Islamischer Dschihad hält Leiche der letzten Gaza-Geisel fest

Ran Gvili ist die letzte israelische Geisel, die noch im Gazastreifen festgehalten wird

Der Waffenstillstand vom Oktober 2025 sah in der ersten Phase der Vereinbarung die Rückgabe aller festgehaltenen Geiseln und Leichen vor, was die Hamas noch nicht erfüllt hat.

Wie ein israelischer Beamter mitteilte, wird die Leiche der letzten verbliebenen israelischen Geisel, Ran Gvili, vom Palästinensischen Islamischen Dschihad im von der Hamas kontrollierten Teil des nördlichen Gazastreifens festgehalten. Informationen über Namen von Personen und Luftbilder des Ortes, an dem seine Leiche vermutlich vergraben wurde, wurden in den letzten Tagen und Wochen an Vermittler zwischen Israel und der Hamas weitergeleitet, um sie an ihre Gesprächspartner im Gazastreifen weiterzugeben, aber die Terrororganisation hat bisher nicht darauf reagiert, sagte der Beamte.

Der im Oktober 2025 in Ägypten von Israel und der Hamas unterzeichnete Waffenstillstand sah in der ersten Phase der Vereinbarung die Rückgabe aller festgehaltenen Geiseln und Leichen vor. »Der Islamische Dschihad hat Gvili entführt. Innerhalb der Organisation gibt es Personen, die wissen, wo er sich befindet«, so der Beamte. »Die Hamas weiß, wie sie Druck auf den Islamischen Dschihad ausüben kann, tut es aber nicht.«

Die Terrorgruppen haben bereits in der Vergangenheit Verzögerungstaktiken angewendet, um Zeit zu gewinnen, darunter die Berufung auf schlechtes Wetter oder die falsche Behauptung, dass die von israelischen Geheimdiensten identifizierten Personen tot seien. »Wir wissen, ob sie sich zu 100 Prozent anstrengen«, sagte der Beamte während einer Pressekonferenz für internationale Journalisten in Tel Aviv. »Und sie sind nicht bei hundert Prozent. Sie sind weit davon entfernt.«

Die Antworten der Hamas seien »nicht zufriedenstellend. Für Israel gebe es einen »engen Zusammenhang« zwischen der Freilassung der letzten Geisel und dem Übergang zur nächsten Phase des Waffenstillstandsabkommens; letztlich sei es jedoch Sache des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, zu entscheiden, wie es weitergeht. »Sowohl [Netanjahu] als auch Trump setzen sich mit ganzer Kraft dafür ein, Gvili nach Hause zu holen.«

Der blanke Horror

Israels Premierminister sprach am vergangenen Mittwoch mit Ran Gvilis Eltern und versicherte ihnen laut einer Erklärung seines Büros, dass die Rückführung der sterblichen Überreste ihres Sohnes oberste Priorität habe. Gvilis Mutter flog anschließend zurück in die Vereinigten Staaten, um weiteren Druck auf die dortigen Behörden auszuüben, zur nächsten Phase des Waffenstillstands solange nicht überzugehen, bis Rans Leichnam freigegeben wird. Anfang Januar gab es mit Gvilis Eltern als Teil von Netanjahus offizieller Delegation ein Treffen mit Präsident Donald Trump in Mar-a-Lago.

In einem Beitrag, in dem die neue technokratische Regierung des Gazastreifens bekannt gegeben wurde, schrieb Trumps Gesandter Steve Witkoff am Mittwoch, die USA erwarten von der Hamas als Teil ihrer Verpflichtungen aus dem Abkommen unverzüglich die Rückgabe der letzten israelischen Geisel. Witkoff wies darauf hin, dass »die Nichtbeachtung dieser Verpflichtung schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen werde«.

Der 24-jährige Polizist Ran Gvili bekämpfte am 7. Oktober 2023 trotz einer Verletzung Dutzende von Terroristen am Eingang eines Kibbuz im Süden Israels, bis ihm die Munition ausging und er getötet wurde. Seine Leiche wurde entführt und in den Straßen von Gaza der Bevölkerung präsentiert. Stunden zuvor hatte er geholfen, Dutzende von Menschen zu retten, die versucht hatten, vom Nova-Musikfestival zu fliehen.

Der Beamte merkte in der Pressekonferenz an, die Terroristen hätten schriftliche Anweisungen erhalten, Organe wie Augen, Leber, Nieren, Herzen bzw. Hände und Beine als »Vermögenswerte« in den Gazastreifen zu bringen, als auch Befehle, den Opfern »Hosen und Unterhosen« auszuziehen, was laut Israel eine implizite Anweisung war, sie zu vergewaltigen und sexuell zu missbrauchen. »Das ist die Art von Feind, mit dem wir es zu tun haben. Es ist der blanke Horror.«

Gegenüber Jewish News Syndicate erklärte der Beamte, dass die Entwaffnung der Hamas, wie sie im Waffenstillstandsabkommen festgelegt ist, »auf die eine oder andere Weise« erfolgen und es nur eine Frage sei, wer dies tun werde: »Ich bin mir nicht sicher, wie, aber sie werden auf die eine oder andere Weise entwaffnet werden, andernfalls müssen wir es selbst tun.«

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