Schlagwort: Medien und Medienkritik

Wochenbericht, 14.5. bis 20.5.2012

In den vergangenen sieben Tagen spielten Nordafrika und der Nahe Osten in der Berichterstattung österreichischer Tageszeitungen eine eher bescheidene Rolle – bis Verteidigungsminister Darabos sich am Wochenende aus heiterem Himmel heraus genötigt sah, in einem Interview mit der Presse gegen Israel vom Leder zu ziehen, die Bedrohung des jüdischen Staates…

Wahrheit und Propaganda

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, Sie schreiben in der im Zusammenhang mit dem Ende eines Hungerstreiks palästinensischer Häftlinge, die Palästinenser würden heute den „‘Tag der Katastrophe‘ (Nakba) begehen, den Tag der Gründung Israels und damit ihrer Vertreibung“. Es ist zweifellos zutreffend, dass im Zuge des israelischen Unabhängigkeitskrieges Hunderttausende Palästinenser zu Flüchtlingen wurden,…

Wochenbericht, 7.5. bis 13.5.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen war in der vergangenen Woche einigermaßen unspektakulär. Der Grund dafür war nicht unbedingt, dass es nichts zu berichten gegeben hätte, sondern dass eigentlich recht brisante Meldungen – wie etwa neue Enthüllungen über das iranische Atom(waffen)programm sowie Todesdrohungen gegen einen in Deutschland lebenden iranischen Musiker – kaum…

THEMENVERFEHLUNG

Der Kurier berichtet heute über die Mitgliederversammlung des deutschen PEN-Zentrums, auf der über einen Antrag debattiert wurde, Günter Grass wegen dessen Ausfällen gegen Israel die Ehrenpräsidentschaft abzuerkennen: „Nach teils kontroverser Diskussion rangen sich die Mitglieder zu der Entscheidung durch, trotz vieler Vorbehalte nicht inhaltlich über das Grass-Gedicht zu diskutieren. Begründung: Die Schriftstellervereinigung…

Immer diese Missverständnisse – Update

Der Beitrag „Immer diese Missverständnisse“ über ein Mitglied des Schurarates der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, der im Gazastreifen in einem Interview mit einem iranischen Fernsehsender zur Verschleppung israelischer Soldaten und zur Gewalt gegen Israel aufgerufen hat, ist in gekürzter Form als Leserbrief in der Presse erschienen.

Wochenbericht, 30.4. bis 6.5.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen wies in der vergangenen Woche gleich mehrere Besonderheiten auf. Einerseits war ungewöhnlicher Weise der Kurier die Zeitung mit den meisten relevanten Beiträgen. Andererseits, und nicht weniger ungewöhnlich, war dieses Mal Libyen das Land, über das am meisten zu lesen war. Aufschlussreich war schließlich auch noch, worüber…

Immer diese Missverständnisse

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat ein Problem: Immer wieder werden deren Vertreter fürchterlich missverstanden. Im Jahr 2009 geschah dies dem damaligen Präsidenten der Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh. In einem von ihm persönlich bearbeiteten Schulbuch war unter dem Bild eines im Kampfe sterbenden „Märtyrers“ zu lesen: „Ein Muslim, der auf…

Wochenbericht, 23.4. bis 29.4.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen wich in der letzten Woche von einigen der sonst üblichen Muster ab. Einerseits bot die Verteilung der erschienenen Beiträge auf die untersuchten Medien ein recht ungewohntes Bild. Andererseits gab es im Grunde keine wirklich dominierenden Themen – die Grass-Debatte ist vorüber, der Streit um das iranische…

Ein neuer Hoffnungsträger (zweites Update)

Sehr geehrte Redaktion von derStandard.at, heute veröffentlichten Sie eine Replik von Michael Bröning auf meinen „Kommentar der Anderen“, der am 2. April in der Standard-Printausgabe erschienen ist. Bröning wirft mir darin vor, ich würde eine „Nahostanalyse mit Scheuklappen“ betreiben, „abgestandene Rhetorik“ präsentieren und die „komplexe Wirklichkeit“ der Region nicht zur…

Wochenbericht, 16.4. bis 22.4.2012

In der letzten Woche wurde die Nahostberichterstattung von zwei Themen dominiert: dem „Waffenstillstand“ in Syrien und den Ereignissen rund um den Formel 1-Grand Prix in Bahrain. Darüber hinaus kann anhand eines Standard-Beitrages exemplarisch gezeigt werden, woran die Beschäftigung mit dem Nahen Osten in österreichischen Medien oftmals krankt. Allgemeiner Überblick In…

Nebenbei, aber symptomatisch

Es ist nur ein kurzer, unscheinbarer Absatz, aber er ist bezeichnend: Der Standard berichtet über Schätzungen des „Stockholm International Peace Research Institute“ (Sipri) über die weltweiten Rüstungsausgaben 2011. Dem globalen Trend einer Stagnation der Aufwendungen für militärische Anschaffungen „entzieht sich der nahöstliche Raum: Die meisten Länder investieren nach wie vor…

Wochenbericht, 9.4. bis 15.4.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Zeitungen stand in der vergangenen Woche weiter im Zeichen der Debatte über den Text „Was gesagt werden muss“, in dem der deutsche Literaturnobelpreisträger Günter Grass Israel scharf angriff, vor einem israelischen „Erstschlag“ warnte, der das iranische Volk „auslöschen“ könnte, und den jüdischen Staat der Gefährdung des Weltfriedens…

Seltsame Gewaltfreiheit

In einem Gastkommentar in der Wochenendausgabe des Standard glaubt New York Times-Kolumnist Thomas Friedman, im Aufruf des wegen seiner Beteiligung an terroristischen Anschlägen in Israel zu fünf Mal lebenslanger Haft verurteilten Marwan Barghuti, alle Verhandlungen sowie jede sonstige Form der Kooperation mit Israel einzustellen, eine Empfehlung für „gewaltfreie Opposition“ erkennen zu können.…

Muss man mit Grass reden?

Im einem „Kommentar der Anderen“ im heutigen Standard nimmt der Journalist Wolfgang Michal Stellung zur Grass-Debatte und belegt damit eindrucksvoll, dass der deutsche Literaturnobelpreisträger längst nicht der Einzige ist, dem es an Urteilsvermögen mangelt. Günter Grass, so beginnt Michal, habe mit seinem Gedicht „eine Dummheit“ begangen, weil er „ein Tabu…

Wochenbericht, 2.4. bis 8.4.2012

Letzten Mittwoch veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung ein Gedicht des deutschen Literaturnobelpreisträgers Günter Grass mit dem Titel „Was gesagt werden muss“, in dem er Israel scharf attackierte und als Gefährdung des Weltfriedens bezeichnete. Die dadurch ausgelöste und mit einem Tag Verspätung auch in Österreich ausgebrochene Debatte war das beherrschende Thema der…