Ziel des von den USA vermittelten Treffens ist es, ein im vergangenen Monat erzieltes Rahmenabkommen voranzubringen, das die Entwaffnung der Hisbollah vorsieht.
Joshua Marks
Israelische und libanesische Delegationen haben heute in Rom von den USA vermittelte Gespräche aufgenommen. Ziel ist es, die Umsetzung eines Rahmenabkommens voranzutreiben, das die monatelangen Kämpfe im Grenzgebiet mit der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah beenden soll. Die Gespräche finden bis einschließlich Mittwoch in der US-Botschaft statt und schließen an die Vereinbarung an, die am 26. Juni in Washington während der fünften Verhandlungsrunde zwischen Vertretern aus Beirut und Jerusalem erzielt wurde.
Gemäß des Rahmenabkommens werden die Modalitäten für einen möglichen Rückzug Israels aus dem Südlibanon und den Einsatz libanesischer Streitkräfte auf der Tagesordnung stehen. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Beamte. Die 14-Punkte-Vereinbarung zwischen Israel und dem Libanon sieht zudem die Entwaffnung der Hisbollah vor. Jerusalem hat wiederholt betont, dass ein israelischer Rückzug erst dann erfolgen werde, wenn die Bedrohung durch den vom Iran unterstützten Terrorverband beseitigt sei.
Israelische Verteidigungsstreitkräfte (IDF) sind in einer Sicherheitszone stationiert, die sich entlang der gesamten israelischen Grenze etwa zehn Kilometer tief in den Libanon hinein erstreckt. Das Abkommen vom 26. Juni sah zwei »Pilotzonen« nördlich und südlich des Litani-Flusses vor, in denen israelische Truppen durch die libanesischen Streitkräfte (LAF) ersetzt werden sollen, während die Hisbollah und andere nichtstaatliche bewaffnete Gruppen entwaffnet werden sollen.
Ein US-Beamter erklärte in der vergangenen Woche, das US-Militärkommando CENTCOM stimme sich mit dem Libanon und Israel ab, um diese Pilotzonen einzurichten. Eine Delegation des US-Militärs hielt sich am Wochenende im Libanon auf, um den Plan im Detail mit der libanesischen Armee zu besprechen, wie Quellen gegenüber Reuters berichteten.
Auf einer Linie
Am Sonntag trat der israelische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Yechiel Leiter, der die Gespräche für Jerusalem leitet, in einem Interview beim US-Sender CBS News aud. Dort erklärte er, dass sich die Treffen in Rom darauf konzentrieren werden, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die LAF die Kontrolle in den ausgewiesenen Gebieten übernimmt, damit Israel mit einem schrittweisen Rückzug beginnen kann. Dies gelte allerdings nur, wenn die vom Iran unterstützte Terrororganisation entwaffnet und zerschlagen wird.
»Das Abkommen mit dem Libanon sorgt dafür, dass der Iran vollständig aus dem Spiel genommen wird«, sagte Leiter gegenüber der Face-the-Nation-Moderatorin Margaret Brennan. Jerusalem und Beirut seien »auf einer Linie«, wenn es darum gehe, die Hisbollah im Interesse der Sicherheit Israels und der Souveränität des Libanon zu beseitigen.
Der Botschafter sagte, Israel könne „»ich in dem Moment zurückziehen, in dem die Hisbollah zerschlagen ist«. Das Militär müsse jedoch in der Sicherheitszone verbleiben, falls die Terrororganisation ihre Waffen behalte, »denn wir werden nicht in eine Situation zurückkehren, in der unsere Bürger von einem iranischen Stellvertreter bedroht werden, der Raketen abfeuert und Tunnel baut, um Angriffe zu verüben, so wie es die Hamas am 7. Oktober getan hat.« Das von der im Gazastreifen ansässigen Terrororganisation angeführte Massaker und die Entführungen im Süden Israels im Jahr 2023 lösten einen Mehrfrontenkrieg mit Teheran und seinen regionalen Terror-Stellvertretern aus.
Nach einem Waffenstillstand nahm die Hisbollah am 2. März 2026 ihre Raketen- und Drohnenangriffe vom Südlibanon aus gegen Israel wieder auf, nachdem der iranische Oberste Führer Ali Khamenei am 28. Februar, dem ersten Tag der »Operation Roaring Lion«, gezielt getötet worden war. Als Reaktion darauf startete Jerusalem eine groß angelegte Luftkampagne gegen Ziele der Terrorgruppe und weitete die Militäroperationen im Libanon aus, um Angriffe auf israelische Gemeinden im Norden des Landes zu verhindern.
Nach der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten versprach der libanesische Präsident Joseph Aoun, »das Unmögliche« zu tun, um die grenzüberschreitenden Feindseligkeiten zwischen Israel und der Hisbollah zu beenden, und leitete Schritte ein, um die iranische Stellvertreterorganisation zu verbieten. Anschließend führten israelische und libanesische Vertreter fünf Runden direkter Gespräche im US-Außenministerium, die zu dem im vergangenen Monat erzielten Rahmenabkommen führten, dessen Voraussetzung der Rückzug der Hisbollah aus dem Südlibanon ist.
