Muslimische Staaten verurteilen Huthi-Angriffe auf Mekka

Mit Mekka griffen die Huthi die heiligste Stätte des Islam an
Mit Mekka griffen die Huthi die heiligste Stätte des Islam an (Quelle: JNS)

Der Abschuss einer Huthi-Drohne durch die saudische Flugabwehr markierte nach einem Raketenangriff 2017 die zweite Attacke der jemenitischen Terrorgruppe auf Mekka.

Die saudische Flugabwehr habe am Dienstag südlich von Mekka, außerhalb des gesperrten Luftraums über der Stadt, eine Drohne der Huthi abgeschossen. Das erklärte der Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition, Turki al-Malki, am Mittwoch in einer Stellungnahme. Dies war der nach dem Abschuss einer ballistischen Rakete im Juli 2017 zweite Versuch der jemenitischen Terrorgruppe, die Stadt anzugreifen. Vertreter der Huthi hingegen wiesen jegliche Verantwortung für den Angriff zurück, berichtete Reuters.

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) mit Sitz im saudischen Dschidda verurteilte am Mittwoch die »abscheulichen Angriffe« der vom Iran unterstützten Huthi gegen die »Stadt Mekka und die Region Medina«. Diese Angriffe »schüren Angst unter unschuldigen Zivilisten, verletzen die Unantastbarkeit heiliger Stätten und Moscheen und provozieren die Gefühle von Muslimen auf der ganzen Welt«. Die aus 58 mehrheitlich muslimischen Nationalstaaten bestehende Organisation bekundete ferner ihre Unterstützung »für alle Maßnahmen des [saudischen] Königreichs zur Abschreckung der Angreifer«.

Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition ist ein Bündnis aus neun Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas, das im März 2015 zur Unterstützung der international anerkannten Regierung des Jemen militärische Operationen gegen die jemenitischen Terrormilizen startete.

125.000 Flüchtlinge

Ebenfalls am Mittwoch gaben die Huthi bekannt, sie hätten ein saudisches Kampfflugzeug abgeschossen, und behaupteten, dabei eine von ihnen selbst produzierte Waffe verwendet zu haben. »Den jemenitischen Streitkräften ist es mit Allahs Hilfe und Gnade gelungen, einen saudischen F-15-Kampfjet abzuschießen, während dieser feindliche Operationen zur Unterstützung seiner militärischen Mobilisierungen im Luftraum der Provinz Marib durchführte – unter Einsatz einer lokal hergestellten Luft-Luft-Rakete«, erklärte ein Huthi-Sprecher in den sozialen Medien.

Die vom Iran unterstützte Gruppe hat in den letzten Tagen militärische Fortschritte im Jemen erzielt und die Kontrolle über die Küste am Roten Meer sowie die Meerenge von Bab al-Mandab übernommen. Die Wasserstraße verbindet den Pazifischen Ozean mit dem Suezkanal. Sie ist aufgrund der anhaltenden iranischen Angriffe auf Schiffe, die die Straße von Hormus durchqueren, zu einer noch wichtigeren Schifffahrtsroute geworden, als sie es zuvor schon war.

Eine Sperrung der Meerenge vor der jemenitischen Küste könnte die globalen Lieferketten weiter stören und die Energiepreise noch stärker in die Höhe treiben, nachdem die Rohölpreise diese Woche die Marke von 100 Dollar pro Barrel überschritten haben.

Unterdessen trat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am Dienstag zusammen, um die eskalierende Lage auf der Arabischen Halbinsel zu erörtern. Der stellvertretende Generalsekretär des Sicherheitsrats, Khaled Khiari, sagte in einer Erklärung, dass seit der Wiederaufnahme der Kämpfe im September mindestens 125.000 Menschen im gesamten Jemen vertrieben worden seien, wovon etwa 2.300 über das Rote Meer in das ostafrikanische Land Dschibuti geflohen seien.

Am Samstag trafen von schiitischen Milizen im Irak gestartete Drohnen die saudische Ost-West-Pipeline, die durch das Zentrum des Landes vom Persischen Golf zum Roten Meer verläuft, und führten zu einer vorübergehenden Stilllegung. Khiari betonte, dass die Angriffe die »lebenswichtige Verkehrsader unterbrochen haben, die Saudi-Arabien als Alternative zur Straße von Hormus genutzt hatte.«

Infolgedessen hat Saudi-Arabien die Öllieferungen nach Europa gedrosselt. Riad informierte europäische Raffinerien darüber, dass einige für September geplante Rohöllieferungen storniert oder verschoben werden und die Ölverladungen im Rotmeerhafen Yanbu ausgesetzt worden seien. Die Lieferungen an mindestens drei europäische Raffinerien für Ende September wurden storniert oder auf November verschoben, wie von Argus, Berichterstattungsagentur für Energiepreise, zitierte Quellen angaben.

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