Hamas ruft zur Eskalation der Terroranschläge in der Westbank auf

Hamas will Terror eskalieren: Israelische Grenzpolizei im Einsatz an der israelischen Trennmauer zum Westjordanland
Hamas will Terror eskalieren: Israelische Grenzpolizei im Einsatz an der israelischen Trennmauer zum Westjordanland (Quelle: JNS)

Israelische Experten warnen vor der aktiven Infrastruktur der Hamas im Westjordanland und kritisieren die Palästinensische Autonomiebehörde für ihre Untätigkeit.

Josh Hasten

Die Hamas ruft zu einer Eskalation der Terroranschläge gegen israelische Zivilisten und Sicherheitskräfte im Westjordanland auf. Dies geht aus einem Social-Media-Beitrag hervor, der letzte Woche vom »Judea and Samaria Situation Room« (JSR) geteilt wurde, einer zentralen Quelle für Echtzeit-Updates zu den Entwicklungen in der Region.

Laut JSR kursierte auf dem arabischen Telegram-Kanal »Fida’i Filastin«, der mit der Hamas und anderen Terrororganisationen in Verbindung steht, ein Plakat, das zu vermehrten Anschlägen im Westjordanland aufruft. Das Posting fordert sowohl organisierte Anschläge als auch Angriffe von Einzeltätern, mit dem erklärten Ziel, das Sicherheitsgefühl der Israelis zu untergraben. Es enthält ein Zitat von Saleh al-Arouri, dem ehemaligen stellvertretenden Leiter des Politbüros der Hamas, der im Januar 2024 getötet wurde: »Schlagt überall zu; sie müssen überall ihr Sicherheitsgefühl verlieren.«

Das Plakat zeigt zudem einen Terroristen, der ein Messer in der Hand hält. Daneben befindet sich ein auf dem Kopf stehendes rotes Dreieck – jenes Symbol, das in der Hamas-Propaganda zur Kennzeichnung von Zielen verwendet wird.

Gut organisiert finanziert

Der Leiter der Palestinian Authority Accountability Initiative am Jerusalem Center for Security and Foreign Affairs (JCFA), Maurice Hirsch, erklärte gegenüber JNS, dass die Hamas im Westjordanland über eine umfangreiche, gut finanzierte terroristische Infrastruktur verfüge. Aktivisten würden kontinuierlich weitere Anschläge planen und Gelder lukrieren. Hirsch verwies auf Dutzende von der Hamas dominierte Organisationen, die unter dem Deckmantel von Wohltätigkeitsorganisationen operieren, als Kanäle dienen, um Gelder in den Terrorismus zu leiten.

Diese Organisationen betätigten sich zudem in der Da’wah, also der islamischen Missionierung, die von der Hamas genutzt werde, um Palästinenser zu indoktrinieren und ihre Ideologie zu verbreiten. »Die Infrastruktur ist gut organisiert und finanziert und arbeitet ununterbrochen daran, weitere Terroranschläge zu planen und durchzuführen«, sagte Hirsch. Die Palästinensische Autonomiebehörde unternehme nichts, um der Hamas entgegenzutreten, selbst in jenen Gebieten der Westbank, die unter ihrer Sicherheitskontrolle stehen.

Auch der Vorsitzende des Regionalrats von Binyamin und des Yesha-Rats, Yisrael Ganz, erklärte gegenüber JNS, dass die Hamas im Westjordanland weiterhin aktiv terroristisch präsent sei. Damit widersprach er den Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron vom 22. September vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen. In seiner Rede hatte Macron die Aktivitäten der Gruppe in der Region heruntergespielt – trotz ihrer langen Geschichte tödlicher Anschläge gegen israelische Zivilisten und Sicherheitskräfte. Macron ging so weit, zu behaupten, dass »die Hamas im Westjordanland nie aktiv gewesen sei«, was Kritik seitens israelischer Amtsträger hervorrief.

Mehr als einen Monat später habe Macron laut Ganz seine Aussage immer noch nicht korrigiert und sich auch noch nicht bei den Familien der Israelis entschuldigt, die bei Hamas-Anschlägen im Westjordanland ermordet wurden. Ganz verwies auf mehrere Terroropfer, darunter den französischen Staatsbürger Netanel Shukrun. Der Vater von sechs Kindern wurde im September 2026 ermordet, als ein Hamas-Terrorist das Feuer auf sein Fahrzeug eröffnete, während er und sein ältester Sohn die Ein-Raya-Quelle in der Nähe von Neve Tzuf verließen, wo sie sich vor Jom Kippur baden wollten. Shukrun wurde getötet, während sein Sohn den Mord miterleben musste.

Zu den weiteren von Ganz genannten Opfern gehörten Lucy Dee und ihre Töchter Maia und Rina, die im April 2023 bei einem Schusswaffenangriff von Hamas-Terroristen in der Nähe der Hamra-Kreuzung im Jordantal ermordet wurden, als sie während des Pessachfestes auf dem Weg nach Tiberias waren. Er wies zudem darauf hin, dass im Juni 2023 zwei Hamas-Terroristen im Restaurant »Hummus Eliyahu« und an einer angrenzenden Tankstelle in der Nähe von Eli in Samaria das Feuer eröffneten und dabei Harel Masoud, Elisha Antman, Ofer Fayerman und Nachman Mordoff töteten.

Ganz bezeichnete Macrons anhaltendes Schweigen als »eine moralische Schande und eine unerträgliche Verachtung gegenüber den Hinterbliebenen und den Opfern des Terrorismus«. Er forderte den französischen Präsidenten auf, seine Äußerungen zurückzunehmen und sich bei den Familien zu entschuldigen. »Wir werden nicht zulassen, dass er die Geschichte oder das Blut der Ermordeten auslöscht.«

Totaler Kampf gegen Israel

Yehuda Yemini, politischer Psychologe, Nahost-Experte und Autor des Buches »Es ging nie um Territorium: Israel, Islam und was dem Frieden im Nahen Osten wirklich im Wege steht«, erklärte gegenüber JNS, dass die Hamas Terrorzellen in der Westbank gegründet und schließlich eine lokale Führung aus hochrangigen Aktivisten aufgebaut habe, die den Kontakt zur Führung der Gruppe im Gazastreifen aufrechterhält.

Nach dem Tod des Hamas-Gründers Scheich Ahmed Yassin im Jahr 2004 sei diese lokale Führung in ihren Operationen zunehmend unabhängiger geworden, erklärte Yemini. Die Ideologie sei jedoch unverändert geblieben: ein totaler Kampf gegen Israel. »Die Aussage des französischen Präsidenten Macron, die Hamas sei nur im Gazastreifen aktiv, entspricht eindeutig nicht der Wahrheit. Meiner Meinung nach kennt Macron die Realität ebenfalls; er versucht lediglich, den Islamisten zu schmeicheln, die sein Land in Brand setzen.«

Der Text erschien auf Englisch zuerst beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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