Jared Kushner: Entmilitarisierung von Gaza wird nicht einfach sein

Jared Kushner sprach in Kyiv auch über die US-Pläne für Gaza
Jared Kushner sprach in Kyiv auch über die US-Pläne für Gaza (© Imago Images / ABACAPRESS)

Der Friedensbeauftragte von US-Präsident Trump erklärte, Washington habe gerade erst begonnen zu begreifen, was die Entwaffnung des Gazastreifens erfordert.

Der Schwiegersohn und Friedensbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, erklärte am Sonntag, Washington beginne gerade erst zu begreifen, was für die Entmilitarisierung des Gazastreifens erforderlich sei, und bezeichnete dies als »jenseits der Vorstellungskraft«. »Die Demilitarisierung wird nicht einfach sein«, sagte Kushner auf einer Pressekonferenz in Kyiv, wo er gemeinsam mit dem US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auftrat.

Die Vereinigten Staaten hätten mehr als vier Monate lang mit der Hamas zusammengearbeitet, sagte der US-Gesandte, was dazu geführt habe, dass sich die Terrororganisation verpflichtet habe, ihre Waffen niederzulegen. »Man kann nicht hineingehen, wenn dort noch Waffen sind. Man kann keine Regierung an einen solchen Ort entsenden. Es gibt eine neue Regierung, eine palästinensische technokratische Regierung, die weder die [Palästinensische Autonomiebehörde] noch die Hamas ist – und die einen Plan für die Zukunft ausgearbeitet hat.«

Die USA und Israel seien sich über das Endziel für den Gazastreifen einig, so Kushner, arbeiteten jedoch aufgrund der bevorstehenden Wahlen in Israel weiterhin an der Klärung »einiger politischer Fragen. Sie haben gerade eine verrückte Wahl, und das lässt sie in gewisser Hinsicht ein wenig irrational handeln«, fügte er hinzu.

Niedrige Unterernährungsraten

Der Gazastreifen sei »von NGOs und Terroristen aufgebaut worden und ist seit langer Zeit ein dystopischer Ort«, sagte Kushner weiter. »Gaza hat schon sehr, sehr lange nicht mehr funktioniert.« Die Trump-Regierung habe den Gazastreifen seit dem Waffenstillstand vom Oktober 2025 mit Hilfsgütern überschüttet und die Art der Verteilung geändert. Nun habe die vom Krieg zerrüttete Enklave eine der niedrigsten Unterernährungsraten der Welt.

Die Vereinten Nationen hätten zuvor pro Person dreimal so viel für Hilfsleistungen im Gazastreifen ausgegeben wie in Syrien, merkte er an. Kushner führte die Diskrepanz auf »diesen ganzen Hilfsindustriekomplex« sowie auf terroristische Gruppen zurück, die Hilfslieferungen stahlen. Die Vereinigten Staaten hätten nun einen Plan zum Wiederaufbau des Gazastreifens, der von einem unter Trump und seinem »Friedensrat« zusammengestellten Team ausgearbeitet worden sei, sagte er und fügte hinzu, dass »diese Dinge Zeit brauchen«.

Nachdem er sich am 17. August fast vier Stunden lang mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu getroffen hatte, erklärte Kushner, dass die Entmilitarisierung des Gazastreifens innerhalb kürzester Zeit beginnen könnte. Damals sagte er gegenüber Fox News, dass Washington den Wiederaufbau des Gazastreifens nicht vor dessen Entmilitarisierung unterstützen werde. »Wir könnten bereits in dreißig Tagen Fortschritte sehen, hoffentlich, bei der Entfernung einiger Waffen, und hoffentlich auch bei der Zerstörung einiger Tunnel in den nächsten sechzig bis neunzig Tagen“, sagte Kushner,

Die Umsetzung des Friedensrat-Fahrplans in Gaza würde die Zusammenarbeit beider Seiten erfordern, sagte Kusnher im August. Zugleich erklärte er, die US-Regierung sei auf die israelischen Bedenken eingegangen und habe klargestellt, dass das Recht Israels, gegen unmittelbare Bedrohungen vorzugehen, nicht eingeschränkt werde.

Netanjahu besuchte am 2. September einen Außenposten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte in der Nähe der »Gelbe Linie« genannten Demarkationslinie. Dabei erklärte er, Israel werde seine Kontrolle aufrechterhalten, während es daran arbeite, die Entwaffnung der Hamas und die Entmilitarisierung des Gazastreifens abzuschließen. »Wir kontrollieren das Gebiet. Wir ziehen uns nicht zurück. Wir bleiben an dieser Linie. Wir kontrollieren sechzig Prozent des Gazastreifens, und unser Einfluss reicht noch weiter, weil wir die Terroristen eliminieren, die uns bedrohen. Das tun wir Tag für Tag.«

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