Iran: Mindestens 67 Hinrichtungen im Juli 2026

Protest gegen die Hinrichtung der beiden Iraner Abolfazl Sepahi and Amirhossein Safari
Protest gegen die Hinrichtung der beiden Iraner Abolfazl Sepahi and Amirhossein Safari (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Nachdem im ersten Halbjahr mindestens 375 Menschen hingerichtet worden waren, beläuft sich die Gesamtzahl der 2026 registrierten Hinrichtungen im Iran bislang auf 442.

Laut am Sonntag von Hengaw veröffentlichten Daten richteten die iranischen Behörden im Juli 2026 mindestens 67 Häftlinge, darunter neun politische Gefangene, hin. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der im Jahr 2026 dokumentierten Hinrichtungen auf 442, wie die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation in ihrem monatlichen Statistikbericht schrieb.

»Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Zahl der Hinrichtungen um mindestens 29, was einem Rückgang von 30 Prozent entspricht.« Im Juli 2025 dokumentierte Hengaw mindestens 96 Hinrichtungen in iranischen Gefängnissen. »Das Statistik- und Dokumentationszentrum der Menschenrechtsorganisation Hengaw hat die Identitäten aller 67 Häftlinge überprüft, die im Laufe des Monats in iranischen Gefängnissen hingerichtet wurden«, heißt es in dem aktuellen Bericht.

Nur acht der im Juli dokumentierten 67 Hinrichtungen wurden von den iranischen Behörden oder der Justiz nahestehenden Medien offiziell bekannt gegeben. Seit Jahrzehnten setzen die iranischen Behörden Hinrichtungen in Gefängnissen und öffentliche Erhängungen als Mittel ein, um Proteste zu unterdrücken und öffentliche Kritik im Keim zu ersticken, was die wachsende Besorgnis von Menschenrechtsorganisationen über die Anwendung der Todesstrafe unterstreicht.

Öffentliches Erhängen

Zwei der im Juli Hingerichteten – Amirhossein Safari (Hosseinabadi) und Abolfazl Sepahi (Badjani) – wurden auf einem öffentlichen Platz in Isfahan gehängt. Verurteilt worden waren sie wegen ihrer angeblichen Beteiligung an den landesweiten Protesten im Januar, bei denen das Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) und andere Sicherheitskräfte Zehntausende Demonstranten töteten. Hengaw dokumentierte zudem die Hinrichtungen von sieben Gefangenen, die heimlich und ohne Wissen ihrer Familien vollstreckt wurden, darunter der 20-jährige Arvin Kheirkhahan, der am Samstag im Morgengrauen hingerichtet wurde.

Mindestens neun politische Gefangene, die während der Proteste im Januar 2026 und im Rahmen der »Frauen, Leben, Freiheit«-Bewegung festgenommen worden waren, wurden von den iranischen Behörden unter anderem wegen »Moharebeh« (»Krieg gegen Gott«), Spionage und anderer mutmaßlicher Straftaten hingerichtet. Zwei der Gefangenen, Mohieddin Abdollahi und Hossein Palani Jaf, waren kurdischer Herkunft und wurden Mitte Juli im Zentralgefängnis von Kermanshah hingerichtet.

Nach Angaben von Hengaw wurden im Juli mindestens zehn kurdische Gefangene hingerichtet, was fünfzehn Prozent der gesamten Hinrichtungen entspricht. Die Provinz Isfahan verzeichnete im Juli mit zehn Fällen die höchste Zahl an Hinrichtungen. In den mehrheitlich von Kurden bewohnten Provinzen gab es eine Hinrichtung in Sanandaj, zwei in Kermanshah, zwei in West-Aserbaidschan und eine in Ilam. Nach Isfahan wurden die höchsten Zahlen in den Provinzen Ost-Aserbaidschan und Fars verzeichnet, mit jeweils acht Hinrichtungen.

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