Terroranschlag auf Berliner CSD: Wenn die Queerfeindlichkeit des Islamismus verharmlost wird

Die »Internationalist Queer Pride« 2026 in Berlin

Während Berlin um die Opfer der Todesfahrt trauert, schweigen Linke auf der parallel stattfindenden »Internationalist Queer Pride« zu Hamas-Parolen. Statt Queere vor islamistischer Unterdrückung zu schützen, relativieren sie die Tat und verklären den Täter.

Die Bilanz des Berliner Christopher Street Day (CSD) liest sich wie ein grauenhafter Albtraum: Eine Tote und rund dreißig teils Schwerverletzte nach dem islamistischen Terroranschlag im Tiergarten. Der 21-jährige Tatverdächtige Abdul B. wurde inzwischen von der Polizei aufgespürt und bei einer Zugriffskonfrontation erschossen. Aber die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren. Gab es Komplizen bei der Planung oder sogar Mittäter am Tatort? Etliches muss noch geklärt werden.

Während der eigentliche CSD mit seinen ungefähr 500.000 Menschen friedlich für Vielfalt und Rechte demonstrierte und das mörderische Verbrechen verständlicherweise sämtliche Schlagzeilen beherrscht, dringt eine zweite, hochgradig brisante Konfrontation desselben Tages kaum an die Öffentlichkeit. Am Rande der Hauptveranstaltung und bewusst parallel zu ihr kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen der Polizei und propalästinensischen Demonstranten. Unter dem Banner der »Internationalist Queer Pride« flogen Steine, Journalisten wurden attackiert, Beamte bedrängt und verbotene Hamas-Parolen skandiert.

Dass diese Krawalle in den Medien untergehen, ist angesichts der Tragödie im Tiergarten nachvollziehbar. Und doch ist das Verschweigen dieser zweiten Front ein fataler Fehler. Denn wer verstehen will, wie tief die ideologische Verwirrung und die Verharmlosung des religiösen Extremismus in der westlichen Linken reichen, muss genau hierhin blicken.

Ausgerechnet eine Bewegung, die sich stolz das Label »antikapitalistisch« auf die Fahnen schreibt, schaffte es auf den Straßen Berlins mit keinem einzigen Wort, gegen die eigentlichen Herrscher in Gaza zu demonstrieren. Gegen jene milliardenschweren Milizführer der Hamas, die im Luxus von Katar residieren, während die eigene Bevölkerung in Armut verharrt. Nicht minder auffällig ist das absolute Schweigen dieser selbsternannten Befreier zur grausamen Realität vor Ort: Die brutale Unterdrückung sowie die systematische Verfolgung und Ermordung queerer Menschen unter der Fuchtel der Hamas wurden mit keinem einzigen Wort erwähnt.

Ablenken, relativieren, Schuld verschieben

Als sich Einzelheiten der islamistischen Bluttat nach und nach herumsprachen, zeigte sich die ideologische Insolvenz weiter Teile dieses selbsternannten progressiven Milieus. Anstatt das Phänomen beim Namen zu nennen und die inhärente Queerfeindlichkeit des Islamismus schonungslos zu analysieren, setzt in den gewohnten Zirkeln das große Relativieren ein. Man flüchtet sich in Nebelkerzen, schweigendes Wegsehen oder den Versuch, die Schuld auf politische Gegner im Inland abzuwälzen.

Ein besonders bezeichnendes Beispiel für diese geistige Akrobatik lieferte der Journalist Hanno Hauenstein auf X. Angesichts der Bluttat schrieb er: »Guter Tag sich daran zu erinnern, was Homo- und Transfeindlichkeit anrichtet, wie sie vom Rechtsruck der sogenannten bürgerlichen Mitte tagtäglich mit befeuert wird: töten.«

Der islamistische Hintergrund der Bluttat wird dabei mit keinem einzigen Wort erwähnt. Statt den tödlichen religiösen Fanatismus beim Namen zu nennen, nutzt man das Verbrechen, um pauschal gegen die »bürgerliche Mitte« und deren angeblichen »Rechtsruck« zu polemisieren. Auch anderweitig in den sozialen Medien stieß man auf zahlreiche Beiträge, die Hashtags wie #NoAfD nutzten oder eine Pauschalkritik an der CDU formulierten, um – vermeintlich – den Anschlag zu verurteilen; die aber den islamistischen Terrorismus als eigentliche Ursache völlig verschwiegen.

