Von Türkü Avci. Wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan von einer geschwächten und zersplitterten Opposition profitieren und eine dritte Amtszeit erreichen könnte.
Istanbuls Bürgermeister Ekrem Imamoglu wollte den türkischen Langzeitpräsidenten Erdogan bei den kommenden Wahlen herausfordern. Doch jetzt sitzt er im Gefängnis.
Die Türkei befindet sich in einer politischen Krise, nachdem sich Proteste wegen der Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu ausweiten.
Der türkische Innenminister erklärte, die Polizei habe Hunderte protestierende Personen festgenommen, da sie das Demonstrationsrecht missbraucht hätten.
Der Zustand der Opposition zeige, wie knapp die Türkei bei den Präsidentschaftswahlen einer Katastrophe entkommen sei, höhnte Erdogan in Richtung der unterlegenen CHP.
Fast wäre das historisch einmalige Oppositionsbündnis, das sich gegen Erdoğan zusammengefunden hat, an der Frage gescheitert, wer als Gegenkandidat bei der Präsidentschaftswahl antreten soll.
„Der inhaftierte prokurdische Politiker Selahattin Demirtas hat dazu aufgerufen, den Oppositionskandidaten Ekrem Imamoglu zu unterstützen. Am kommenden Sonntag wird in Istanbul die Bürgermeisterwahl wiederholt. ‚Wir glauben, dass es heute notwendig ist, den Diskurs von Herrn Imamoglu zu unterstützen‘, schrieb Demirtas auf Twitter. ‚Das ist längst keine Wahl mehr, bei der…