US-Präsident Donald Trump forderte seine Landsleute auf, noch ein wenig länger höhere Benzinpreise in Kauf zu nehmen, damit ein »sehr böses Land« keine Atomwaffen besitzen kann.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung in New York, dass er »ziemlich bald« nach dem vollständigen Sieg über den Iran die Straße von Hormus zum »Territorium der Vereinigten Staaten« erklären werde. Der Präsident appellierte an die Amerikaner, sich bewusst zu machen, dass sie bloß »ein winziges bisschen mehr« für Benzin zahlen, um zu verhindern, dass die Islamische Republik Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt.
Die Benzinpreise stiegen am Freitag auf einen landesweiten Durchschnittspreis von 4,07 Dollar pro Gallone, was einem Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies geht aus Daten hervor, die am Donnerstag von der American Automobile Association zusammengestellt wurden. Seit Beginn des Irankriegs am 28. Februar und der darauffolgenden Entscheidung Teherans, die Straße von Hormus zu sperren, sind die Energiepreise weltweit gestiegen. Die blockierte Meerenge ist eine der weltweit bedeutendsten Seestraßen für Erdöl, Erdgas und andere damit zusammenhängende Güter wie Düngemittel.
Trump sagte in seiner Rede, dass die von den USA verhängte Gegenblockade iranischer Häfen sicherstelle, dass »kein Schiff durchkommt, es sei denn, wir wollen es«. Der US-Präsident sprach vor dem Hintergrund, dass Regierungsmitglieder angekündigt hatten, den finanziellen Druck auf den Iran zu verstärken.
So hatte Verteidigungsminister Pete Hegseth am Freitag während einer Reise nach Panama gegenüber Reportern erklärt: »Die US-Marine kann eine solche Blockade auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten.« Finanzminister Scott Bessent sagte am Donnerstag in einem Interview mit Newsmax: »Behalten Sie das Thema im Auge, denn nächste Woche werden weitere Ankündigungen folgen, da wir Maßnahmen ergreifen werden, wie sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolierung eines Landes noch nie gesehen wurden.«
Iran kämpferisch
Unterdessen teilte das US-Zentralkommando mit, dass die amerikanischen Streitkräfte seit der Wiederaufnahme der Blockade am 14. Juli bis Freitag 62 Handelsschiffe umgeleitet, drei außer Gefecht gesetzt und zwei geentert haben, um die Einhaltung der US-Blockade sicherzustellen. Teheran behält dennoch weiterhin an seiner ablehnenden Haltung fest: Der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi twitterte am Samstag, dass die strategisch wichtige Meerenge »nur auf Befehl des Iran geöffnet und geschlossen wird, und solange ihr die Realität der Niederlage nicht akzeptiert und aufhört, euch Fantasien hinzugeben, wird der Iran die Blockade weiterhin durchsetzen.«
Ebenfalls am Samstag lobte der Kommandeur des Korps der Islamischen Revolutionsgarde, Ahmad Vahidi, die Islamische Republik dafür, dass sie »die am schwersten bewaffnete Armee der Weltgeschichte in die Knie gezwungen« habe, wie der staatliche iranische Sender Press TV berichtete. Vahid wandte sich dabei an seine Truppen, die seit sechs Monaten einen »beispiellosen Dschihad« gegen die Vereinigten Staaten führen.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Shahrara News, sein Regime habe noch nicht entschieden, ob es die Gespräche mit Washington wieder aufnehmen werde. »Sowohl Katar als auch Pakistan tauschen weiterhin Botschaften aus und stehen mit uns in Kontakt, aber das bedeutet noch keine Verhandlungen«, wurde der iranische Spitzendiplomat laut der staatlichen türkischen Anadolu-Agentur von der iranischen ISNA-Nachrichtenagentur zitiert. «Ob die Straße von Hormus wieder geöffnet wird, hängt von der Erfüllung weiterer Bedingungen ab, die die Vereinigten Staaten einhalten müssen.«
Am Montag erklärte der Iran dann, die zweimonatige Verhandlungsfrist mit den Vereinigten Staaten habe wegen des amerikanischen Verhaltens »völlig an Bedeutung verloren«. »Die Islamische Republik Iran legt ihre Politik niemals unter Druck, Ultimaten oder zeitlichen Zwängen fest“, erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, gegenüber Reportern. Die am 17. Juni zwischen Washington und Teheran unterzeichnete Absichtserklärung sehe »lediglich ein sechzigtägiges Zeitfenster für Gespräche auf zwei Ebenen vor – Sanktionserleichterungen und die Atomfrage –, das verlängert werden könnte, falls kein Ergebnis erzielt würde«. Baghaei erklärte, die in der Vereinbarung vorgesehenen substanziellen Verhandlungen hätten nie begonnen.
Vorbereitet
Laut einem Bericht des Wall Street Journal vom Sonntag nutzte der Iran die zwei Monate seit der Unterzeichnung des Memorandums, um sich auf einen umfassenderen Konflikt vorzubereiten. Teheran habe die Kontrolle des Korps der Islamischen Revolutionsgarde über die konventionellen Streitkräfte des Landes verstärkt, die Produktion von Raketen und Drohnen gesteigert und Pläne für verstärkte Angriffe von iranisch unterstützten Terroristengruppen in der gesamten Region koordiniert, so der Bericht.
Auch iranische Militärvertreter gaben am Sonntag eine Reihe von immer schärferen Erklärungen ab. Armeechef Amir Hatami kündigte laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA die Aussetzung eines Kopfgelds von 30.000 US-Dollar für die Tötung oder Gefangennahme von US-Soldaten an. Diese Belohnung würde sich verdoppeln, wenn die Tat von einer Frau verübt wird. Hatami erklärte, das Angebot sei auf eine »große Anzahl von Angeboten« zur Finanzierung solcher Aktionen zurückzuführen.
Unabhängig davon erklärte der iranische Generalstab, Teheran werde nicht von den »legitimen Forderungen der Nation und des Obersten Führers« abrücken, bis »die Rechte der iranischen Nation gewahrt sind und der Feind kapituliert«. Baghaei erklärte am Montag, dass die iranischen Streitkräfte nach Ablauf der diplomatischen Frist bereitstünden. »Das Hauptaugenmerk des gesamten Landes liegt auf der Bewältigung der aktuellen Lage, während die Streitkräfte gleichzeitig alle Bewegungen mit höchster Wachsamkeit genau beobachten.«
