Katarische Propagandamaschinerie könnte Opfer des US-Irankriegs werden

Katar: Explosion der weltweit größten Flüssiggasanlage Ras Laffan
Katar: Explosion der weltweit größten Flüssiggasanlage Ras Laffan (Quelle: JNS)

Die Exporte von Flüssigerdgas (LNG) aus Katar sind infolge der iranischen Angriffe auf katarische Energieanlagen um 96 Prozent eingebrochen.

Yaakov Lappin

Die Finanzierung islamistischer und israelfeindlicher Anliegen könnte das erste Opfer des Zusammenbruchs einer wichtigen Energie-Einnahmequelle sein, erklärte unlängst ein ehemaliger US-Sicherheitsberater gegenüber JNS. Laut einem aktuellen Bericht von Reuters sind die katarischen Flüssigerdgas-Exporte infolge des Konflikts mit dem Iran um 96 Prozent eingebrochen, nachdem die LNG-Anlage in Ras Laffan durch iranische Drohnen- und Raketenangriffe schwer beschädigt worden war.

Reuters berichtete, dass QatarEnergy derzeit über mehrjährige Verträge mit US-Produzenten verhandelt, um die verlorene Kapazität zu ersetzen und so die LNG-Versorgung bis 2031 sicherzustellen. QatarEnergy Trading strebe eine Menge von zwei bis drei Millionen Tonnen pro Jahr an, wie es hieß. Der QatarEnergy-CEO Saad al-Kaabi erklärte bereits im März gegenüber Reuters, dass die iranischen Angriffe siebzehn Prozent der LNG-Exportkapazität des Landes lahmgelegt hätten. Davon betroffen seien zwei der vierzehn LNG-Produktionsanlagen seines Unternehmens sowie eine der beiden Gas-to-Liquids-Anlagen im Ras-Laffan-Komplex, dem weltweit größten Standort zur LNG-Produktion.

Al-Kaabi erklärte, es würde drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen, die Schäden – die einem Produktionsausfall von insgesamt 12,8 Millionen Tonnen pro Jahr entsprechen – zu beheben. Dies würde Katar jährlich geschätzte zwanzig Milliarden US-Dollar an Einnahmeausfällen kosten, wobei die Lieferungen nach Europa und Asien über Jahre hinweg beeinträchtigt würden. QatarEnergy erklärte daraufhin den »Eintritt höherer Gewalt« bei langfristigen LNG-Verträgen mit Kunden in Italien, Belgien, Südkorea und China.

Neuausrichtung notwendig

John Hannah, Senior Fellow am in Washington ansässigen Jewish Institute for National Security of America und ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater des US-Vizepräsidenten Dick Cheney, sagte, der verheerende Verlust der LNG-Einnahmen Katars könnte Doha dazu zwingen, seine internationalen Investitionen zu überdenken. »Hoffentlich wird Katars jahrzehntelanges Projekt zur Förderung pro-islamistischer, antiamerikanischer und antiisraelischer Anliegen zum ersten Opfer des verheerenden Verlusts seiner LNG-Einnahmen.«

Hannah erklärte, der Einbruch der Gasexporteinnahmen Katars habe die regierende Königsfamilie vor eine Reihe ungewohnter Zwänge gestellt. »Zum ersten Mal seit langer Zeit müssen Katars Führungskräfte schwierige Entscheidungen treffen, wie sie ihre Binnenwirtschaft am Laufen halten, ihre westlichen Partner zufriedenstellen und die regierende Familie an der Macht halten können – ohne dass die ›goldene Gans‹ des Flüssiggases endlose Geldmengen für massive Sozialleistungen, Zahlungen und strategische Auslandsinvestitionen liefert.«

Hannah zufolge sollte die finanzielle Neuausrichtung, vor der Doha steht, über innerstaatliche Sparmaßnahmen hinausgehen und zu einer grundlegenden Neubewertung seiner Position in der internationalen Politik führen. »Sie werden zu erheblichen Einsparungen gezwungen sein. Ein Teil der damit einhergehenden Neuausrichtung sollte eine entschiedene Abkehr von der doppelzüngigen Außenpolitik sein, mit der sie bisher alle Seiten der nahöstlichen Spaltung zwischen pro-westlichen, pragmatischen Modernisten und anti-westlichen, extremistischen Islamisten bespielten.«

