Ben Segenreich im Puls-24-Interview über den Auftritt des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen bei der UN-Generalversammlung in New York.
Mena-Watch-Korrespondent Ben Segenreich – ehemaliger ORF-Korrespondent in Israel und Nahost-Experte – war heute Vormittag bei Puls 24 News zu Gast. Im Interview mit Anchorman Wolfgang Schiefer schilderte er die israelische Reaktion auf die Kritik des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen, der dem jüdischen Staat am Rande der UN-Generalversammlung in New York Kriegsverbrechen vorgeworfen hatte.
Während Van der Bellens Aussagen in Österreich viel Aufregung erregt haben, seien sie in Israel kaum wahrgenommen worden, schilderte Segenreich. Österreich sei ein kleines und international wenig bedeutendes Land, sodass dem, was ein österreichischer Politiker – und sei er Bundespräsident – sagt, wenig Aufmerksamkeit geschenkt werde. »In Israel wird sehr wohl registriert, dass von vielen Staats- und Regierungschefs bei der UNO-Generalversammlung, aber eben vom Podium dort, kritische Worte gekommen sind. Aber Van der Bellen hat ja nicht einmal in der Generalversammlung gesprochen, sondern in einer kleinen Pressekonferenz.« Nicht zuletzt deswegen seien die Aussagen des österreichischen Bundespräsidenten in den israelischen Medien kaum vorgekommen.
Nur der israelische Außenminister habe sehr forsch und außergewöhnlich scharf reagiert. Da Van der Bellen aber nicht die außenpolitische Richtung des Landes vorgebe, seien die Beziehungen zwischen Wien und Jerusalem durch die Aussagen des Bundespräsidenten laut Segenreichs Einschätzung nicht weiter eingetrübt. Schließlich gehöre Österreich schon seit einigen Jahren zu jenen Ländern in Europa, die relativ großes Verständnis für Israel zeigen.
Auch um die Pressekonferenz zum heutigen Fußballmatch zwischen Österreich und Israel, bei der der israelische Kapitän von einem österreichischen Sportjournalisten mit einer Frage zu Van der Bellens Aussagen über Kriegsverbrechen in Gaza konfrontiert worden war, ging es am Ende des Puls-24-Interviews kurz.
