Sorge der Golfstaaten: Wird der Iran ihre Ölanlagen angreifen?

Iranischer Präsident Peseschkian trifft am Mittwoch mit Katars Emir Al-Thani in Doha zusammen

Während der Iran mit einer massiven Reaktion droht, falls Israel auf den Raketenangriff vom Dienstag reagieren sollte, befürchten die Golfstaaten, dass ihre Ölanlagen ins Visier genommen werden könnten.

Nachdem Präsident Masoud Peseschkian am Mittwoch damit gedroht hatte, dass eine israelische Antwort auf den iranischen Raketenangriff eine starke Reaktion Teherans auslösen würde, behaupteten iranische Kommentatoren, dass der Iran tausend Raketen auf Israel abfeuern und die zivile Infrastruktur des Landes ins Visier nehmen würde, berichtete der israelische Channel 12.

Der Reporter für regionale Angelegenheiten des israelischen Fernsehsenders, Ohad Hemo, erklärte außerdem, Berichten zufolge habe der Iran am Dienstag rund 400 Raketen auf Israel abgefeuert und nicht bloß 181, wie es in den Meldungen geheißen hatte. Laut Hemo betrachte das Regime den aktuellen Konflikt als »Moment der Wahrheit« und »existenziellen Krieg für die von ihm aufgebaute ›Achse des Widerstands‹«. 

Da die Hisbollah, die als Speerspitze dieser Achse gedacht war, geschwächt ist, handelt es sich seiner Ansicht nach nun um einen direkten und nicht mehr über seine Stellvertreter ausgetragenen Konflikt des Irans. Hemo zitierte Peseschkian, der am Mittwoch in Katar gesagt hatte, dass Israel, wenn es »reagieren will, eine stärkere Antwort erhalten wird. Dazu hat sich die Islamische Republik verpflichtet.« Darüber hinaus wies er darauf hin, dass Peseschkian auch von anderen Staaten gesprochen hatte, die angeblich nach Gaza und dem Libanon ins Visier der Israelis geraten würden und interpretierte diesen Kommentar als Hinweis auf eine »echte Besorgnis« des Regimes über einen israelischen Angriff.

Iranische Drohungen

In seinen Kommentaren am Mittwoch behauptete Peseschkian, der Iran sei »nicht auf der Suche nach Krieg; es ist Israel, das uns zu einer Reaktion zwingt. Das schmutzige Ziel des zionistischen Regimes ist es, Unsicherheit zu verursachen und die Krise in der Region zu verbreiten. Wir möchten, dass die USA und die europäischen Länder der Entität, die sie in die Region gepflanzt haben, sagen, dass sie das Blutvergießen stoppen sollen«, sagte der iranische Präsident unter Bezug auf Israel. »Jede Art von militärischem Angriff, Terrorakt oder Überschreitung unserer roten Linien wird von unseren Streitkräften mit einer entschiedenen Reaktion beantwortet werden.«

Da Israel angeblich erwägt, iranische Ölanlagen anzugreifen, berichtete Channel 12 weiter, wurden die Iraner angewiesen, ihre Autos vorerst nicht mit mehr als dreißig Litern Kraftstoff zu betanken.

Währenddessen meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass die sich in Katar treffenden Golfstaaten besorgt sind, dass ihre Ölanlagen vom Iran angegriffen werden könnten. Der Iran habe zwar nicht gedroht, aber doch davor gewarnt, sollten »Unterstützer Israels« direkt eingreifen, dass ihre Interessen in der Region angegriffen werden würden.

»Die Golfstaaten halten es zwar für eher unwahrscheinlich, dass der Iran ihre Ölanlagen angreift, aber die Iraner lassen durch inoffizielle Quellen durchblicken, dass sie es tun könnten. Es ist ein Druckmittel, das die Iraner gegen die USA und die Weltwirtschaft einsetzen können«, so Ali Shihabi, ein saudischer Kommentator, der dem Königshof nahesteht, gegenüber Reuters.

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