Netanjahu: Kein IDF-Rückzug vor Hamas-Entwaffnung

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (Quelle: JNS)

Israel werde sich nicht von seinen derzeitigen Stellungen im Gazastreifen zurückziehen, bis die Hamas vollständig entwaffnet ist, bekräftigte Benjamin Netanjahu am Dienstag.

Er beharre auf den Sicherheitsinteressen seines Landes, sagte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu in einem Video, das auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht wurde. »Wir werden uns nicht von unseren derzeitigen Linien zurückziehen, bis die Hamas vollständig entwaffnet ist.« Netanjahu fügte hinzu, dass die Soldaten der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) angewiesen worden seien, »alles Notwendige zu tun, um sich selbst, unser Territorium und unsere Bürger zu verteidigen«.

US-Präsident Donald Trump und sein Team glaubten, sie könnten die Hamas dazu bewegen, den Gazastreifen zu entmilitarisieren, sagte er und fügte hinzu: »Wir prüfen das.« Die Trump-Regierung habe Israel einen Vertragsentwurf vorgelegt, den Jerusalem jedoch abgelehnt habe. »Das ist nicht unser Entwurf.« In der Folge habe Israel dem Weißen Haus seine eigenen Anmerkungen übermittelt. »Wir halten unbeirrt an unseren Interessen fest«, schloss der Premierminister.

Noch nicht abgeschlossen

In einem am Montag ausgestrahlten Podcast-Interview mit dem israelischen Historiker Gadi Taub äußerte Netanjahu Skepsis hinsichtlich der Bereitschaft der Hamas, ihre Waffen niederzulegen, wie es die 15-Punkte-Roadmap des Friedensrats für Gaza vorsieht. »Ich glaube nicht, dass sich das Raubtier Hamas in ein Kätzchen verwandeln wird«, sagte der Premierminister. Die fünfzehn Punkte wurden letzte Woche veröffentlicht, woraufhin in Israel Bedenken laut wurden, dass sie den Rückzug der IDF aus dem Gazastreifen vorsehen, bevor die Terrororganisation vollständig entwaffnet ist.

Auf die Frage, ob Israel die Gelegenheit verpasst habe, die Hamas im Gazastreifen zu zerschlagen, antwortete der Netanjahu: »Sie ist nicht verpasst – sie ist noch nicht abgeschlossen. Es gibt noch viel zu tun … Die Hamas muss entwaffnet werden, der Gazastreifen muss entmilitarisiert und der Fanatismus überwunden werden. Erst dann kann der Wiederaufbau beginnen.«

Nach Gesprächen mit Netanjahu in Jerusalem zu Wochenbeginn erklärte der Hohe Vertreter des Friedensrats, Nikolay Mladenov, der mit der Überwachung des Waffenstillstands mit der Hamas betraut ist, dass die Umsetzung von Trumps Gaza-Plan vor großen Hürden stehe. »Ein langer Tag in Jerusalem, bei dem ich mich mit Ministerpräsident Netanjahu und seinem Team getroffen habe«, schrieb Mladenov am Montag auf X. »Dies ist der Beginn der schwierigen Phase, und ich habe nie so getan, als wäre es anders. Vieles von dem, was wir derzeit tun, ist nicht besonders spektakulär. Es ist langsame, mühsame und technische Arbeit.«

Zuvor hatte der Friedensrat am Montag erklärt, dass er und Israel »ein gemeinsames Verständnis der Endziele teilen. Entgegen unzutreffenden Berichten stellen wir fest, dass der Rückzug der IDF hinter die Gelbe Linie erst erfolgen wird, sobald die Entwaffnung abgeschlossen ist, wie es die Hamas den Vermittlern zugesagt hat.«

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