Schlagwort: Medien und Medienkritik

Wochenbericht, 27.2. bis 4.3.2012

Standen in den letzten Wochen Syrien und der Iran im Zentrum der Nahostberichterstattung österreichischer Zeitungen, so war in dieser Woche die Türkei das Land, das am öftesten Erwähnung fand. Erstaunlich ist das insofern, als eigentlich über aktuelle Entwicklungen im Lande selbst nur wenig berichtet wurde. Die häufigen Nennungen der Türkei…

Wer spricht eher für den Iran?

Im aktuellen profil versucht Georg Hoffmann-Ostenhof zu erklären, warum „die Angst vor der iranischen Bombe übertrieben ist“ (profil 9/2012), und bemüht dabei u. a. folgendes „Argument“: „(H)istorisch gesehen sind die Iraner keine Angreifernation“. Dagegen erklärte der oberste geistliche Führer des iranischen Regimes unlängst wieder einmal, Israel sei ein „Tumor, der…

Die Überschriften des ORF

Im Folgenden ein Mailwechsel mit dem Kundendienst des ORF: Gesendet: Sonntag, 26. Februar 2012, 11:00 An: Kundendienst ORF Betreff: Falsche Überschrift Sie schreiben in news.orf.at: „Israels Luftwaffe greift Gazastreifen an“. Korrekt wäre gewesen: „Palästinensische Terroristen feuern Raketen auf Israel“. MfG, Ronaldo Böhmer   Gesendet: Montag, 27. Februar 2012, 09:26 Betreff:…

Wochenbericht, 20.2. bis 26.2.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen wurde in den letzten sieben Tagen von zwei Konfliktherden beherrscht: dem Iran und Syrien. Mehr als die Hälfte aller Artikel hatte somit den sich immer weiter zuspitzenden Streit um das iranische Atomprogramm und die andauernden Gewalttaten der Diktatur Bashar al-Assads zum Thema. Insgesamt erschienen in dieser…

AUS DEM KAFFEESUD

Sehr geehrte Redaktion der Kleinen Zeitung, könnte Gil Yaron, der heute über das Verfassungsreferendum in Syrien berichtete und dabei davon sprach, dass „große Teile der Bevölkerung immer noch daran glauben, dass einzig Assad ihr Land vor Chaos und Untergang retten kann“, den Lesern vielleicht erläutern, woher er die Information hat, dass…

Lange vor Schönau

Sehr geehrter Herr Rauscher, in Ihren Artikel „Wie Bruno Kreisky die PLO salonfähig machte“ im heutigen Standard haben sich leider einige Fehler eingeschlichen. Sie schreiben, Österreich habe „die erste Bekanntschaft mit dem PLO-Terrorismus“ bei der Geiselnahme in Marchegg im September 1973 gemacht. Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht nicht zutreffend.…

Das friedliche Atomwaffenprogramm

Kein Tag vergeht, an dem nicht über mögliche militärische Angriffe auf iranische Atomanlagen spekuliert wird. Der Iran selbst beharrt nach wie vor darauf, dass sein Nuklearprogramm ausschließlich zivilen und friedlichen Zwecken diene. Mit Ausnahme weniger, besonders einfältiger Beobachter – wie John Bunzl, der letzte Woche allen Ernstes behauptete, „weder Absicht…

Wochenbericht, 13.2. bis 19.2.2012

Wie bereits in der letzten Woche war auch dieses Mal Syrien das dominierende Thema der Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen. Von den insgesamt 195 erschienenen relevanten Beiträgen (nach zuletzt 212) beschäftigen sich rund 37 Prozent mit dem nicht enden wollenden Blutvergießen in der Diktatur Bashar al-Assads. Im Hinblick auf die einzelnen Tageszeitungen…

War da was?

Als im Jänner ein iranischer Atomwissenschaftler in Teheran durch die Explosion einer an seinem Wagen angebrachten Sprengladung ums Leben kam, berichteten österreichische Zeitungen ausführlich über diesen Anschlag. Seit Anfang dieser Woche werden wir nun Augenzeugen einer regelrechten Terrorserie gegen israelische Ziele. Der Unterschied in der Berichterstattung ist beachtlich. Am Montag…

Positive Reaktion

In einer Zuschrift an den Kurier kritisierte MENA vorgestern, dass Dominik Sinnreich in seinem Kommentar eine Israelreise von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in eine Reihe mit Reisen von FPÖ-Funktionären zu Diktatoren wie Saddam Hussein, Muammar al-Gaddafi oder Ramsan Kadyrow stellte. Sinnreich reagierte auf diese Kritik sehr rasch und gab MENA recht, dass…

Welche "Tradition"?

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, Dominik Sinnreich spricht im heutigen Kurier im Zusammenhang mit der Tschetschenienreise von FPÖ-Funktionären zu Recht über den seltsamen „Hang zu Despoten“, der die Freiheitlichen seit den Tagen Jörg Haiders prägt, eine Tradition, zu der Besuche bei Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi gehören. Doch dann schreibt Sinnreich: „FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat…

Wochenbericht, 6.2. bis 12.2.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen stand in den letzten sieben Tagen eindeutig unter dem Eindruck des andauernden Blutvergießens in Syrien. Während die Zahl der insgesamt veröffentlichten Artikel über die Region mit 212 auf einem vergleichsweise hohen Niveau blieb, beschäftigten sich über vierzig Prozent der Beiträge mit den aktuellen Horrormeldungen aus Damaskus…

MAHMUD GRATULIERT ABBAS

Wie der Standard berichtet, mehren sich insbesondere in den Reihen der Hamas im Gazastreifen die Proteste gegen das „Versöhnungsabkommen“ zwischen den tief verfeindeten Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas.  Der Vereinbarung zufolge soll Mahmud Abbas den vom Westen unterstützten, von den Islamisten aber vehement abgelehnten Salam Fayyad als Premierminister einer Einheitsregierung ablösen.  Das widerspricht allerdings dem…

Falsche Ausgewogenheit

In der Kleinen Zeitung berichtet Gil Yaron unter der dramatischen Überschrift „Bombardiert Israel im Juni den Iran?“ über die neuesten Entwicklungen im Streit um das iranische Atomwaffenprogramm. (Kleine Zeitung, 4. Feb. 2012) „Die Spannungen zwischen Jerusalem und Teheran“, so lässt er uns wissen, „erreichen einen neuen Höhepunkt“. Denn diese Woche sei „auf…

Wer schiebt wohin?

Im Standard widmete sich Gudrun Harrer gestern dem Neuorientierungsprozess, den die palästinensische Hamas in diesen Wochen vollzieht: Die Umbrüche in der arabischen Welt haben eine Stärkung des sunnitisch-islamistischen Spektrums zur Folge. Damit ist für die Hamas der Zeitpunkt gekommen, sich aus der engen Verbindung mit dem Iran, mit Syrien und…