Irak: Museum für jüdisches Kulturerbe eröffnet in Bagdad

Das jüdische Museum in der ehemaligen »Shamash«-Schule in der irakischen Hauptstadt Bagdad
Das jüdische Museum in der ehemaligen »Shamash«-Schule in der irakischen Hauptstadt Bagdad (Quelle: Instagram)

Der Irak besitzt ein lange jüdische Geschichte, die bis auf das babylonische Exil im Jahr 586 v. Chr. zurückgeht und mit der Vertreibung im 20. Jahrhundert endete.

Unlängst wurde in Bagdad ein Museum eröffnet, das der Geschichte und dem Kulturerbe der irakischen Juden gewidmet ist. Ihren Sitz hat die Ausstellung in einem Gebäude, in dem früher die 1928 gegründete jüdische Oberschule »Shamash« untergebracht war. Der offizielle arabische X-Account des israelischen Außenministeriums postete ein Video des Museums, in dem es dieses als das erste seiner Art im Irak bezeichnete.

Zu den Exponaten des Shamash-Museums gehören Fotos jüdischer Familien sowie Schulzeugnisse von Schülern, die die Schule besucht hatten. An einer der Wände hängt ein Porträt von Jacob Shamash, dem Gründer der Schule. Laut dem X-Konto des israelischen Ministeriums nahmen tausend Menschen an der Eröffnung des Museums teil, die am 22. Oktober stattfand.

Das Gebäude der Shamash-Schule befindet sich in der Al-Rashid-Straße in der irakischen Hauptstadt. Zu ihrer Blütezeit im Jahr 1939 besuchten mehr als neunhundert Schüler die Schule. Im Frühjahr 1951 zog die Schule von ihrem ursprünglichen Standort in das Gebäude der Frank-Inni-Schule um, wo der Unterricht unter dem Namen »Shamash-Sekundarschule« fortgesetzt wurde, so das Ministerium.

Das Museum umfasst Ausstellungsräume mit Vitrinen, in denen Dokumente und Urkunden aus der Zeit des Schulbetriebs sowie Fotografien von Rabbinern und früheren Gemeindevorstehern ausgestellt sind. Darüber hinaus finden sich dort verschiedene traditionelle Gegenstände, die an das jüdische Leben im Irak erinnern.

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Weitere Informationen

Lange Geschichte

Das Museum ist nicht der erste Versuch die alte jüdische Geschichte des Iraks vor Ort zu dokumentieren. Im Jahr 2025 wurde das Grab von Rabbi Yitzhak Gaon im Stadtteil Qanbar Ali im Zentrum von Bagdad restauriert. Die Kosten beliefen sich auf schätzungsweise 150.000 US-Dollar. »Es war eine Müllhalde, aber wir durften es lange Zeit nicht herrichten«, erklärte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde im Irak, Khalida Elyah, im Mai letzten Jahres während der Restaurierungsarbeiten gegenüber der AFP.

Die Geschichte der Juden im Irak reicht bis ins Jahr 586 v. Chr. zurück, als König Nebukadnezar II. Jerusalem eroberte, den Ersten Tempel zerstörte und eine große Zahl von Judäern ins Exil nach Babylonien, dem heutigen Irak, schickte. Die jüdische Gemeinde lebte 2.500 Jahre lang in der Region. Ein durch die muslimische Mehrheit in Bagdad verübtes Pogrom im Jahr 1941, bekannt als der Farhud, gefolgt von offizieller staatlicher Verfolgung, führte zu einem Exodus. Die irakischen Juden flohen 1951 und 1952 im Rahmen von zwei vom Staat Israel organisierten Massenluftbrücken aus dem Land.

Die irakische Regierung zwang sie, Vermögenswerte im Wert von 34 Milliarden US-Dollar (nach heutigem Stand) zurückzulassen, wie aus einem Bericht der Organisation Justice for Jews from Arab Countries (JJAC) vom Februar 2025 hervorgeht. JJAC katalogisiert die zurückgelassenen oder enteigneten Vermögenswerte, Institutionen und Immobilien der rund 135.000 Juden, die den Irak zwischen 1941 und den 1960er Jahren verließen.

»Die große und beeindruckende jüdische Gemeinde im Irak wurde verfolgt, inhaftiert, vertrieben und schließlich vernichtet«, erklärte der JJAC-Co-Präsident Sylvain Abitbol. »Diese Tatsache zu ignorieren bedeutet, 2.500 Jahre jüdischen Lebens und jüdischer Kultur auszulöschen. Wir haben unseren Bericht erstellt, damit die Juden des Irak nicht in Vergessenheit geraten und ihre Beiträge zur Region gebührend dokumentiert werden.«

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