Der Fall eines Schulleiters im Gazastreifen, der am 7. Oktober 2023 den Angriff eines Hamas-Bataillons auf Israel koordinierte, entlarvt die UNRWA endgültig. Ein Plädoyer für die Abschaffung der Agentur.
Die Nachricht sickert seit dem 6. März nur zögerlich in die Medien, doch ihre Sprengkraft ist fundamental: Das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) hat die Entlassung von Hafez Mousa Mohammed Mousa bestätigt. Bei einer Organisation mit rund 30.000 Mitarbeitern weltweit, davon nahezu 13.000 im Gazastreifen, dürfte diese einzelne Personalie nicht besonders ins Gewicht fallen, könnte man meinen. Was oberflächlich wie eine konsequente interne Bereinigung wirken mag, ist bei näherem Hinsehen jedoch das Eingeständnis eines beispiellosen Skandals.
Denn Hafez Mousa Mohammed Mousa war nicht irgendein einfacher, einflussloser Angestellter des Hilfswerks, er war Schulleiter im Gazastreifen und damit Inhaber einer Position mit höchster pädagogischer und gesellschaftlicher Verantwortung. So weit, so gut. Gleichzeitig aber diente er zudem nach Erkenntnissen des US-Außenministeriums und des USAID-Generalinspektors als Hauptmann im East Jabaliya Bataillon der Hamas.
Bereits im April 2024 warnten israelische Behörden vor der Situation und übten Druck auf die UNRWA aus, tätig zu werden. So veröffentlichte die israelische Botschaft in Deutschland auf X eine Fotoaufnahme des 1982 in Dschabaliya geborenen Mousa mitsamt Dossier. Die Bildunterschrift lautete: »Würden Sie ihm Ihr Kind anvertrauen?« Die Kampagne brachte damals einen bemerkenswerten Etappenerfolg hervor: Mousa wurde von der UNRWA unbezahlt beurlaubt, wobei sich das UN-Hilfswerk bezüglich seiner außerschulische Aktivitäten überrascht gab.
Nun zieht die Administration des amerikanischen Präsidenten Donald Trump die finale Reißleine und setzt Mousa auf die schwarze Liste. Damit ist er für zehn Jahre von allen US-Hilfsprogrammen ausgeschlossen. Doch das System schützt sich weiterhin selbst. Berichte aus Ermittlerkreisen bestätigen, dass die UNRWA sich bis heute standhaft weigert, die Namen weiterer Mitarbeiter zu nennen, die wegen Terrorverbindungen entlassen wurden.
Militärische Koordinierung
Über lange Zeit versuchte die UNRWA, Vorwürfe über die Verstrickung ihrer Mitarbeiter in Terroraktivitäten abzutun. Dies änderte sich grundlegend, als der USAID-Generalinspektor nach monatelangen internen Prüfungen vor wenigen Tagen seinen abschließenden Bericht vorlegte. Die darin enthaltenen Details sind deshalb so erschütternd, weil sie die präzise Planung hinter dem Missbrauch eigentlich neutraler Einrichtungen offenlegen.
Um die Tragweite dieses Berichts zu verstehen, muss man sich zunächst die sozialen Realitäten vor Ort vor Augen führen. Während der 7. Oktober 2023 im Westen als Samstag und damit als Wochenende wahrgenommen wurde, markiert dieser Tag im Gazastreifen den Beginn der geschäftigen Arbeitswoche. Da der Freitag der religiöse Ruhetag ist, ist der Samstag in der Levante ein regulärer Werktag mit voller Schulpflicht. In den Fluren der UN-Einrichtungen herrscht an solchen Morgen normalerweise Hochbetrieb, da die Schulen im Doppelschicht-System Tausende Kinder unterrichten müssen.
