Die Sicherheitsbehörde der Region Kurdistan hat bewaffnete Zellen des Islamischen Staates zerschlagen und dabei fast zwei Dutzend Mitglieder festgenommen.
Dies teilte die Asayish genannte Sicherheitsbehörde kürzlich in einer Erklärung mit. »Auf der Grundlage von Geheimdienstinformationen und Ermittlungen, die zwischen dem 8. und 12. September 2026 über einen Zeitraum von 96 Stunden durchgeführt wurden, sowie auf Anordnung eines Ermittlungsrichters der Asayish hat die Generaldirektion für Asayish-Einsätze in Abstimmung mit der Asayish-Direktion der Provinz Halabdscha im Rahmen mehrerer Operationen in [den im Osten der Region Kurdistan gelegenen] Provinzen Sulaimani und Halabdscha durchgeführt«, hieß es in dem Schreiben.
Der Erklärung zufolge gehören die festgenommenen Kämpfer zum »fünften Bataillon des sogenannten Wilayat Kurdistan« – arabisch für »Gebiet Kurdistan« – und planten, »sich neu zu organisieren und Treuebekenntnisse von Gruppenmitgliedern entgegenzunehmen, Sprengsätze zu platzieren und Bombenanschläge in der Provinz Halabdscha zu verüben.« Darüber hinaus waren sie mit der Spionage gegen kurdische Sicherheitskräfte betraut und sollten »während deren Ausbildung und Manöver das Feuer mit schweren und mittelschweren Waffen auf sie eröffnen«.
Versuch, Emirat zu errichten
Die festgenommenen Mitglieder des Islamischen Staates hätten zudem versucht, in den Gebieten Hawraman oder Sharazur in der Region Kurdistan »ein Emirat zu errichten«, »IS-Schläferzellen in Kurdistan und im Irak mit Terroristen im Ausland zu vernetzen und Mittel für den Kauf von Waffen zu beschaffen«, hieß es in der Asayish-Erklärung. Während der Operationen wurde zudem ein umfangreiches Lager an »Waffen und militärischer Ausrüstung« beschlagnahmt, darunter RPG-Werfer, Raketen und Treibladungen, eine Mörsergranate, Handgranaten, AK-47-Gewehre mit Magazinen und Hunderten von Patronen, zwei Pistolen, eine Überwachungskamera, Militärferngläser sowie Militäruniformen und -ausrüstung.
Laut der Erklärung der Sicherheitsbehörde »wurden die Verdächtigen gemäß Artikel 2 des Anti-Terror-Gesetzes festgenommen und die Ermittlungen dauern an.« Die genannte Verfügung beinhaltet eine Auflistung von Straftaten, darunter Sachbeschädigung, Anstiftung zu Aufständen, das Schüren von konfessionellen Unruhen und bewaffneter Aufstand. Dementsprechend sieht Artikel 4 des Gesetzes je nach Schwere und Art der angeklagten Straftat entweder die Todesstrafe oder lebenslange Haft vor.
Schon im Jahr 2001 hatten extremistische Gruppen im Gebiet von Hawraman ein »Islamisches Emirat« errichtet. Der damals von Ansar al-Islam und dessen Ablegern wie Jund al-Islam gegründete Kleinstaat stand in Verbindung mit al-Qaida und beherbergte afghanische und andere ausländische Kämpfer. Während der US-Invasion des Irak wurde er im März 2003 im Rahmen der Operation »Viking Hammer« zerschlagen. Kurdische Streitkräfte, die der Patriotischen Union Kurdistans angehörten, führten die Bodenoperationen an.
