Mojtaba Khamenei, der Sohn des zu Kriegsbeginn getöteten Ali Khamenei, glaubt, dass er eine besondere Rolle dabei spielt, die Menschheit auf den Weg des Weltenbrands zu bringen.
Der neue Oberste Führer des Irans soll laut einem ehemaligen Studienkollegen »besessen vom Ende der Welt« und gefährlicher als sein Vater und Vorgänger Ayatollah Ali Khamenei sein. Mojtaba Khamenei habe Berichten zufolge keinerlei Hemmung, »Tausende zu töten« und werde »versuchen, die Region zu kontrollieren«, sollte er den Krieg überstehen, wie der im Exil lebende Jaber Rajabi bekannt gab.
Rajabi, der seit 2021 im Exil in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebt, studierte zusammen mit Mojtaba Khamenei an einem religiösen Seminar in Qom und warnt nun, der neue Oberste Führer sei noch rücksichtsloser als sein Vater und ein »besserer Lügner«. Laut dem ehemaligen außenpolitischen Berater des iranischen Ex-Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad sei Mojtaba geradezu »das Gegenteil seines Vaters«, dem es schwerfiel, sich zu verstellen. »Mojtaba kann viel besser lügen und weiß, wie man spielt.«
Rajabi beschrieb Mojtaba Khamenei als »besessen vom Ende der Tage« und meinte, der neue Oberste Führer glaube, »selbst eine besondere Rolle dabei zu spielen, die Menschheit auf diesem Weg voranzutreiben«. Nach der im Iran regierenden Zwölferschia wird der verborgene Zwölfte Imam, Muhammad al-Mahdi, am Ende der Zeit zurückkehren, um eine Ära globaler Gerechtigkeit einzuleiten, in der Unterdrückung ausgerottet ist. Apokalyptische Überlieferungen beschreiben große Konflikte, die vor dieser Ära stattfinden, darunter die Malhama al-Kubra, eine monumentale Schlacht, die manchmal als Konfrontation mit den westlichen Mächten interpretiert wird.
Rajabi erzählte, er erinnere sich, wie Mojtaba Khamenei davon sprach, »dass die Atomfrage und die Soldaten sein Erbe sind. Seine Ambitionen werden durch Luftangriffe nicht beeinträchtigt. Es gibt noch andere Dinge, die ich nicht erwähnen kann … Sie brauchen die Atomfrage als Schutz für ihr Regime und ihre Vorherrschaft in der Region.«
Auch habe Mojtaba keinerlei Respekt vor Menschenleben: »Wenn er 13.000 seiner eigenen Landsleute töten kann, dann hat er auch kein Problem damit, 100.000 in Tel Aviv zu töten, denn wenn man sich nicht um das Leben seiner eigenen Landsleute schert, warum sollte man sich dann um das Leben anderer in Tel Aviv scheren?«
Verschwunden
Die Kommentare erfolgten zu einem Zeitpunkt, an dem durch Angaben eines Regierungsfunktionärs bekannt wurde, der neue Oberste Führer liege mit Verletzungen im Krankenhaus, nachdem er bei demselben Luftschlag, der seinen Vater tötete, verletzt wurde. Der 56-Jährige, der weder vor noch bei oder nach seiner Amtsübernahme am vergangenen Sonntag öffentlich zu sehen war, wird vom iranischen Staatsfernsehen als »verwundeter Veteran« des »Ramadan-Kriegs« bezeichnet. So bezeichnen die Medien im Iran den aktuellen Konflikt.
Mojtaba »war ebenfalls dort und wurde bei diesem Bombenangriff verletzt«, sagte der iranische Botschafter in Zypern, Alireza Salarian, unter Bezug auf den Angriff, dem sein Vater zum Opfer fiel. Mojtabas Verletzungen seien der Grund für sein Verschwinden aus der Öffentlichkeit. Darüber hinaus wolle der neue Oberste Führer auch vermeiden, in das Visier Israels und der USA zu geraten. »Ich glaube nicht, dass er sich [unter den gegebenen Umständen] wohlfühlt, eine Rede zu halten.«
Nachdem Gerüchte aufgekommen waren, Mojtaba Khamenei sei so schwer verletzt, dass er nicht bei Bewusstsein sei, behaupteten iranische Funktionäre, er sei wach und halte sich an einem speziell gesicherten Ort mit eingeschränkter Kommunikation auf. Mojtabas Frau Zahra Haddad-Adel und einer seiner Söhne wurden am ersten Tag des Kriegs bei Angriffen auf Teheran getötet.
Der neue Oberste Führer steht nicht nur auf der Abschussliste Israels, das erklärt hatte, jeden zu eliminieren, der die Nachfolge des getöteten Ayatollahs antritt, auch US-Präsident Donald Trump verschärfte seine Drohungen und sagte, Mojtaba Khamenei werde nicht »in Frieden leben« können und warnte den Iran, sich auf »Tod, Feuer und Zorn« gefasst zu machen.
