Iran signalisiert Bereitschaft zu neuem Konflikt mit Israel

Khamenei-Berater Yahya Rahim Safavi droht Israel mit einer neuen Eskalation des Konflikts

Die iranische Führung bezeichnet die derzeitige Ruhe nicht als Waffenstillstand, sondern als fragile Phase im Krieg mit Israel und droht mit Raketenangriffen auf Europa und die USA.

Der Berater des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei, Yahya Rahim Safavi, ein ehemaliger Kommandeur der Islamischen Revolutionsgarde, hat unlängst einen weiteren Krieg mit Israel nicht ausgeschlossen und gewarnt, dass die derzeitige Situation eher eine instabile Phase als ein Waffenstillstand sei und jederzeit eskalieren könne. »Wir befinden uns derzeit nicht in einem Waffenstillstand, sondern in einer besonderen Kriegsphase, und diese könnte jeden Moment kollabieren. Es gibt kein Protokoll und keine Vereinbarung zwischen uns und den Israelis oder zwischen uns und den Amerikanern.«

Safavi betonte die Notwendigkeit für den Iran, seine Offensiv- und Defensivfähigkeiten zu stärken, darunter diplomatische Beziehungen, Cyberoperationen, das Raketen- und Drohnenarsenal, und erklärte: »Wir glauben, dass jeder, der Frieden will, sich auf den Krieg vorbereiten muss und dass die beste Verteidigung der Angriff ist.«

Das Fehlen eines formellen Waffenstillstandsabkommens zwischen Israel und dem Iran ist insofern bemerkenswert, als die derzeitige Waffenruhe auf Vereinbarungen basiert, die von US-Präsident Donald Trump und seinem Gesandten Steve Witkoff unter Beteiligung Katars ausgehandelt wurden.  Israel bestätigte den Beginn des Waffenstillstands in einer Erklärung: »Da die Ziele der Operation erreicht wurden und in voller Abstimmung mit Präsident Trump, hat Israel seinem bilateralen Waffenstillstandsangebot zugestimmt.«

Angebote und Drohungen

Vergangene Woche hatte der iranische Vizepräsident Mohammad-Reza Aref angedeutet, Teheran könnte direkte Atomgespräche mit den USA in Betracht ziehen, wenn die Bedingungen stimmen. Was der Iran unter solch passenden Bedingungen versteht, wurde klar, als er im selben Atemzug die Forderungen nach einer Einstellung der Urananreicherung als »Witz« zurückwies. Arefs Äußerungen folgten auf heftige Reaktionen auf die Unterstützung von Präsident Masoud Peseschkian für die Wiederaufnahme von Verhandlungen. »Sie wollen nicht reden? Nun, was wollen Sie dann tun? Krieg führen? Verhandlungen zu führen, bedeutet nicht, dass wir uns ergeben wollen«, wandte sich Aref an die Kritiker Peseschkians.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, befürworte der Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei eine Rückkehr zu den Verhandlungen, da das Regime aktuell sein unmittelbares Überleben vor einer langfristigen Strategie priorisiere und Verhandlungen als einzigen Weg sehe, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.

Das Parlamentsmitglied Amir Hayat-Moqaddam drohte jedoch mit weiteren Angriffen, als er sagte, iranische Raketen könnten über das Meer weit in Europa eindringen und schließlich auch amerikanische Städte erreichen. »Vielleicht wird unsere nächste Rakete Washington direkt treffen. Wir können Amerika vom Meer aus angreifen. Die Luftwaffe der Revolutionsgarde hat zwanzig Jahre lang daran gearbeitet, Angriffe von iranischen Schiffen aus zu ermöglichen, und obwohl wir diese Technologie noch nicht erreicht haben, ist sie in greifbarer Nähe«, sagte er gegenüber iranischen Medien.

Da die USA zehntausend Kilometer vom Iran entfernt sind, müssten iranische Marineschiffe bei der momentanen Raketenreichweite bis auf zweitausend Kilometer heranfahren, um Angriffe zu starten. Frühere Marineeinsätze, darunter eine Fahrt nach Venezuela im Jahr 2021 und ein Versuch in Richtung Panamakanal im Jahr 2023, unterstreichen das wachsende Einsatzgebiet des Irans. »Selbst jetzt befinden sich alle europäischen Länder in Reichweite unserer Raketen. Mit den vorhandenen Raketen können wir Frankreich, Deutschland, Großbritannien und ganz West- und Osteuropa treffen«, drohte der Abgeordnete.

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