AVROTROS, das in diesem Jahr auf eine Teilnahme am Eurovision Song Contest verzichtet hatte, erklärte, auch 2027 keinen niederländischen Beitrag organisieren zu wollen.
Der niederländische öffentlich-rechtliche Sender AVROTROS hatte sich bereits in diesem Jahr wegen der Teilnahme Israels vom Eurovision Song Contest (ESC) zurückgezogen. Am Sonntag erklärte der Sender nun, dass er aus demselben Grund auch 2027 den niederländischen Beitrag nicht organisieren werde.
AVROTROS ist einer von dreizehn öffentlich-rechtlichen Sendern in den Niederlanden. Er begründete seinen Boykott damit, dass »ein teilnehmendes Land nach wie vor in eine groß angelegte militärische Aktion verwickelt ist«. Auch die Ukraine, Russland und Aserbaidschan sind in militärische Einsätze verwickelt, doch laut NOS, einem weiteren öffentlich-rechtlichen Sender, bezieht sich die Erklärung von AVROTROS auf Israel.
Die Nederlandse Publieke Omroep (NPO), die Dachorganisation aller niederländischen öffentlich-rechtlichen Sender, könnte einen anderen Sender mit der Organisation des niederländischen Beitrags beauftragen. Laut einer Erklärung will die NPO die Situation jedoch zunächst nur »prüfen«.
Neue Regeln
Die Niederlande gehörten neben Spanien, Irland, Slowenien und Island zu den fünf Ländern, die sich in diesem Jahr aus dem Eurovision Song Contest zurückgezogen haben. Der israelische Sänger Noam Bettan belegte mit seinem Song »Michelle« beim großen Finale in Wien den zweiten Platz. Bulgarien gewann und feierte damit seinen ersten Eurovision-Sieg überhaupt. Israel belegte bei der Jurywertung zunächst den 8. Platz, doch dank der starken Unterstützung durch das Publikum kletterte der Beitrag auf den zweiten Gesamtrang.
Kürzlich gab die Europäische Rundfunkunion (EBU) neue Regeln für den Wettbewerb 2027 bekannt. Diesen zufolge wird ein Gewinnerland von der Ausrichtung des ESC ausgeschlossen, »wenn ein bewaffneter Konflikt, eine heikle geopolitische Lage oder eine andere Situation die Sicherheit oder Stabilität des Staates oder der unmittelbaren Region wesentlich beeinträchtigt«. Die Regeln erlauben es der EBU zudem, einen anderen Sender als Gastgeber für den Wettbewerb auszuwählen, falls das Gewinnerland als nicht teilnahmeberechtigt eingestuft wird. Als Reaktion darauf erklärte die in Israel gegründete Haarpflegemarke Moroccanoil, ihr Sponsoring für den Eurovision Song Contest (ESC) nach Ablauf des aktuellen Vertrags nicht verlängern zu wollen.
