Dies erklärte der türkische Präsident gegenüber dem Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, der sich auf einem zweitägigen Besuch in Ankara befand.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan versprach am Mittwoch, sich »entschlossen« für einen »souveränen und territorial zusammenhängenden« palästinensischen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt einzusetzen, wie der staatliche türkische Nachrichtensender TRT berichtete.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Ankara mit dem Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, warf Erdoğan dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor, er versuche, »Palästina aus der gemeinsamen Agenda der Menschheit zu streichen, indem er aus dem Chaos und neuen Konflikten in der Region Profit schlägt«. Das werde den Israelis aber nicht gelingen, fügte er hinzu.
Erdoğan erklärte, Ankara lehne das, was er als Provokationen zur Änderung des Status quo an der Al-Aqsa-Moschee und anderen heiligen Stätten in Jerusalem bezeichnete, »entschieden ab« und warf dem jüdischen Staat »rechtswidrige Handlungen« im Westjordanland vor. Der türkische Staatschef forderte zudem die Schaffung von Voraussetzungen für den Wiederaufbau des Gazastreifens und versprach, die Bemühungen »zur Unterstützung des palästinensischen Volkes und zur Verteidigung seiner Rechte« fortzusetzen.
Abbas-Besuch
Mahmud Abbas traf am Dienstagnachmittag zu einem zweitägigen Besuch in Ankara ein, wie die offizielle Nachrichtenagentur Wafa aus Ramallah berichtete. Dem Bericht zufolge wurde der PA-Vorsitzende am Flughafen vom türkischen Handelsminister Ömer Bolat und dem Gesandten der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ankara, Nasri Abu Jaish, empfangen.
Wafa teilte mit, dass zur PA-Delegation das Mitglied des PLO-Exekutivkomitees Ziad Abu Amr gehörte, ebenso wie Majed Faraj, der dem Fatah-Zentralkomitee angehört und Leiter des Geheimdiensts in Ramallah ist; sowie die Abbas-Berater Majdi al-Khaldi und Mahmud al-Habbash.
Das israelische Außenministerium warf Erdoğan am Dienstag eine »grenzenlose« militärische Aggression vor. So besetze Ankara rund 36 Prozent von Zypern, fünf Prozent von Syrien und 2.000 Quadratkilometer des Irak, wobei Tausende türkischer Soldaten in den drei Ländern stationiert seien. Das Ministerium stellte seinen Vergleich vor dem Hintergrund der türkischen Kritik an Israel an und schrieb: »Die Türkei hat die Dreistigkeit, Israel zu kritisieren. Aber wie sehen die Fakten vor Ort aus?« Israel hingegen »kontrolliere vorübergehend lediglich 0,1 Prozent von Syrien« und dies lediglich als »Pufferzone zum Schutz seiner Bürger vor nachgewiesenen Sicherheitsbedrohungen«.
