Hormus-Krise: Irak hat Probleme, Beamtengehälter zu zahlen,

Die Sperrung der Straße von Hormus stößt den Irak in wirtschaftliche Schwierigkeiten
Die Sperrung der Straße von Hormus stößt den Irak in wirtschaftliche Schwierigkeiten (© Imago Images / Kyodo News)

Die Ölexporte des Irak sind laut Zahlen des Bagdader Ölministeriums von 100 Millionen Barrel im Februar auf rund 32 Millionen Barrel im Mai und Juni eingebrochen.

Berichten arabischer Medien zufolge haben viele irakische Beamte ihre Juli-Gehälter noch nicht erhalten, während das Land damit kämpft, seine anhaltende Krise bei den Ölexporten zu bewältigen, die durch die fortdauernde Sperrung der Straße von Hormus verursacht wird. Nach Angaben des Finanzministeriums gibt der Irak monatlich etwa 6,5 Milliarden US-Dollar für Gehälter im öffentlichen Dienst sowie Renten und Sozialleistungen aus.

Ein hochrangiger Ministerialbeamter erklärte gegenüber der emiratischen Zeitung The National: »Wenn die Unterbrechung des Ölexports anhält, werden wir fortan nicht mehr in der Lage sein, die Gehälter pünktlich zu zahlen. Wir werden zahlen, sobald wir über Bargeld verfügen. Oder diejenigen, die ihr Juli-Gehalt pünktlich erhalten haben, werden ihr August-Gehalt verspätet bekommen«, sagte der Beamte und fügte hinzu, dass Pläne geprüft würden, die Gehälter alle 45 Tage auszuzahlen.

Die irakischen Ölexporte sind laut Zahlen des Ölministeriums von 100 Millionen Barrel im Februar auf rund 32 Millionen im Mai und Juni eingebrochen. Während die irakische Wirtschaft in der Vergangenheit durch jahrelange Konflikte schwer in Mitleidenschaft gezogen war, verbesserten sich die Bedingungen in den letzten Jahren: Dem Multidimensional Poverty Index zufolge sank die Armutsquote in den vergangenen drei Jahren von 23 Prozent auf 17,5 Prozent. Das Borgen Project warnte im April, dass die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus diesen Fortschritt gefährden könnte.

Obwohl der Iran laut Al Jazeera eine Ausnahmeregelung für irakische Transporte zugesagt haben soll, wurden während des Konflikts mehrere Schiffe angegriffen. Mitte März drangen iranische Drohnenboote in irakische Gewässer ein und griffen die unter der Flagge der Marshallinseln fahrende »Safesea Vishnu« sowie die unter maltesischer Flagge fahrende »Zefyros« an, die beide Treibstoffladungen aus dem Irak transportierten.

Von Öl abhängig

Die irakische Wirtschaft ist nach wie vor stark vom Öl abhängig, das 90 Prozent der Staatseinnahmen, 95 Prozent der Exporteinnahmen und mehr als 53 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes ausmacht.

Obwohl Bagdad versucht hat, die Auswirkungen der Blockade abzumildern – unter anderem durch ein vorerst einjähriges Abkommen mit der Türkei zur Aufrechterhaltung der Exporte über die irakisch-türkische Pipeline –, fehlen dem Land aufgrund der Unterbrechung seiner Ölexporte weiterhin Milliarden von Dollar. »Während wir weiterhin auf ein neues langfristiges Abkommen für diese Pipeline hinarbeiten, haben wir die Transitvereinbarung mit einer täglichen Kapazität von 750.000 Barrel umgesetzt«, erklärte der türkische Energieminister Alparslan Bayraktar am Samstag auf X.

Neben der Verlängerung des Abkommens mit der Türkei berichtete die arabische Nachrichtenseite Al Hurra am Dienstag, dass der Irak Preisnachlässe von fast 30 Dollar pro Barrel auf Basra-Rohöl anbietet. Quellen zufolge bestehe die Hoffnung, dass die Preissenkungen potenzielle Käufer davon überzeugen könnten, das Risiko des Einsatzes von Tankern einzugehen.

Der Ölexperte und ehemalige Sprecher des irakischen Ölministeriums, Asem Jihad, erklärte gegenüber der Al Hurra, dass die Preisnachlässe »nicht unbedingt bedeuten, dass der Irak einen Ölüberschuss hat, den er loswerden will«. Vielmehr spiegelten sie das steigende Risiko und die wachsenden Kosten für Geschäfte in der Region wider.

Laut Jihad bot der Irak im Mai Preisnachlässe von mehr als 30 Dollar pro Barrel auf Rohöllieferungen aus Basra an. Dieser Rabatt verringerte sich im Juli auf etwa 14 bis 19 Dollar, bevor er wieder auf 30 Dollar stieg, als die Bedenken hinsichtlich des Tankerverkehrs erneut zunahmen. »Dies bestätigt, dass sich die Höhe des Preisnachlasses nach dem Risikoniveau richtet und nicht nach dem Vorhandensein eines dauerhaften Produktionsüberschusses.«

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