Der Iran steckt hinter Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in Lüttich und Antwerpen

Iranischer Anschlag: Soldaten vor der angegriffenen Synagoge im belgischen Lüttich
Iranischer Anschlag: Soldaten vor der angegriffenen Synagoge im belgischen Lüttich (© Imago Images / Belga)

Nachdem ein Hauptverdächtiger des von Iranern geführten Netzwerks kürzlich in der Türkei festgenommen worden war, konnte Belgien keine Anschlagsversuche mehr verzeichnen.

Der Iran stehe hinter dem Bombenanschlag auf eine Synagoge in Lüttich und dem Brandanschlag im jüdischen Viertel von Antwerpen im März. Der Leiter der belgischen Koordinierungsstelle für Bedrohungsanalyse (CUTA), Gert Vercauteren, erklärte gegenüber dem französischsprachigen öffentlich-rechtlichen Sender RTBF, dass die Täter »mit Sicherheit« auf Befehl Teherans gehandelt hätten. Er sagte, die Anschläge auf jüdische Einrichtungen seien Teil einer koordinierten Kampagne und keine Einzelfälle.

Am 9. März wurde kurz vor vier Uhr morgens vor der Synagoge von Lüttich in der Rue Léon Frédéricq ein Sprengsatz gezündet. In derselben Woche wurde im jüdischen Viertel von Antwerpen ein Auto in Brand gesetzt. Bei keinem der beiden Anschläge wurde jemand verletzt. Dem RTBF-Bericht zufolge fielen die Anschläge in Belgien mit einer Reihe von Anschlagsplänen in den Niederlanden zusammen, darunter ein vereitelter Bombenanschlag auf eine Synagoge in Heemstede, einer Kleinstadt etwa zwanzig Kilometer westlich von Amsterdam.

Ein Hauptverdächtiger des Netzwerks wurde kürzlich in der Türkei festgenommen. Seitdem haben die belgischen Sicherheitsdienste keine Anschläge mehr verzeichnet, heißt es in dem Bericht.

Zunehmende Tätigkeit in Europa

Im vergangenen Jahr verurteilten die Vereinigten Staaten und dreizehn europäische Länder iranische Versuche, Oppositionelle und jüdische Persönlichkeiten unter Druck zu setzen. »Wir stehen vereint in unserer Ablehnung der Versuche iranischer Geheimdienste, Menschen in Europa und Nordamerika zu töten, zu entführen und zu bedrohen – was einen klaren Verstoß gegen unsere Souveränität darstellt«, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Das Regime in Teheran »arbeitet zunehmend mit internationalen kriminellen Organisationen zusammen, um Journalisten, Dissidenten, jüdische Bürger sowie amtierende und ehemalige Amtsträger ins Visier zu nehmen. Das ist inakzeptabel.«

Im Jahr 2024 erklärte der schwedische Geheimdienst SÄPO, der Iran könnte Terroranschläge auf israelische Ziele in Skandinavien orchestriert haben. Die Erklärung erfolgte kurz nach zwei Explosionen, die vermutlich durch Handgranaten verursacht wurden und sich in der Nähe der israelischen diplomatischen Vertretung in Dänemark ereigneten, wenige Tage nachdem in der Umgebung der Botschaft in Schweden Schüsse fielen. Der SÄPO-Einsatzleiter Fredrik Hallström merkte damals an, dass »es einige Anhaltspunkte gibt, die in diese Richtung [einer Beteiligung Teherans an den beiden Anschlägen] deuten könnten.«

Auch der israelische Geheimdienst Mossad hat erklärt, dass die Islamische Republik hinter einer Reihe von Terroranschlägen steckt, die von kriminellen Banden auf israelische Botschaften in ganz Europa, darunter auch in Schweden, verübt wurden.

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