Die Zusammenarbeit der beiden Staaten habe große regionale Bedeutung, erklärte der Präsident der international nicht anerkannten Republik Somaliland.
Wie das israelische Außenministerium am Sonntag mitteilte, überreichte Israels Botschafter in Somaliland, Michael Lotem, letzte Woche in Hargeisa sein Beglaubigungsschreiben. Die historische Zeremonie im Präsidentenpalast markiert nicht nur die Entsendung des ersten israelischen Diplomaten in das Land am Horn von Afrika, sondern auch die Ernennung des ersten in Somaliland akkreditierten Botschafters eines souveränen Staates.
In der Erklärung des israelischen Außenministers Gideon Sa’ar hieß es: »Israel ist entschlossen, seine Beziehungen zu Somaliland auszubauen und zu stärken. Die Ernennung von Botschaftern gemäß der Vereinbarung, die bei der gegenseitigen Anerkennung unserer Länder getroffen wurde, ist ein weiterer entscheidender Schritt zur Vertiefung unserer Beziehungen.« Nach der angesprochenen Anerkennung am 26. Dezember 2025 war Sa’ar im Januar 2026 in Somaliland zu Gast. Das afrikanische Land wiederum eröffnete während des Besuchs von Präsident Abdirahman Mohamed Abdullahi in Israel im Juni 2026 seine Botschaft in Jerusalem.
Sicherheitskooperation
Der vom Präsidialamt der Republik Somaliland betriebene X-Account veröffentlichte Aufnahmen von der Zeremonie, die letzte Woche stattfand. In einer gemeinsamen Pressekonferenz begrüßte Abdullahi den israelischen Botschafter: »Dies ist ein historischer Tag. Heute ist der erste Tag, an dem ein Präsident Somalilands die Beglaubigungsschreiben eines Botschafters entgegennimmt – von einem Mitglied der Vereinten Nationen, das Somaliland anerkannt hat.«
Jeder Einwohner Somalilands werde diesen Tag in seinem Gedächtnis und seinen Erinnerungen bewahren, sagte Abdullahi, der die Ernennung des israelischen Diplomaten als »deutlichen Beweis« dafür bezeichnete, »wie eng unsere Länder zusammenwachsen«. Der Vorgang verdeutliche »unsere gemeinsame Entschlossenheit, eine dauerhafte und für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft aufzubauen, die auf gemeinsamen Interessen, gegenseitigem Respekt und einer gemeinsamen Zukunftsvision beruht.«
Die Zusammenarbeit zwischen Israel und Somaliland »sei von großer regionaler und internationaler Bedeutung«, sagte der Präsident unter Bezug auf eine mögliche Sicherheitskooperation am Horn von Afrika. Somaliland am Golf von Aden, gegenüber dem Jemen, von wo aus die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen die Schifffahrt im Roten Meer bedrohen.
Im September hatte Abdullahi erklärt, er baue darauf, dass die Sicherheitszusammenarbeit mit Israel bis Ende des Jahres beginnen werde. Bei einer Pressekonferenz zum Abschluss eines zweiwöchigen Besuchs in Washington ließ der Präsident von Somaliland die Möglichkeit einer israelischen Militärpräsenz in dem Land offen, das von den meisten Ländern der Welt, einschließlich der Vereinigten Staaten, nach wie vor als Teil Somalias angesehen wird.
»Meine Priorität ist Wasser«, sagte Abdullahi damals. Israel »hat fünfzig Wasserbauingenieure aus Somaliland geschult, und diese werden einige Wasserprojekte in Angriff nehmen, darunter die Meerwasserentsalzung in Berbera. Hoffentlich wird noch vor Jahresende eine Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich beginnen«, erklärte er damals gegenüber Reportern. Berbera ist der wichtigste Hafen von Somaliland, das 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia erklärt hatte.
