Im Mai 2017 veröffentlichte die Terrororganisation Hamas ein Papier mit dem Titel »Ein Dokument mit allgemeinen Grundsätzen und Richtlinien«.
Viele Beobachter interpretierten den kurzen Text als Zeichen von Mäßigung und als Abkehr von der Hamas-Charta von 1988. Angesichts der wirklichen Inhalte der Hamas-Grundsatzerklärung von 2017 konnte man sich über solche Einschätzungen aber nur wundern: Weder war das Papier in irgendeinem nachvollziehbaren Sinn »versöhnlich«, noch kam darin die Bereitschaft zum Ausdruck, sich vom »Krieg um das ganze Land« zu verabschieden, wie die taz damals ihren Lesern weismachen wollte. Und erst recht war darin keine Distanzierung von der Muslimbruderschaft oder von islamistischen Überzeugungen zu finden.
Der Historiker Jeffrey Herf zog in einer Analyse des Hamas-Grundsatzpapiers von 2017 eine Linie zum Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023. Die Autoren dieses Dokuments
»bedienten sich der säkularen Sprache der globalen Linken, um das reaktionäre, antisemitische und fundamentalistische Wesen der Hamas zu verschleiern, doch die Realität eines Religionskriegs gegen die Juden blieb und bleibt ein zentraler Bestandteil dessen, was die Hamas ausmacht. der Wahrheit über den Krieg der Hamas gegen die Juden nicht direkt gestellt hatten. Alle drei Ausprägungen des Antisemitismus – die rechte, die linke und die islamistische – kommen in der Charta von 2017 ebenso deutlich zum Ausdruck wie bereits in der Charta von 1988.
Am 7. Oktober 2023 entluden sich diese religiösen und säkularen Hassgefühle mit einer Grausamkeit, die nur diejenigen überraschte, die sich nicht direkt mit der Wahrheit über den Krieg der Hamas gegen die Juden auseinandergesetzt hatten – eine Wahrheit, die in diesen beiden bösartigen Dokumenten für jedermann sichtbar war.«
