Im Rahmen laufender Operationen zur Bekämpfung von Schmuggelnetzwerken und zur Zerschlagung organisierter krimineller Banden haben irakische Behörden seit Anfang des Jahres 2,8 Tonnen Betäubungsmittel beschlagnahmt.
Der Sprecher des irakischen Innenministeriums, Miqdad Miri, gab in einem Video auf X bekannt, dass die Behörden von Januar bis Oktober etwa 2,8 Tonnen Betäubungsmittel beschlagnahmt hätten. Ferner hätten irakische Gerichte Urteile gegen 6.045 Angeklagte verhängt, darunter 348 lebenslange Freiheitsstrafen und 86 Todesurteile. In den letzten Monaten intensivierte der Irak seine Bemühungen zur Bekämpfung des grenzüberschreitenden Drogenhandels durch die Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden im gesamten Nahen Osten. Jüngste Operationen erstreckten sich dabei von der Region Kurdistan bis in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und nach Libyen.
Miri erklärte, die Generaldirektion für Betäubungsmittel und Psychopharmaka führe weiterhin Sicherheitsoperationen gegen internationale Drogenhandelsnetzwerke durch, um Drogenhändler zu verfolgen und deren Aktivitäten zu unterbinden. Die Operationen stützten sich auf »präzise Erkenntnisse und eine gemeinsame Sicherheitskoordination mit den entsprechenden Sicherheitsbehörden in befreundeten Ländern«, betonte er die Bemühungen, Schmuggel zu verhindern und die Beteiligten zu verfolgen.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Im Rahmen der im Oktober durchgeführten Operationen half der irakische Geheimdienst den libyschen Behörden dabei, etwa 1,2 Millionen Captagon-Tabletten zu beschlagnahmen und einen libyschen Verdächtigen festzunehmen. In den VAE beschlagnahmten die Behörden weitere 200.000 Captagon-Tabletten und nahmen die Beteiligten fest – auf der Grundlage irakischer Geheimdienstinformationen, die laut Miri »dazu beigetragen haben, Schmuggeloperationen zu vereiteln«.
In irakischen Hoheitsgewässern führten zwei separate Operationen unter Beteiligung von Marinekräften und Geheimdienst-Einheiten im Oktober zur Beschlagnahmung von 120 Kilogramm Betäubungsmitteln und zur Festnahme von sechs ausländischen Verdächtigen. Bei einer Operation Anfang Oktober beschlagnahmten die Behörden 90 Kilogramm Haschisch. Mitte Oktober führte eine zweite Operation zu einer bewaffneten Auseinandersetzung auf See und der darauffolgenden Sicherstellung von 30 Kilogramm Betäubungsmitteln. Miri erklärte, die Operation zeige die Entschlossenheit der Behörden, »Schmuggelnetzwerke und den Drogenhandel auch auf offener See weiter zu verfolgen«.
Die Drogenbekämpfungsbehörde der Provinz Ninive beschlagnahmte gemeinsam mit ihrer Partnerbehörde in Sulaimani »50 Kilogramm Captagon-Pillen und nahm einen der Schmuggler fest«. In Khanaqin in der Provinz Diyala führte eine gemeinsame Operation von Drogenbekämpfungseinheiten aus Anbar und Diyala am Mittwoch zur Festnahme von zwei mutmaßlichen Schmugglern und zur Beschlagnahmung von 600.000 Captagon-Pillen mit einem Gewicht von etwa 105 Kilogramm. Die Verdächtigen wurden auf frischer Tat ertappt, und die Pillen waren laut Miri »für den Schmuggel in ein Nachbarland bestimmt«.
In einer Ansprache an die irakische Bevölkerung betonte Miri, das Innenministerium sei weiterhin entschlossen, »gegen Schmugglernetzwerke vorzugehen, organisierte kriminelle Banden zu zerschlagen und die Sicherheit des Landes und seiner Bürger zu gewährleisten«.
Unabhängig davon gab die irakische Militärgeheimdienstdirektion am Montag die Festnahme von zwei Verdächtigen in den Provinzen Anbar und Kirkuk im Rahmen separater Operationen gegen den Drogenhandel bekannt. In einer Erklärung, die von der staatlichen irakischen Nachrichtenagentur (INA) verbreitet wurde, teilte der Dienst mit, dass die Festnahmen auf »präzisen Geheimdienstinformationen« und Überwachungsmaßnahmen vor Ort beruhten, die es den Sicherheitskräften ermöglichten, die Verdächtigen aufzuspüren und zu lokalisieren.
