Wie Israels Spitäler den Irankrieg bewältigen

Medizinisches Personal im Soroka-Krankenhaus nach dem iranischen Angriff auf Dimona und Arad

Allein im Soroka-Krankenhaus in Be’er Scheva trafen zweihundert Verletzte nach iranischen Raketenangriffen auf Dimona und Arad

Nachdem am vergangenen Samstag im Zuge des amerikanisch-israelischen Angriffs auf den Iran durch iranische Raketenangriffe auf die im Süden Israels gelegenen Städte Dimona und Arad fast zweihundert verletzte Israelis im Soroka Medical Center in Be’er Scheva eingetroffen waren, beschrieb der stellvertretender Direktor des Krankenhauses Roy Kessous, wie das Personal die schwierige Situation bewältigte.

Um sieben und erneut um halb acht Uhr am Abend gingen im Krankenhaus Alarmmeldungen nach einem Raketenangriff auf Dimona ein. Allein wegen dieses Angriffs wurden sechzig Verletzten eingeliefert, darunter ein schwer verwundeter zwölfjähriger Junge, der direkt von der Erstuntersuchung in den Operationssaal verlegt wurde und sich weiterhin auf der Intensivstation befindet.

Laut dem Direktor habe das Krankenhaus Erfahrung im Umgang mit solchen Situationen, da es in den letzten Jahren bereits mehrere Vorfälle mit großer Opferzahl zu bewältigen hatte. »Wir haben sehr schnell die entsprechenden Protokolle umgesetzt und sowohl das medizinische Personal vor Ort als auch Mitarbeiter von zu Hause mobilisiert.«

Solche Ereignisse seien besonders komplex, da viele Patienten nur leichte körperliche Verletzungen oder psychische Traumata erlitten hätten, aber nicht gleich nach ihrer Behandlung entlassen werden könnten, weil sie keinen Ort hätten, an den sie gehen könnten. »Bei vielen von ihnen wurden die Häuser durch den Raketenangriff zerstört. Mit Hilfe von Verwaltungsteams und kommunalen Diensten haben wir die Patienten nach und nach an sichere Orte für die Nacht entlassen.«

Kurz nach dem Vorfall in Dimona wurde das Spital über einen weiteren Raketenangriff informiert, diesmal auf Arad. Diesmal wurden 115 Patienten ins Soroka-Spital gebracht, darunter siebzig Kinder. Neun befanden sich in ernstem Zustand, mindestens doppelt so viele waren mittelschwer verletzt. Viele der Verletzten gehörten derselben Familie an. Um die Belastung für die Patienten zu verringern, erstellte das Krankenhauspersonal Listen, um Verwandte zusammenzufassen und sicherzustellen, dass sie in nächster Nähe behandelt wurden.

Ort des Einschlags iranischer Raketen in Dimona
Ort des Einschlags iranischer Raketen in Dimona (Quelle: JNS)

Bislang keine Überlastung

Viele Patienten wurden mit Explosionsverletzungen und Wunden durch Raketensplitter eingeliefert. Andere wurden bei Stürzen aus höheren Stockwerken oder beim Versuch, geschützte Bereiche zu erreichen, verletzt. Kessous erklärte, eine der größten Herausforderungen habe sich aus den Anweisungen des Gesundheitsministeriums ergeben, wonach die Behandlung in Schutzräumen erfolgen müsse, was die Gesamtkapazität des Krankenhauses einschränkte. »Wir reduzieren ambulante Leistungen auf ein Minimum und haben nicht unbedingte notwendige Eingriffe in den letzten drei Wochen fast vollständig eingestellt.«

Bei Vorfällen mit einer großen Zahl von Verletzten überwacht das Krankenhaus die Patientenaufnahme genau, um eine Überlastung zu vermeiden. »Wir sind nicht auf uns allein gestellt, wir erhalten Unterstützung vom Gesundheitsministerium. Wir bewerten kontinuierlich die Zahl der eintreffenden Patienten und entscheiden, ob Verlegungen in andere Krankenhäuser in ganz Israel notwendig sind.«

Die Kapazität, so Kessous abschließend, sei durch keine feste Zahl an Patienten definiert, sondern hänge vom Umfang und der Schwere der eingehenden Fälle sowie vom verfügbaren Personal ab, wobei die Personalausstattung angesichts der Größe des Krankenhauses bisher kein Faktor gewesen sei, der Behandlungen verunmöglicht habe. »Gestern warteten zu einem bestimmten Zeitpunkt Krankenwagen und sogar ein Hubschrauber, während wir prüften, ob Verlegungen notwendig waren. Glücklicherweise konnten wir alle hier behandeln. Wir haben darauf geachtet, Familien zusammenzuhalten und es vermieden, Kinder von ihren Eltern zu trennen.«

Einschlagsort iranischer Raketen in Arad
Einschlagsort iranischer Raketen in Arad (Quelle: JNS)

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