Nach Luftangriff: Israel und Syrien führen hochrangige Gespräche in Jordanien

Blick von der israelischen Seiter der Golanhöhen über die Grenze nach Syrien
Blick von der israelischen Seiter der Golanhöhen über die Grenze nach Syrien (Quelle: JNS)

Damaskus und Jerusalem erörterten einen Kommunikationsmechanismus unter Einbeziehung Ankaras, der eine Eskalation auf syrischem Gebiet verhindern soll.

Israel und Syrien führten am Sonntag in Jordanien hochrangige Gespräche, um die regionalen Spannungen nach den israelischen Luftangriffen auf einen Luftwaffenstützpunkt im Nordwesten Syriens in der vergangenen Woche zu entschärfen. Die berichtete Reuters unter Berufung auf die syrische staatliche Nachrichtenagentur SANA.

»Eine hochrangige syrische Delegation unter der Leitung des Außenministers, der auch die Chefs des Generalstabs und des Militärgeheimdienstes angehörten«, traf sich mit einer israelischen Delegation, zitierte SANA eine diplomatische Quelle im Außenministerium in Damaskus. Die Gespräche hätten »unter amerikanischer Vermittlung und auf Einladung Jordaniens« stattgefunden, hieß es weiter.

Die israelische Delegation wurde von Mossad-Chef Roman Gofman angeführt, wie zwei diplomatische Quellen gegenüber AFP angaben. Bei den Gesprächen wurde unter anderem ein Vorschlag zur Einrichtung einer unter US-Aufsicht stehenden »Sonderkommandozentrale« in Jordanien erörtert. Diese soll als Kommunikationskanal zur Verhinderung von Konfrontationen in Syrien dienen. Den Quellen zufolge soll auch die Türkei daran beteiligt sein.

Spannungsabbau

Das Treffen zielte zudem darauf ab, die Verhandlungen über ein Sicherheitsabkommen zwischen Jerusalem und Damaskus wiederzubeleben, berichtete SANA. Zuvor hatte der syrische Außenminister Asaad al-Shaibani gegenüber Reuters erklärt, er rechne damit, dass die Gespräche mit Israel bald wieder aufgenommen würden. Der mit dem Irankrieg im Februar unterbrochene Kontakt war nach den Luftangriffen in der im Nordwesten Syriens gelegenen Region Idlib vollständig abgebrochen.

In der Nacht vom 17. auf den 18. August griff Israel den Militärflugplatz Abu al-Duhur an. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Sonntag, die IDF hätten die Durchführung der Operation auf der Grundlage von Geheimdienstinformationen im Zusammenhang mit dem türkischen Truppenaufmarsch auf dem Stützpunkt empfohlen. Die israelische Luftwaffe warf mindestens acht Bomben auf Start- und Landebahnen sowie Hangars des Flugplatzes ab, berichtete Axios am Sonntag.

Die Türkei habe geplant, Drohnen und ein Radarsystem in Abu al-Duhur zu stationieren, und die Vorbereitungen dafür seien bereits im Gange gewesen, hieß es in dem Bericht. Damaskus hingegen bestritt Pläne für eine dauerhafte türkische Präsenz auf dem Luftwaffenstützpunkt. Al-Shaibani bestätigte gegenüber Axios, dass türkische Militäroffiziere den Stützpunkt einige Tage vor dem israelischen Angriff besucht hätten. Der Besuch sei jedoch nur Teil einer »laufenden militärischen Zusammenarbeit in den Bereichen Ausbildung und Fachaustausch« gewesen, erklärte der syrische Außenminister.

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