Der Sicherheitsexperte argumentierte, dass Dohas langjährige Strategie, gleichzeitig Washington zu umwerben und islamistischen Akteuren in der gesamten Region entgegenzukommen, spätestens jetzt sichtbar gescheitert sei. »Diese Strategie ist ihnen um die Ohren geflogen, als dasselbe iranische Regime, das sie jahrelang zu beschwichtigen und zu besänftigen versucht hatten, keine Sekunde zögerte, Katars Flüssiggas-Lebensader zu zerstören – als Vergeltung für einen israelischen Angriff auf das iranische South-Pars-Gasfeld, mit dem Katar nichts zu tun hatte.« Hannah fügte hinzu, dass westliche Regierungen nun die Gelegenheit hätten, Doha zu einem echten Politikwechsel zu drängen. »Sicherzustellen, dass diese Neuausrichtung stattfindet und sich in der Politik Katars widerspiegelt, sollte für die USA und ihre Verbündeten bei künftigen Kontakten mit Doha eine Priorität sein.«

Versuch, die Märkte zu beruhigen

Der Katar-Experte. Ariel Admoni von der Ariel-Universität und dem Jerusalemer Institut für Strategie und Sicherheit erklärte gegenüber JNS, dass Doha möglicherweise selbst dazu beigetragen habe, einige der Informationen über seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten an die Öffentlichkeit zu bringen. »Zunächst einmal muss man vorsichtig sagen: Katar hat dazu beigetragen, dass einige der entsprechenden Daten an die Öffentlichkeit gelangten, um den Informationsfluss zu kontrollieren, gegenüber Investoren Glaubwürdigkeit zu vermitteln und vordergründig Verantwortung zu zeigen, indem sie Kürzungen vornehmen. Vielleicht wird man demnächst mehr darüber hören, dass Unternehmen als Vermittler fungieren – ›private‹ katarische Einrichtungen, die vordergründig als eine Art Ersatz für den Staat einspringen.«

Admoni schätzte, dass die zugrunde liegenden Motive für Katars polit-ideologisch motivierte Ausgaben, einschließlich seiner Kampagnen gegen Israel, nicht verschwinden werden, selbst wenn die Gesamtbudgets schrumpfen. »Dies ist in erster Linie ein Versuch, die Märkte zu beruhigen. Selbst wenn wir also gewisse Kürzungen in der Soft-Power-Politik sehen, erwarte ich aber keine vollständige Kehrtwende. Letztendlich hat dieser Sektor dem Land sowohl wirtschaftlich als auch geopolitisch geholfen. So diente etwa die Diffamierung Israels als eine Art Versicherungsnachweis an die islamistischen Regime, dass es die wirtschaftlichen Verbindungen nach Katar braucht.« Als Beispiel wären hier die unter der Taliban-Regierung aufgebauten katarischen Geschäfte in Afghanistan zu nennen. »Dazu muss Katar beweisen, dass es nicht pro-israelisch ist.«

Auf die Frage, ob die Flüssiggas-Krise ein umfassenderes Scheitern von Katars Absicherungs- und Balancestrategie zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten darstelle, antwortete Admoni, dass der Rückschlag real sei. Er müsse aber im Kontext der gesamten Golfregion betrachtet werden. »Dies ist ein regionaler Misserfolg, da dieser gesamte Ansatz der Absicherung gegenüber dem Iran nicht funktioniert hat.«

Betrachte man jedoch die Tatsache, dass es zwar den schweren Angriff auf Ras Laffan gab, danach aber keine weiteren Angriffe mehr erfolgten, so habe »die Absicherungsstrategie relativ gesehen das Beste erreicht, was Katar mit seiner Navigation zwischen den Revolutionsgarden und Trump erzielen konnte.« Da beide Seiten Katar immer noch positiv gegenüberstehen, habe sich dessen Ansatz – wenn er auch angeschlagen wurde – besser behauptet, als man angesichts der direkten Verflechtung Dohas hätte erwarten können.

Yaakov Lappin ist Korrespondent und Analyst für militärische Angelegenheiten in Israel, hausinterner Analyst am MirYam-Institut, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Alma-Forschungs- und Bildungszentrum und am Begin-Sadat-Zentrum für strategische Studien an der Bar-Ilan-Universität sowie Autor von Virtual Caliphate – Exposing the Islamist State on the Internet. (Der Text erschien auf Englisch zuerst beim Jewish News Syndicate. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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Von Charles Jacobs und Ben Poser. Ausländische Arbeiter in Katar leben unter einem repressiven System, das von Arbeitsrechtsexperten als Zwangsarbeit und moderne Sklaverei eingestuft wird.

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