Metallica wollen ihr Publikum nicht indoktrinieren. Sie bleiben damit ihrer Linie treu – auch gegenüber Israelboykotten.
Die Heavy-Metal-Band Metallica ist momentan in der »Sphere« zu Gast, einem spektakulären Veranstaltungsort in Las Vegas, wo sie bis zum März 2027 eine Vielzahl an Auftritten absolvieren wird. Zum Auftakt der Konzertreihe bedankte sich Metallica-Frontmann James Hetfield bei den Menschen im Publikum mit einer kurzen Ansprache: »Sofern ihr nicht in Vegas wohnt, habt ihr einen weiten Weg auf euch genommen, um etwas Zeit mit Metallica zu verbringen. Dafür sind wir euch sehr dankbar. Für eure Reise, das Geld, das ihr ausgegeben habt, und die Zeit, die ihr euch genommen habt. Danke, dass ihr gekommen seid, um mit uns zu feiern.«
So weit, so üblich. Doch fügte Hetfield noch hinzu: »Und ich muss einfach mal sagen: Metallica ist nicht hier, um euch – wie manch andere [Pause] ›Entertainer‹ – mit ihrem Bullshit zu beeinflussen.« Und unter dem Jubel des Publikums setzte er fort: »Wir sind hier, um den ganzen Scheiß da draußen zu vergessen. Bei Metallica dreht sich alles um Liebe, Energie und harte Musik, Baby!«
Absage an Agitation
Auch wenn Hetfield keinen Namen nannte, kann man davon ausgehen, dass der Sänger und Gitarrist mit seiner Bemerkung vor allem auf den Rapper Macklemore abzielte, der seine Bühnenpräsenz bevorzugt für israelfeindliche und antisemitische Propaganda benutzt. Erst unlängst geriet er in die Schlagzeilen, nachdem der Popmusiker Ed Sheeran ihn für seine aktuelle Tour aus dem Vorprogramm geworfen hatte. Konzertveranstalter hatten zuvor mit der Absage von Sheeran-Shows gedroht, sollte der Israelhasser Macklemore weiterhin beteiligt sein.
Macklemore ist aktuell das bekannteste Beispiel eines Künstlers, der seine Popularität für israelfeindliche Agitation benutzt, aber in der Kunst- und Musikszene wächst der Druck stetig, öffentlich vermeintlich pro-palästinensische Bekenntnisse abzulegen. Je deutlicher die Substanzlosigkeit der Verleumdungen Israels zutage tritt, umso verbissener und teils hysterischer wird Konformität zu den Lügen eingefordert. Besonders für junge, noch am Anfang ihrer Laufbahn stehende Künstler wird es immer schwieriger, dem enormen Gruppendruck zu widerstehen, der durch israelfeindliche Agitatoren wie etwa den Ex-Pink-Floyd-Bassisten Roger Waters aufgebaut wird.
Antwort auf BDS
Metallica äußern sich prinzipiell nicht politisch, und so sind von ihnen auch keine politischen Stellungnahmen zu Israel oder dem Krieg gegen die Hamas bekannt. Aber die Band gehört zu den Künstlern, die sich Forderungen nach einem Boykott von Auftritten in Israel nicht beugen: Drei Mal hat sie in ihrer Karriere bislang in Israel gespielt, das letzte Mal im Jahr 2010.
Und das, obwohl sie im Vorfeld von der antisemitischen BDS-Kampagne zur Absage der Show aufgefordert worden war. In einem offenen Brief, der ganz im Tonfall des heute grassierenden israelfeindlichen Bekenntniszwangs formuliert war, hieß es damals, dass es angesichts des »rassistischen, gewalttätigen und ungerechten israelischen Regimes« und der »israelischen Apartheid« keine Option mehr sei, »neutral zu bleiben«.
Metallica gaben zu der Boykottforderung keine Stellungnahme ab, antworteten aber auf ihre Weise: Am 22. Mai 2010 gaben sie im Stadion von Ramat Gan ein trotz gelegentlicher Tonprobleme vielumjubeltes Konzert. Sie eröffneten den Abend mit dem Song »Creeping Death« aus dem Jahre 1984. Der Song handelt von den zehn Plagen, die laut dem 2. Buch Mose die Ägypter im Vorfeld des Exodus der Israeliten heimsuchten.
