Bei vergangenen Landungen in Tel Aviv hatte der omanische Staatsbürger Informationen gesammelt, um die Durchführung seines Anschlags vorzubereiten.
Hamam al-Hammami, der Copilot, dem vorgeworfen wird, versucht zu haben, ein nach Israel fliegendes flydubai-Flugzeug zu entführen und zum Absturz zu bringen, gab während des Verhörs an, er habe recherchiert, welche Fluggesellschaften Strecken nach Tel Aviv bedienen, und sich daraufhin für Flydubai entschieden. Dies teilte eine israelische Quelle am Sonntag der Jerusalem Post mit.
»Ich habe versucht, bei all diesen Fluggesellschaften eine Anstellung zu bekommen. Ich habe die Operation bereits geplant, noch bevor ich von der Firma eingestellt wurde«, sagte der Pilot während des Verhörs. »Mein Traum war es, auf den Ben-Gurion-Flughafen zu stürzen.«
In den letzten Monaten hatte Hammami im Rahmen seiner Tätigkeit als Pilot regelmäßig den Ben-Gurion-Flughafen angeflogen. Eine seiner letzten Landungen in Israel fand etwa im Juli statt, was er dazu nutzte, Informationen zu sammeln und die Durchführung des Anschlags vorzubereiten. Nur Tage später flog er mit einem Flugzeug nach Israel, in der Absicht, es auf israelischem Staatsgebiet zum Absturz zu bringen. Aufgrund seiner engen Beziehung zu einem der Besatzungsmitglieder überkam ihn jedoch eine Gewissenskrise, und er verschob den Anschlag auf Ende September.
Hammami plante außerdem, absichtlich in Wolkenkratzer in Tel Aviv zu stürzen, berichtete die italienische Zeitung Corriere della Sera am Sonntag unter Berufung auf den israelischen Geheimdienst. Hammamis Plan war es, den Piloten, Kapitän Smit Machchhar, zu töten, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Dann wollte er auf der geplanten Route nach Tel Aviv fliegen und das Flugzeug dort auf Gebäude in der Stadt stürzen lassen.
Wegen extremistischer Ansichten entlassen
Die israelischen Behörden gehen davon aus, dass Hammami ein Einzeltäter war, der versuchte, das Flugzeug aus eigener Initiative zum Absturz zu bringen. Er soll nicht auf Befehl einer Terrororganisation gehandelt haben, teilte eine Quelle der Jerusalem Post mit. Hammami hatte zuvor bei Oman Air gearbeitet, bevor er wegen seiner islamistischen Ansichten entlassen wurde. Acht Monate sei er dann von flydubai eingestellt worden, wie der Corriere della Sera berichtet.
Die australischen Behörden untersuchen derzeit, ob Hammami während seines Aufenthalts im Land radikalisiert worden war. »Das Victorian Joint Counter Terrorism Team (VIC JCTT) kann bestätigen, dass es die Verbindungen des Mannes zu Australien untersucht. Zu gegebener Zeit werden weitere Informationen bereitgestellt«, sagte ein Sprecher der australischen Bundespolizei. Die Financial Times berichtete am Sonntag unter Berufung auf zwei mit den Ermittlungen vertraute Personen, dass Hammami während seines Aufenthalts in Australien angeblich radikale Moscheen und extremistische Websites besucht habe. Laut der FT führten die australischen Geheimdienste eine Akte über den Mann.
