Hisbollah-Chef wettert gegen »Demütigung« durch israelisch-libanesische Gespräche

Videoansprache des Hisbollah-Führers Naim Qassem zwischen einem Khomeini- und Khamenei-Poster
Videoansprache des Hisbollah-Führers Naim Qassem zwischen einem Khomeini- und Khamenei-Poster (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Der Hisbollah-Generalsekretär Naim Qassem deutete an, dass die iranische »Achse des Widerstands« nicht nachgeben werde, bis Israel sich vollständig aus dem Libanon zurückgezogen habe.

Hisbollah-Führer Naim Qassem verurteilte am Dienstag die Wiederaufnahme der israelisch-libanesischen Gespräche in Rom und erklärte, Verhandlungen mit Jerusalem hätten seinem Land »nichts als Schande« gebracht. Qassems Äußerungen erfolgten nur wenige Stunden vor dem geplanten Beginn der von den USA unterstützten Gespräche zwischen israelischen und libanesischen Vertretern in der italienischen Hauptstadt. Dort wollen die beiden Seiten über die Umsetzung eines Rahmenabkommens vom 26. Juni beraten werden, das den Rückzug der Hisbollah aus dem Südlibanon vorsieht.

»Direkte Verhandlungen haben dem Libanon nichts als Schande, Demütigung, Enttäuschung und ein Zugeständnis nach dem anderen gebracht«, sagte Qassem laut dem libanesischen Sender Al Mayadeen, der der Hisbollah nahesteht. »Wir stehen einer amerikanisch-israelischen Aggression gegen den Libanon, den Gazastreifen, den Iran, den Irak und den Jemen gegenüber. Diese zielt darauf ab, die Flamme des Widerstands zu löschen und die Region zu kolonisieren«, behauptete der Terroristenführer. »Die einzige Option des israelischen Feindes ist ein vollständiger Rückzug – und er wird sich zurückziehen.«

Noch viel Arbeit

Am Montag äußerte der US-Botschafter im Libanon, Michel Issa, im Vorfeld der Gespräche in Rom vorsichtigen Optimismus. Issa merkte jedoch an, dass »noch viel technische Arbeit zu leisten« sei, um »die Sicherheit der Zivilbevölkerung vor Ort« zu gewährleisten. »Es besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen der Ausarbeitung eines Abkommens auf dem Papier und dessen verantwortungsvoller Umsetzung. Ein zu schnelles Vorgehen birgt die Gefahr, genau jene Zivilisten zu gefährden, die dieser Prozess eigentlich schützen soll«. Isaa betonte, dass sich beide Seiten »auf einen klaren, umsetzbaren Prozess einigen müssen, bevor es weitergeht«.

Der vom 4. bis 6. August in der italienischen Hauptstadt stattfindende Gipfel folgt auf monatelange militärische und diplomatische Entwicklungen. Das am 26. Juni erzielte 14-Punkte-Rahmenabkommen fordert die Entwaffnung der Hisbollah, wobei Jerusalem daran festhält, dass ein israelischer Truppenabzug erst nach der Beseitigung der Sicherheitsbedrohung erfolgen wird. Die hochrangigen Gespräche wurden am 21. Juli fortgesetzt, als der libanesische Präsident Joseph Aoun US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus traf. Trump sicherte den Stabilisierungsbemühungen im Libanon seine Unterstützung zu und äußerte die Hoffnung, dass Beirut sich möglicherweise irgendwann den Abraham-Abkommen anschließen werde.

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