Diese Argumentation ist eine bewusste Verdrehung der Tatsachen. Denn bei aller verständlichen politischen Auseinandersetzung bleibt eine einfache Wahrheit bestehen: In keinem Wahlprogramm konservativer oder bürgerlicher Parteien steht etwa der Aufruf zur Verfolgung und Ermordung Homosexueller und Queerer. Islamistische Gewalt gegen queere Menschen speist sich aus einer eigenständigen, tief verankerten extremistischen Ideologie, die freiheitliche Lebensentwürfe fundamental ablehnt.

Eine deutsche Partei für Taten radikalisierter Islamisten verantwortlich machen zu wollen, verdeckt die wahren Ursachen von religiösem Extremismus und betreibt eine völlig falsche Täter-Opfer-Umkehr. Die Verantwortung für ein solches Verbrechen liegt ausschließlich beim Täter und seiner Ideologie. Wer die Bedrohung durch den religiösen Fanatismus aus Angst vor Islamophobie-Vorwürfen verharmlost oder auf heimische Parteien projiziert, leistet der Intoleranz und der Demokratiefeindlichkeit einen enormen Vorschub.

Ungebremst in die ideologische Sackgasse

Die Reaktionen auf die Todesfahrt des Terroristen Abdul B. offenbaren das fundamentale Versagen der linken Leitplanken: Anstatt den Kurs in der Extremismusbekämpfung zu korrigieren, steuert man lieber in die ideologische Sackgasse, um nicht wahrhaben zu müssen, dass der Islamismus ein in sich geschlossenes, extremistisches System ist.

Verblendet von antiimperialistischen Denkmustern und gefangen in postkolonialen Reflexen verweigern diese Akteure die notwendige Religionskritik. Der Islamismus speist sich nicht aus sozialer Benachteiligung und lässt sich auch nicht durch verklärte »kulturelle Unterschiede« entschuldigen. Der politische Islam lehnt freiheitliche Lebensentwürfe, individuelle Selbstbestimmung und insbesondere die Rechte von sexuellen Minderheiten fundamental ab. In seiner extremsten Ausprägung fordert und vollzieht er die Vernichtung derer, die nicht in sein Weltbild passen.

Diese Schieflage gipfelt im Absurdum der »Queers for Palestine«, wo im Westen geschützte Aktivisten ausgerechnet jenen islamistischen Regimen huldigen, die Homosexuelle foltern und ermorden. Indem man den islamistischen Täter mit einem umgekehrten kolonialen Blickwinkel zum unmündigen Produkt westlichen Handelns degradiert, wird der mörderische Fanatismus von Hamas oder Islamischem Dschihad systematisch ignoriert oder schöngeredet. Der Hass auf Israel ist der eigentliche Treibstoff dieser Bewegung, während dem einzigen Rechtsstaat des Nahen Ostens selbst die Gewährleistung von Minderheitenrechten noch als bösartiges »Pinkwashing« ausgelegt wird. Wer mörderischen Fanatikern ihre Ideologie abspricht, nur um das eigene Weltbild zu retten, betreibt einen beispiellosen Verrat an den Werten der Aufklärung.

Die islamistische Gefahr für die LGBTQ-Community ist kein abstraktes Narrativ und kein rechtspopulistisches Hirngespinst. Sie ist eine tödliche Realität, die Menschen das Leben kostet. Wer aus ideologischer Scheuklappenhaltung heraus den religiösen Fanatismus verharmlost und beschönigt, macht sich am Verfall freiheitlicher Werte mitschuldig. Der Kampf für die Rechte von Minderheiten verdient keine falschen Rücksichten: Es wird Zeit, dass die Zivilgesellschaft den Mut aufbringt, den islamistischen Terror als das zu benennen, was er ist – eine fundamentale Bedrohung für die freie Gesellschaft.

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