Während Namen wie Natanz und Fordow lange Zeit die Geheimdienstberichte zum iranischen Atomprogramm dominierten, ist in den letzten Monaten ein neues, noch bedrohlicheres Ziel in den Mittelpunkt gerückt: die als »Pickaxe Mountain« bekannte Anlage.
Während die ersten Angriffe der Kampagne auf bekannte Infrastruktureinrichtungen abzielten, verlagern die Militärplaner ihren Fokus nun auf das, was viele Experten als undurchdringliche Festung bezeichnen, die tief unter der Erde verborgen liegt. »Pickaxe ist ein mögliches Ziel für einen schönen, kräftigen Schlag direkt auf den Eingang«, sagte US-Präsident Trump diese Woche in einem Interview. »Wir sehen dort keine Aktivität. Mit ihrer Atompolitik läuft es bei ihnen nicht gut. Wir werden Pickaxe wahrscheinlich relativ bald einen Schlag versetzen.«
Strategischer Albtraum
Pickaxe Mountain ist nicht einfach nur ein weiterer unterirdischer Bunker – es ist ein strategischer Albtraum. Der Standort liegt in der Nähe der Urananreicherungsanlage in Natanz und ist unter schätzungsweise achtzig bis hundert Metern massivem Granit verborgen. Laut Präsident Trump wurde dieser geologische Schutzschild von Teheran bewusst gewählt, nachdem seine früheren Nuklearanlagen kompromittiert worden waren. »Sie konnten nicht dorthin zurückkehren, wo sie vorher waren – zu den drei Standorten, die wir ausgelöscht haben«, bemerkte Trump. »Aber sie begannen mit den Arbeiten an einem anderen Standort, und der ist durch Granit geschützt. Sie wollten, dass er geschützt ist; Granit ist ziemlich gut.«
Die außergewöhnliche Tiefe des Komplexes hat Geheimdienstmitarbeiter dazu veranlasst, ihn als »schwarzes Loch« zu bezeichnen. Der Präsident des Institute for Science and International Security (ISIS) und ehemalige IAEO-Inspektor, David Albright, warnte in einem Gespräch mit Mena-Watch vor den Folgen, sollte die Anlage weiterhin in Betrieb bleiben. »Wenn sich herausstellt, dass die Vereinigten Staaten und Israel sie nicht zerstören können, wird sie zu einem sehr wertvollen Ort für den Wiederaufbau eines Atomprogramms.«
Albright erklärte, dass die offensichtliche Unangreifbarkeit der Anlage es dem Iran ermögliche, praktisch ohne jegliche Kontrolle auf die nukleare Schwelle zuzusteuern. »Wenn sie eine kleine Anreicherungsanlage in einer Anlage unterbringen wollen, die der Iran für undurchdringlich hält, dann bietet ihnen das einen sicheren Ort, um Uran bis zur waffenfähigen Qualität anzureichern.«
Für Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu steht der Pickaxe Mountain für das ultimative Scheitern der internationalen Diplomatie und die Verwirklichung einer Warnung, die er seit Jahren ausspricht. In einer kürzlich gehaltenen Rede warf Netanjahu dem Obersten Führer des Iran vor, »die Wiederherstellung der nuklearen und ballistischen Kapazitäten des Iran angeordnet zu haben.« Dabei habe Khamenei »diese tief, tief unter der Erde, unter hohen Bergen vergraben lassen, damit sie völlig immun gegen jeden Angriff wären«.
Laut israelischen Beamten war der Pickaxe Mountain einer der Hauptgründe, warum den zuständigen Ministern von Anfang an erklärt wurde, dass die gemeinsame US-israelische Operation »Epic Fury« eine strategische Notwendigkeit sei.
Der Iran verfolgt unterdessen weiterhin eine Politik der kalkulierten Unklarheit. Auf die Frage nach den intensiven Aktivitäten am Pickaxe Mountain, wo Satellitenbilder frische Betonierarbeiten und mit Gestein gefüllte Schutzbarrieren an Tunneleingängen erkennen ließen, wies Ali Laridschani die Bedenken zurück. Die Arbeiten dort dienten einfach nur der Trümmerbeseitigung, erklärte der am 17. März im Zuge des Irankriegs von Israel getötete Regimefunktionär.
Strategisches Dilemma
Das strategische Dilemma, vor dem die Koalition nun steht, ist die Frage, ob konventionelle Luftstreitkräfte das Ziel tatsächlich zerstören können. Militäranalysten gehen davon aus, dass die Einrichtungen von Pickaxe Mountain noch tiefer vergraben sind als alle zuvor angegriffenen Anlagen.
Das führt zu einer ernüchternden Schlussfolgerung: Sollten selbst die weltweit leistungsstärksten Bunkerbrecher den Granit nicht durchdringen können, könnte ein Bodenangriff letztlich die einzige verbleibende militärische Option sein. Während frühere US-Regierungen die Aussicht auf einen Bodenkrieg im Iran konsequent ausgeschlossen haben, signalisierte Präsident Trump eine andere Position. »Ich habe keine Scheu vor Bodentruppen. Wie jeder Präsident sagte: ›Es wird keine Bodentruppen geben.‹ Das sage ich nicht.«
Das Ziel der Mission bleibt eindeutig: die vollständige Zerschlagung des iranischen Atomprogramms. Experten wie Albright warnen jedoch, dass sich das Zeitfenster für eine Lösung verengt. Während die Vereinigten Staaten weiterhin Waffen entwickeln, die speziell für die Zerstörung tief vergrabener Tunnelkomplexe konzipiert sind, bleibt unklar, ob die Technologie mit den Aushubarbeiten des Iran Schritt halten kann. »Welche Waffe haben sie denn nun, um die Tunnelkomplexe von ›Pickaxe Mountain‹ zu zerstören? Ich weiß es nicht. Sie behaupten, sie könnten es schaffen«, sagte Albright.
Während Washington und Jerusalem ihr Versprechen bekräftigen, dass der Iran »kein Atomprogramm und kein angereichertes Uran« behalten werde, richten sich alle Augen auf einen Berg. Denn damit dieses Ziel Wirklichkeit wird, halten viele eine Sache für unvermeidlich: Auch der Pickaxe Mountain muss zerstört werden.
