»Fauda«-Star: Nach dem 7. Oktober musste Staffel 5 komplett neu geschrieben werden

Der israelische Schauspieler und »Fauda«-Mitschöpfer Lior Raz
Der israelische Schauspieler und »Fauda«-Mitschöpfer Lior Raz (© Imago Images / UPI Photo)

Der »Fauda«-Mitschöpfer Lior Raz berichtete von den Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten im Ausland nach Hamas-Massaker und dem zunehmenden Antisemitismus.

Das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 zwang die Autoren der Fernsehserie »Fauda« dazu, die gesamte fünfte Staffel neu zu schreiben. Dies verriet der Hauptdarsteller und Mitschöpfer der Erfolgsserie, Lior Raz, im Juli vor einer jüdischen Gemeinde in den USA. »Wir haben beschlossen, dass wir nicht am ursprünglichen Plan festhalten können«, sagte Raz bei einer Benefizveranstaltung zugunsten der American Friends of Magen David Adom, die am Vorabend von Tisha beAv stattfand – dem Feiertag, an dem der Zerstörung des Tempels und anderer Katastrophen in der jüdischen Geschichte gedacht wird.

Jede »Fauda«-Staffel beginne auf die gleiche Weise, erklärte Raz. Er und der Mitschöpfer Avi Issacharoff stellten sich eine einfache Frage: Was ist das Schlimmste, das den Israelis passieren könnte? Vor Jahren schlug Raz als Thema jenen Albtraum vor, den er seit seiner Kindheit mit sich trug: Terroristen, die eine israelische Gemeinde überrennen, Geiseln nehmen und von dort aus verhandeln.

Issacharoff, der jahrelang als Journalist über palästinensische Angelegenheiten berichtet hatte, bevor er Fernsehautor wurde, lehnte die Idee als unrealistisch ab, worauf die beiden sie auf Eis legten. Nach dem Massaker vom 7. Oktober wandte sich Issacharoff erneut an Raz. »Du hattest recht«, sagte er zu Raz. »Und die Realität war viel schlimmer als deine Vorstellung.«

Budapest statt Marseille

Raz berichtete, dass ein Teil der neuen Staffel eigentlich in Marseille gedreht werden sollte, bis die dortige Produktionsfirma ihnen mitteilte, sie könne die Sicherheit eines israelischen Teams nicht garantieren. Die Feindseligkeit, der Israelis im Ausland begegnen, beschränke sich nicht mehr auf Europa. »Es passiert auch hier«, sagte Raz dem amerikanischen Publikum.

Auf die Frage, ob ihn der Anstieg des Antisemitismus überrascht habe, bezeichnete der »Fauda«-Schöpfer die Entwicklung als »überraschend und traurig«. Allerdings habe sie auch eine gewisse Klarheit gebracht, insofern Juden nun wüssten, wer ihre Freunde seien und auf wen sie zählen könnten. Nach den Ereignissen vom 7. Oktober habe er beobachtet, wie jüdische Gemeinschaften auf der ganzen Welt enger zusammengewachsen seien.

Die Staffel mit elf Folgen, in der auch die französische Schauspielerin Mélanie Laurent mitwirkt, die durch Quentin Tarantinos Film »Inglourious Basterds« bekannt wurde, wird ab 8. September weltweit über den Streamingdienst Netflix verfügbar sein. Die neueste Staffel der Serie wurde hauptsächlich in Israel und in Budapest gedreht, nachdem die Pläne, die europäischen Dreharbeiten in Frankreich zu realisieren, aus Sicherheitsgründen geändert worden waren. »Fauda«, das 2015 in Israel Premiere feierte, wurde bereits in 190 Ländern ausgestrahlt. Die Produktion wurde als erste israelische Serie auf Farsi synchronisiert und hat viele Fans in der arabischen Welt.

Bleiben Sie informiert!
Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhalten. Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren.

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung.
Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte
oder direkt über Ihren PayPal Account.