Irans Präsident Peseschkian will Energiebeziehungen mit Russland vertiefen

Der iranische Präsident Peseschkian am achten Gipfeltreffen des Forums der gasexportierenden Länder in Moskau
Der iranische Präsident Peseschkian am achten Gipfeltreffen des Forums der gasexportierenden Länder in Moskau (© Imago Images SNA)

Der iranische Präsident Masoud Peseschkian traf am Montag in Moskau ein, um die Energiezusammenarbeit mit Russland voranzutreiben. Dabei strebt er die Umsetzung eines umfassenden strategischen Abkommens an, da beide Länder angesichts eskalierender US-Sanktionen bestrebt sind, ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken.

Masoud Peseshckian wird am achten Gipfeltreffen des Forums der gasexportierenden Länder (GECF) teilnehmen. Bei seiner Ankunft kritisierte der iranische Präsident gegenüber Reportern die einseitige Politik Washingtons und forderte eine engere Zusammenarbeit mit Moskau und anderen Ländern. »Das Problem liegt im Unilateralismus der USA, der darauf abzielt, seine Interessen durch Einschüchterung durchzusetzen. Gemeinsam mit Russland und weiteren Nationen streben wir die Verwirklichung des Multilateralismus in der Welt an«, sagte er laut dem iranischen Staatssender IRIB bei seiner Ankunft am Moskauer Flughafen Vnukovo.

Peseschkian fügte hinzu, dass sich die Beziehungen zwischen Teheran und Moskau »erheblich ausgeweitet« hätten, und wies darauf hin, dass die beiden Länder bereits über die Ausarbeitung von Absichtserklärungen hinausgegangen seien und nun einen umfassenden strategischen Vertrag unterzeichnet hätten. »Wir bemühen uns, Vereinbarungen in allen Bereichen – Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Sicherheit und Politik – in die Praxis umzusetzen.«

Peseschkians Besuch folgt auf sein Treffen mit einer Delegation hochrangiger saudischer, türkischer und pakistanischer Vertreter am Montag in Teheran, bei dem es um regionale Sicherheitsgespräche ging. Während der Gespräche betonte er, wie wichtig es sei, Transaktionen in nationalen Währungen abzuwickeln, um die Wirksamkeit einseitiger US-Sanktionen zu verringern. »Länder sollten Transaktionen in ihren eigenen Währungen oder in von beiden Seiten vereinbarten Währungen abwickeln, damit einseitige US-Sanktionen keine Wirkung entfalten können«, zitierten ihn iranische Staatsmedien nach seinem Treffen mit Mitgliedern des Mekka-Pakts.

Während seines Besuchs auf dem Gipfel in Russland soll der iranische Präsident Vorschläge zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den großen energieproduzierenden Nationen vorlegen. Laut IRIB wird er voraussichtlich auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und anderen teilnehmenden Staatschefs zusammentreffen, um den Ausbau der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu erörtern.

US-Drohungen

Während der Peseschkian versucht, die Beziehungen zu Ländern wie Russland zu stärken, sagte der US-Finanzminister Scott Bessent in einem Interview mit dem in London ansässigen persischen Nachrichtensender Iran International, dass die Iraner »anfangen sollten, Heizöl zu horten. Es wird zu einer großen Heizölknappheit kommen. Was Benzin angeht, sollte jeder jetzt seine Tanks vollfüllen.« Bessent meinte, dass die iranische Wirtschaft bis Ende März 2027 um 25 Prozent schrumpfen werde, und riet der iranischen Bevölkerung, keine Steuern zu zahlen, da sie »von der Regierung nichts zurückbekommen« würden.

Währenddessen wägt US-Präsident Donald Trump weiterhin Verhandlungen mit Teheran gegen die Möglichkeit erneuter militärischer Maßnahmen ab. »Sie wurden noch nie so hart getroffen. Und jetzt lautet meine Frage: Schließe ich einen Deal mit ihnen ab oder mache ich sie fertig? Das ist meine – das ist die einzige Frage. Schließe ich einen Deal ab oder mache ich sie fertig?«, sagte Trump am Sonntag gegenüber Fox News.

Teheran hat unterdessen bekräftigt, weiterhin offen für Verhandlungen zu sein, warnte jedoch, dass es bereit sei, sich zu verteidigen, sollten die Feindseligkeiten wieder aufgenommen werden. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagte am Sonntag, Teheran habe die Diplomatie nicht aufgegeben und über Vermittler würden Botschaften übermittelt.

Mitte Juni unterzeichneten die Vereinigten Staaten und der Iran eine von Pakistan und mit der Unterstützung Katars vermittelte Absichtserklärung. Damit sollte ein Rahmen für die Beendigung der Feindseligkeiten und die Ausarbeitung eines umfassenderen Abkommens geschaffen werden, wie es damals hieß. Die Vereinbarung führte jedoch nicht zu einer dauerhaften Lösung.

In der Folge eskalierten die militärischen Spannungen: Die Vereinigten Staaten nahmen Mitte Juli ihre Seeblockade iranischer Häfen wieder auf und führten Angriffe auf Militärziele der Islamischen Republik durch, während die Ölexporte Teherans auf null gesunken sind. Die iranischen Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus haben seit Anfang Oktober deutlich zugenommen. Laut dem Washington Institute wurden mindestens dreißig solcher Attacken bestätigt, womit dieser Monat die höchste Zahl an Vorfällen seit März verzeichnet.

Bleiben Sie informiert!
Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhalten. Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren.

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung.
Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte
oder direkt über Ihren PayPal Account.