Und genau hier setzt die Beweisführung des USAID-Berichts an, denn als Schulleiter besaß Mousa die administrative Macht, diesen Dienstplan zu manipulieren. Er ordnete am Morgen des Angriffs die Schließung seiner Schule an und schickte die Kinder nach Hause. Diese Maßnahme diente jedoch nicht dem Schutz der Schüler. Vielmehr brauchte Mousa in seiner Doppelfunktion als Hauptmann im East Jabaliya Bataillon der Hamas den Rücken frei für seine eigentliche Berufung. Er nutzte die UN-Infrastruktur an einem regulären Werktag als taktischen Bereitstellungsraum für den Terror gegen Israel.
Die Ermittlungen belegen, dass Mousa den Vormittag nutzte, um die Kommunikation zwischen mindestens zwanzig Terrorkämpfern zu koordinieren. Während er offiziell pädagogische Verantwortung für die ihm anvertrauten Kinder trug, gab er in Wahrheit taktische Anweisungen für das Massaker in Israel. Ein Schulleiter der Vereinten Nationen fungierte somit als Signalgeber für ein genozidales Verbrechen. Ein Verbrechen, das stattfand, als der jüdische Staat Simchat Tora feierte und die Menschen sich am Schabbat im festlichen Gebet, im Schlaf oder auf dem Supernova-Rave befanden.
Die Verbindung geht weit über das Personal hinaus. Die Entdeckungen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) im Jahr 2024 unterstreichen die materielle Verflechtung. Direkt unter dem UNRWA-Hauptquartier in Gaza-Stadt befand sich ein hochmodernes Rechenzentrum der Hamas, ausgestattet mit Serverräumen und Wohnquartieren. Besonders entlarvend: Dieses Zentrum wurde über die Stromversorgung des darüberliegenden UN-Gebäudes mit Energie gespeist. Die dafür notwendigen Bohrungen und Kabelverbindungen durch die Gebäudestruktur wären ohne Wissen der Verwaltung unmöglich gewesen.
Anatomie der Unterwanderung
Die Zahlen der israelischen Regierung untermauern diesen strukturellen Zerfall: Rund zwölf Prozent der 12.500 UNRWA-Angestellten im Gazastreifen sind Mitglieder von Terrororganisationen. In der Führungsebene ist das Bild noch düsterer. Mindestens achtzig der 546 Schulleiter und Stellvertreter, also rund fünfzehn Prozent, gehören direkt zum Terrorapparat. Jede siebte Führungsperson in den UN-Schulen ist somit Teil jener Struktur, die den 7. Oktober 2023 operativ mitgestaltet hat.
Die mediale Stille zum Fall Mousa zementiert das Problem. Dieser journalistische Schutzreflex bewahrt keine Zivilisten, sondern deckt Strukturen, die Lehrer als Multiplikatoren des Terrors einsetzen. Aber auch das gravierende Problem in den pädagogischen Publikationen muss adressiert werden. Denn keine Waffe im Arsenal der IDF ist auch nur annähernd so jugendgefährdend wie ein von der UNRWA benutztes Schulbuch.
Deutschland, Österreich und andere europäische Geberstaaten stehen vor dem Trümmerhaufen ihrer bisherigen Politik. Ihre Steuergelder haben über Jahre Infrastrukturen finanziert, in denen Hamas-Kader Spitzenpositionen bekleideten. Die Erziehung zum Hass, die unter anderem in einem Mena-Watch-Dossier dokumentiert wurde, findet in der Person Hafez Mousas ihre logische Konsequenz. Wer dieses System weiterhin finanziert, trägt direkte Mitverantwortung für eine Hilfe, die in Wahrheit nur das nächste Massaker vorbereitet. Die Komplizenschaft durch Überweisungsträger muss enden.
Die 1949 gegründete UNRWA ist sowieso ein anachronistisches Unikat, das durch die weltweit einmalige Vererbung des Flüchtlingsstatus kein Leid lindert, sondern das Elend künstlich verlängert. Diese Institution muss fallen, damit die Palästinenser endlich aus der Geiselhaft einer dauerhaften Opferrolle befreit und in die regulären Strukturen des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) integriert werden können.
