Iran: Gericht verurteilt zehn Demonstranten in Isfahan zum Tode

Protest gegen die Hinrichtungswelle im iranischen Isfahan
Protest gegen die Hinrichtungswelle im iranischen Isfahan (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Wegen der landesweiten Demonstrationen von Anfang des Jahres verurteilte ein Revolutionsgericht in Isfahan zehn Demonstranten zum Tode und sechs weitere zu Haftstrafen von bis zu 25 Jahren.

Das vom Politaktivisten Mehdi Mahmoudian betriebene Portal Khabaraneha berichtete, dass die Abteilung 1 des Revolutionsgerichts in Isfahan die ersten Urteile gegen sechzehn Personen verkündet habe, die im Zusammenhang mit den Ende Dezember 2025 begonnenen Protesten festgenommen worden waren. Zehn davon wurden zum Tode verurteilt. Zwei der Angeklagten erhielten Haftstrafen von jeweils 25 Jahren, während eine Person zu fünfzehn Jahren und drei zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt wurden.

Darüber hinaus wurden alle sechzehn Angeklagten laut dem Bericht zu fünf Jahren Haft wegen »Versammlung und Verschwörung«, zu fünf Jahren wegen »Anstiftung« und zu einem Jahr wegen »Propaganda gegen das Establishment« verurteilt. Der Prozess ist als »Isfahan-Shohada-Platz«-Fall bekannt geworden und wurde wegen der Proteste rund um den entsprechenden Platz eröffnet.

Hinrichtungswelle

Khabaraneha berichtete, dass eine der Angeklagten während der Haft angegriffen wurde und eine Beschwerde über den Vorfall einreichte, das Gericht jedoch sein Urteil fällte, ohne die Beschwerde zu prüfen. Einer der zum Tode Verurteilten erklärte den Richtern während des Prozesses zudem, dass während der Verhöre gefoltert worden sei. Darüber hinaus berichtete »Khabaraneha«, es habe auch weitere Berichte über die Folterungen zur Erzwingung von Geständnissen gegeben. Der Zugang der Anwälte zu den gerichtsrelevanten Akten soll ebenfalls eingeschränkt worden sein.

Radio Farda berichtete im Juli, dass der Fall mit dem Tod von Abbas Kamrani, einem Oberst der Revolutionsgarde, und einer weiteren Person in Verbindung stehe, die in den Akten als »Obdachloser« bezeichnet werde. Dem Bericht zufolge arbeiteten die sechzehn Angeklagten überwiegend in der Umgebung der Shohada-Straße in Isfahan.

Die Urteile fallen inmitten einer Welle von Todesurteilen gegen Demonstranten in Isfahan. In einem separaten Fall, der als »Alikhani-Platz-Fall« bekannt ist, haben die iranischen Behörden seit Juli fünf Angeklagte hingerichtet. Ghaem Hosseini wurde am 20. August exekutiert, Abolfazl Sepahi Badjani und Amirhossein Safari Hosseinabadi am 28. Juli sowie Golmohammad Mohammadi und Erfan Esfandiari am 19. Juli. Die Hinrichtungen vom 28. Juli wurden öffentlich auf dem Alikhani-Platz vollstreckt.

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