Somalilands Präsident hofft auf Sicherheitskooperation mit Israel

Somalilands Präsident Abdirahman Mohamed Abdullahi mit Israels Außenminister Gideon Saar
Somalilands Präsident Abdirahman Mohamed Abdullahi mit Israels Außenminister Gideon Saar (© Imago Images / Anadolu Agency)

Sein Land arbeite uneingeschränkt mit Israel zusammen und hoffe, dies werde Investitionen in Somaliland fördern, erklärte der Präsident der abtrünnigen Republik.

Somalilands Präsident Abdirahman Mohamed Abdullahi rechnet damit, dass die Sicherheitskooperation mit Israel bis Ende des Jahres gestartet werden könnte, nachdem Jerusalem die abtrünnige Republik im Dezember 2025 anerkannt hatte. Im Gespräch mit Reportern zum Abschluss eines zweiwöchigen Besuchs in Washington ließ Abdullahi die Möglichkeit einer israelischen Militärpräsenz in dem Land am Horn von Afrika offen, das von den meisten Ländern der Welt, einschließlich der Vereinigten Staaten, nach wie vor als Teil Somalias betrachtet wird.

Momentan liege die Priorität in der Wasserwirtschaft, sagte Abdullahi. Israel »hat fünfzig Wasserbauingenieure aus Somaliland geschult, und diese werden Wasserprojekte in Angriff nehmen, darunter die Meerwasserentsalzung in Berbera.« Die Stadt beherbergt den wichtigsten Hafen von Somaliland, das 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia erklärte.

Abdullahi und die Unterstützer Somalilands in den Vereinigten Staaten drängen auf eine stärkere Normalisierung der internationalen Kontakte des Landes, das keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten unterhält und derzeit nur von Israel anerkannt wird. Zu den angepeilten Maßnahmen gehören der Zugang zum SWIFT-Bankensystem, die Trennung der Reisehinweise des Außenministeriums für Somaliland von denen für Somalia sowie eine verstärkte militärische Zusammenarbeit.

Solch eine militärische Zusammenarbeit könnte für die Vereinigten Staaten aktuell an Bedeutung gewinnen. Denn Somaliland liegt in der Nähe des Jemen und der Meerenge von Bab al-Mandab, die von den vom Iran unterstützten Huthi-Milizen bedroht wird. »Wir haben den Vereinigten Staaten eine Partnerschaft im Sicherheitsbereich angeboten, sei es bei der Terrorismusbekämpfung, der maritimen Sicherheit oder dem Schutz von Schiffen in der Region«, erklärte Abdullahi gegenüber Reportern. »Vertreter der US-Regierung und des Kriegsministeriums haben bestätigt, dass sie sich eine Vertiefung der Beziehungen wünschen.«

Hoffnung auf Aufschwung

Während seines Aufenthalts in Washington traf Abdullahi auch mit Vertretern der jüdischen Gemeinschaft zusammen, darunter dem American Jewish Committee. Er äußerte die Hoffnung, dass diese Gespräche zu einer stärkeren wirtschaftlichen Entwicklung des Landes mit sechs Millionen Einwohnern führen könnten, das im Falle einer Unabhängigkeit zu den ärmsten Ländern der Welt zählen würde. »Wir erklären mit diesen jüdischen Organisationen, dass wir uneingeschränkt mit Israel zusammenarbeiten, und hoffentlich werden sie jüdische oder israelische Investitionen in Somaliland fördern.«

Der Präsident beschrieb einige der wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen sein Land steht. Dazu gehört vor allem seine Abhängigkeit vom Schiffsverkehr zur Erzielung von Steuereinnahmen. die infolge des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran stark eingebrochen sind. »Wegen des Krieges ist die Zahl der nach Berbera kommenden Container um 48 Prozent zurückgegangen. Wir wissen nicht, wie lange wir das noch durchhalten können, wenn das so weitergeht. Hoffentlich ist das nur ein vorübergehendes Problem. Der Krieg wird vorbei sein. Das Problem wird gelöst werden«, sagte Abdullahi. »Wir beten dafür.«

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