Während Teheran erst eine Ausweitung seiner Offensive am Golf andeutete, nahmen iranische Medien die Meldungen später wieder zurück und sprachen von einem Fehler.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Angriffe der Islamischen Republik auf ihre Nachbarländer berichteten staatliche Medien am Sonntag, dass iranische Streitkräfte mindestens einen Drohnenangriff auf einen Militärstützpunkt in der Nähe von Bagdad durchgeführt hätten, möglicherweise auf ein dortiges US-Logistikzentrum.
Nach dem Bericht der offiziellen iranischen Nachrichtenagentur IRNA sei der Drohnenangriff auf eine »Militärbasis in der Nähe des internationalen Flughafens von Bagdad« gerichtet gewesen. Laut der Nachrichtenagentur AFP führte der Iran über Nacht mindestens acht Angriffe durch, die auf ein US-Logistikzentrum an dem Standort in der Nähe des Flughafens abzielten, wobei die Meldung keine Auskunft darüber gab, ob jemand verletzt wurde.
Über iranische Angriffe berichteten am frühen Sonntagmorgen auch die Verteidigungsministerien der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens, zwei der Länder, die seit Beginn der gemeinsamen Militäroperation Israels und der USA gegen das iranische Regime am 28. Februar am häufigsten von Teheran ins Visier genommen wurden.
Warnung zurückgezogen
Ungewöhnlicherweise veröffentlichte auch der staatliche iranische Rundfunk IRIB am Samstag einen Beitrag, wonach das Militär der Islamischen Republik die Einwohner von Doha in Katar empfohlen habe, sich in Sicherheit zu bringen, was darauf hindeutet, dass die Islamische Republik das Tempo ihrer Raketen- und Drohnenangriffe auf Katar erhöhen könnte. Bald darauf veröffentlichte IRIB jedoch eine Richtigstellung und löschte den Bericht von seiner Website, da er »aufgrund unbestätigter inländischer Quellen irrtümlich veröffentlicht worden« sei, wie die regimekritische Nachrichtenseite Iran International berichtete.
Am Samstag zog auch die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim einen früheren Bericht zurück, wonach Teheran eine umfassende Evakuierungswarnung für die katarische Hauptstadt Doha herausgegeben habe. Die Berichte waren ungewöhnlich, da der Iran für andere Städte, die er ins Visier nimmt, keine solchen Evakuierungswarnungen herausgegeben hat. Katar hat dem Iran gegenüber in der Vergangenheit eine wohlwollendere Haltung gezeigt hat als einige seiner arabischen Nachbarn am Persischen Golf und wurde im aktuellen Krieg auch weitaus seltener ins Visier genommen als andere Golfstaaten.
Nach Angaben des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) der Universität Tel Aviv hat der Iran etwa dreihundert Geschosse auf Katar abgefeuert, verglichen mit rund zweitausend auf die Vereinigten Arabischen Emirate, etwa tausend auf Israel und etwa sieben- bzw. fünfhundert auf Kuwait und Saudi-Arabien. Auf Bahrain wurden laut derselben Quelle etwa dreihundertsiebzig Geschosse abgefeuert.
Neben mindestens bislang siebzehn Toten in Israel haben die Angriffe des Irans laut INSS vierundfünfzig Menschen in anderen Teilen des Nahen Ostens getötet. Die Angriffe auf die Nachbarländer des Irans werden weithin als Teil eines Versuchs der Islamischen Republik angesehen, internationalen Druck auf die USA und Israel auszuüben, damit diese ihre Angriffe einstellen oder zurückfahren. Die Islamische Republik hat unter anderem US-Streitkräfte in den Nachbarländern ins Visier genommen.
