Schlagwort: Medien und Medienkritik

Fiktive Fortschritte

Die Presse berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass Yukiya Amano, der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde, mit iranischen Vertretern wieder über den Zugang zu der Forschungsanlage Parchin verhandeln werde. Die IAEA vermutet, dass „der Iran dort an Atomwaffen gebastelt habe, zuletzt aber Spuren verwischen wollte.“ Obwohl vor nicht allzu langer Zeit…

Wochenbericht, 28.5. bis 3.6.2012

Das dominierende Thema der Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitung war in der letzten Woche das Blutvergießen in Syrien. Das Massaker von Houla, bei dem über 100 Menschen getötet wurden, hat zwar allerorten Empörung, aber keinen russischen Kurswechsel ausgelöst. In Österreich verstand Verteidigungsminister Darabos derweil die Aufregung über seine Israel-Aussagen nicht – und…

Unverbrüchliche Schönwettersolidarität

In der Presse berichtet Susanne Knaul über die Israel-Reise des deutschen Bundespräsidenten: „Joachim Gauck steht zu Israel“. Demnach habe Gauck „bei seinem Besuch ein klares Bekenntnis zur Solidarität mit Israel“ abgelegt. „Deutschland und Israel seien enger verbunden als jemals zuvor, durch gemeinsame Werte, aber auch durch gemeinsame Interessen“. In ihrem…

Wochenbericht, 21.5. bis 27.5.2012

Nach zwei Wochen, in denen der Nahe Osten in der Berichterstattung österreichischer Tageszeitungen eine eher bescheidene Rolle gespielt hat, sorgten drei Themen dafür, dass er in den vergangenen sieben Tagen in den Medien prominent vertreten war: die Präsidentschaftswahlen in Ägypten, die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Bagdad sowie die…

IRANISCHE CHUZPE

Der Standard berichtete heute über den Verlauf der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, die gestern in Bagdad begonnen haben. Der Westen, so habe sich der Iran beklagt, schaffe eine „schwierige Atmosphäre“: „Hauptstreitpunkt: die Wirtschaftssanktionen, mit denen die Staatengemeinschaft den Iran zum Einlenken bewegen will.“ Die beschlossenen Sanktionen, die erst Anfang Juli in…

Fragwürdige Empfehlung

Sehr geehrter Herr Pándi, Sie freuen Sich in Ihrem heutigen Kommentar in der Kronen Zeitung über Norbert Darabos‘ „Mut zur eigenen Meinung“ und meinen, er habe sich „mit seiner Courage als möglicher Außenminister empfohlen“, sollte die SPÖ dieses Amt wieder einmal zu besetzen haben. Über diese Meinung kann man sich nur…

Wochenbericht, 14.5. bis 20.5.2012

In den vergangenen sieben Tagen spielten Nordafrika und der Nahe Osten in der Berichterstattung österreichischer Tageszeitungen eine eher bescheidene Rolle – bis Verteidigungsminister Darabos sich am Wochenende aus heiterem Himmel heraus genötigt sah, in einem Interview mit der Presse gegen Israel vom Leder zu ziehen, die Bedrohung des jüdischen Staates…

Wahrheit und Propaganda

Sehr geehrte Kurier-Redaktion, Sie schreiben in der im Zusammenhang mit dem Ende eines Hungerstreiks palästinensischer Häftlinge, die Palästinenser würden heute den „‘Tag der Katastrophe‘ (Nakba) begehen, den Tag der Gründung Israels und damit ihrer Vertreibung“. Es ist zweifellos zutreffend, dass im Zuge des israelischen Unabhängigkeitskrieges Hunderttausende Palästinenser zu Flüchtlingen wurden,…

Wochenbericht, 7.5. bis 13.5.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen war in der vergangenen Woche einigermaßen unspektakulär. Der Grund dafür war nicht unbedingt, dass es nichts zu berichten gegeben hätte, sondern dass eigentlich recht brisante Meldungen – wie etwa neue Enthüllungen über das iranische Atom(waffen)programm sowie Todesdrohungen gegen einen in Deutschland lebenden iranischen Musiker – kaum…

THEMENVERFEHLUNG

Der Kurier berichtet heute über die Mitgliederversammlung des deutschen PEN-Zentrums, auf der über einen Antrag debattiert wurde, Günter Grass wegen dessen Ausfällen gegen Israel die Ehrenpräsidentschaft abzuerkennen: „Nach teils kontroverser Diskussion rangen sich die Mitglieder zu der Entscheidung durch, trotz vieler Vorbehalte nicht inhaltlich über das Grass-Gedicht zu diskutieren. Begründung: Die Schriftstellervereinigung…

Immer diese Missverständnisse – Update

Der Beitrag „Immer diese Missverständnisse“ über ein Mitglied des Schurarates der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, der im Gazastreifen in einem Interview mit einem iranischen Fernsehsender zur Verschleppung israelischer Soldaten und zur Gewalt gegen Israel aufgerufen hat, ist in gekürzter Form als Leserbrief in der Presse erschienen.

Wochenbericht, 30.4. bis 6.5.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen wies in der vergangenen Woche gleich mehrere Besonderheiten auf. Einerseits war ungewöhnlicher Weise der Kurier die Zeitung mit den meisten relevanten Beiträgen. Andererseits, und nicht weniger ungewöhnlich, war dieses Mal Libyen das Land, über das am meisten zu lesen war. Aufschlussreich war schließlich auch noch, worüber…

Immer diese Missverständnisse

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat ein Problem: Immer wieder werden deren Vertreter fürchterlich missverstanden. Im Jahr 2009 geschah dies dem damaligen Präsidenten der Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh. In einem von ihm persönlich bearbeiteten Schulbuch war unter dem Bild eines im Kampfe sterbenden „Märtyrers“ zu lesen: „Ein Muslim, der auf…

Wochenbericht, 23.4. bis 29.4.2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen wich in der letzten Woche von einigen der sonst üblichen Muster ab. Einerseits bot die Verteilung der erschienenen Beiträge auf die untersuchten Medien ein recht ungewohntes Bild. Andererseits gab es im Grunde keine wirklich dominierenden Themen – die Grass-Debatte ist vorüber, der Streit um das iranische…

Ein neuer Hoffnungsträger (zweites Update)

Sehr geehrte Redaktion von derStandard.at, heute veröffentlichten Sie eine Replik von Michael Bröning auf meinen „Kommentar der Anderen“, der am 2. April in der Standard-Printausgabe erschienen ist. Bröning wirft mir darin vor, ich würde eine „Nahostanalyse mit Scheuklappen“ betreiben, „abgestandene Rhetorik“ präsentieren und die „komplexe Wirklichkeit“ der Region nicht zur…