Hochrangige irakische Sicherheitsdelegation zu Gesprächen in Saudi-Arabien

Saudi-Arabien und der Irak versuchen die Spannungen zwischen den beiden Ländern abzubauen
Saudi-Arabien und der Irak versuchen die Spannungen zwischen den beiden Ländern abzubauen (© Imago Images / Pond5 Image)

Zwischen Bagdad und Riad herrschen Spannungen wegen Drohnenangriffen, die irakisch-schiitischer Milizen auf saudische Ölanlagen durchgeführt haben sollen.

Eine hochrangige irakische Sicherheitsdelegation ist am Donnerstag zu Gesprächen in Saudi-Arabien eingetroffen, wie irakische Staatsmedien berichteten. Angeführt wird sie von Abdul-Amir al-Shammari, dem Leiter des Büros des Oberbefehlshabers der irakischen Streitkräfte. Begleitet wird er vom Geheimdienstchef und dessen Stellvertreter, vom Kommandeur der Flugabwehr sowie vom Leiter des Dienstes zur Terrorismusbekämpfung.

Der Besuch findet vor dem Hintergrund von Drohnenangriffen auf saudische Ölanlagen statt, die laut Riad aus dem Irak herrührten, was Bagdad jedoch zurückgewiesen hat. Die Gespräche in Riad würden denn auch »die Angriffe auf das Königreich« zum Thema haben, berichtete der von Saudi-Arabien finanzierte Sender Al Arabiya.

Die irakische Delegation sei am Donnerstag »im Königreich Saudi-Arabien eingetroffen, um eine Reihe von Sicherheitsfragen und gemeinsamen Anliegen zu erörtern«, berichtete die staatliche irakische Nachrichtenagentur (INA). Sie fügte hinzu, dass bei den Gesprächen mit der saudischen Seite »eine Reihe von Sicherheitsfragen von beiderseitigem Interesse« behandelt würden, »darunter das Thema Drohnen sowie Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheitskoordination und -zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern«.

Die USA und Saudi-Arabien hatten Ende Juli Stellungen der irakischen Hashd al-Shaabi (Volksmobilisierungskräfte, PMF) in Bagdad und fünf weiteren Provinzen angegriffen. Dabei wurden nach Angaben der PMF mindestens zwanzig ihrer Mitglieder getötet und 32 weitere verletzt. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, die »Präzisionsschläge im Irak« hätten sich gegen »mit dem Iran verbündete Terroristen« gerichtet, die vom Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) angewiesen worden seien, US-Streitkräfte und die saudische Energieinfrastruktur anzugreifen.

Das saudische Verteidigungsministerium erklärte, die Angriffe seien Teil seiner Reaktion auf die »verwerflichen Drohnenangriffe, die von iranisch unterstützten Milizen im Irak gegen das Königreich verübt wurden«. Es betonte »die Entschlossenheit des Königreichs, die Täter abzuschrecken, sowie sein Recht auf Gegenschlag«.

Spannungen zwischen Bagdad und Riad

Die Angriffe erfolgten kurz nachdem Riad Ende Juli erklärt hatte, dass seine Flugabwehr eine Reihe von Drohnen abgefangen und zerstört habe, die versuchten, Ölanlagen in der Ostprovinz anzugreifen. »Diese terroristischen Versuche gingen von irakischem Territorium aus und wurden von mit dem Iran verbündeten terroristischen Milizen durchgeführt«, teilte der Sprecher des saudischen Verteidigungsministeriums, Turki al-Malki, damals mit. Einen Tag zuvor hatte das saudische Verteidigungsministerium schon eine ähnlich formulierte Erklärung zu einem anderen Vorfall abgegeben. Dabei hätten die Streitkräfte einen Drohnenangriff abgewehrt, der Riad zufolge ebenfalls vom Irak aus gegen die Ostprovinz gestartet worden war.

Bagdad reagierte umgehend auf die saudischen Behauptungen und erklärte, es gebe keine Beweise dafür, dass der versuchte Drohnenangriff auf die Ölanlagen des Königreichs vom Irak aus gestartet worden sei. »Trotz des Fehlens jeglicher Beweise oder Belege zur Untermauerung der saudischen Behauptungen bezüglich Angriffen auf sein Staatsgebiet, die aus dem Irak herrühren, wurde vom Oberbefehlshaber der Streitkräfte [dem irakischen Premierminister Ali al-Saidi] ein technischer Ausschuss gebildet, um diese Angelegenheit zu überprüfen«, sagte Sabah al-Numan in einem Interview mit Rudaw Ende Juli.

Der Sprecher des irakischen Premierministers merkte an, dass der Informationsaustausch im Gange sei. Seitens des Irak wurde die Bitte gestellt, gemeinsame Fachausschüsse zu bilden, um die Behauptungen über vom Irak aus gestartete Angriffe auf saudisches Hoheitsgebiet zu prüfen.

Bemerkenswert ist, dass der Besuch der irakischen Delegation in Saudi-Arabien erfolgt, nachdem Premierminister Ali al-Aaidi einen für den 30. Juli geplanten Besuch in Riad »verschoben« hatte, wie Arabiya damals im Anschluss an gemeinsame Luftangriffe der USA und Saudi-Arabiens auf PMF-Stellungen berichtete. Der Leiter des saudischen Geheimdienstes, Khalid al-Humaidan, traf jedoch am Freitag in Bagdad ein, wo er mit al-Saidi zusammenkam. Die bei dem Besuch übermittelte Botschaft der saudischen Führung enthielt eine »erneute Einladung an den Ministerpräsidenten, Riad zu besuchen«. Ziel sei die »Erörterung von Möglichkeiten zur Verbesserung der gemeinsamen Koordination und Zusammenarbeit hinsichtlich der sicherheitspolitischen Entwicklungen in der Region«, wie das Büro des irakischen Premierministers in einer Erklärung mitteilte.

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