere biologische Faktoren machen ein Volk aus, sondern sprachliche, spirituelle und andere kulturelle Traditionslinien und Praktiken. Und in der historischen Betrachtung zeigt sich: Das Volk, von dem die Palästinenser abstammen wollen, existierte schon Hunderte von Jahren nicht mehr, als die arabisch-muslimische Eroberung des Landes im siebenten Jahrhundert u. Z. erfolgte. Die arabische Schrift, die Sprache, die Religion und die Kultur, kurz: all das, worauf sich die Palästinenser als arabisches Volk und Teil der arabischen Nation berufen, hat mit den Kanaanitern so gut wie nichts zu tun.
Während die kontinuierliche Existenz der Israeliten/Juden in der Region seit mehr als dreitausend Jahren belegt ist, gibt es keine entsprechenden Traditionslinien oder archäologischen Artefakte, welche die Palästinenser mit den Kanaanitern in Verbindung bringen würden.
Um der jüdischen Erzählung etwas entgegenzusetzen, präsentieren die Palästinenser somit eine jeglicher historischen Substanz entkleidete Gegenerzählung, die sich im Grunde auf die Behauptung reduziert: »Wir waren zuerst da, deshalb ist es unser Land!«
Wie die Leugnung der geschichtlichen Existenz der jüdischen Tempel in Jerusalem hält auch die palästinensische Kanaaniter-Behauptung einer historischen Überprüfung nicht stand. Sie ist kein zutreffender historischer Sachverhalt, sondern ein pseudo-historischer Mythos.
Lesen Sie hier den vollständigen Lexikon-Beitrag: Palästinensischer Geschichtsrevisionismus: Nachfahren der Kanaaniter.
