New York: Zohran Mamdanis kartografischer Kulturkampf

New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani mit seiner Frau bei der Fußball-WM

Die Stadt New York hat eine neue Karte der Einwandererenklaven veröffentlicht, auf der historische Gebiete wie die jüdischen Viertel oder Little Italy fehlen. Das angebliche Versäumnis entpuppt sich als ideologisch motivierte Schmähung.

Im Zuge der aktuellen FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2026 veröffentlichte das New Yorker Rathaus unter Bürgermeister Zohran Mamdani die offizielle Übersichtskarte »New York City Immigrant Enclaves« als touristischen Wegweiser. Auf diesem Dokument wurden dreißig Gemeinschaften mit Flaggen markiert, darunter gezielt neu hinzugefügte muslimische Enklaven wie Little Palestine, Little Egypt oder Little Senegal.

Bekannte historische Grundpfeiler der Metropole fehlten jedoch vollständig. Weder das weltberühmte Little Italy noch traditionelle irische oder jüdische Wohngebiete fanden Erwähnung. Der italienischstämmige Stadtrat und Organisationen wie die Italian American Coalition kritisierten diese Auslassung umgehend als bewusste historische Auslöschung. Ein weiteres Beispiel für diese bewusste Tilgung ist Astoria im Stadtbezirk Queens. Seit Jahrzehnten gilt dieser urbane Raum als das Herz der griechischen Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten, doch auf Mamdanis digitalem Reißbrett wurde diese tief verwurzelte europäische Präsenz schlichtweg für inexistent erklärt.

Bei einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag versuchte sich der Bürgermeister zu verteidigen, indem er behauptete, die Liste sei nicht erschöpfend und basiere auf Vorarbeiten der Administration von Eric Adams aus dem Jahr 2023. Doch diese Schutzbehauptung wurde rasch entlarvt – und damit quasi zum Eigentor während der WM: Die Vorgänger-Regierung hatte lediglich Einzelzeichnungen für eine Kulturwoche erstellt, während erst Mamdanis Rathaus daraus eine exkludierende Gesamtkarte formte. Die Auslassungen waren Programm und markieren das gezielte Ausloten der Zumutbarkeiten für eine historisch gewachsene Stadtgemeinschaft.

Gezielte Attacke auf vermeintlich Privilegierte

Hinter der technokratischen Fassade der Stadtplanung verbirgt sich ein ideologischer Angriff gegen jene historischen Subkulturen, die aus Sicht der linksidentitären Rathaus-Diktion als privilegiert gelten und daher nicht in das Narrativ einer radikalen gesellschaftlichen Umwälzung passen. Indem man jüdische Viertel oder Little Italy von der Landkarte der Einwanderungsgeschichte streicht, versucht man, die historische Leistung dieser Gemeinschaften unsichtbar zu machen.

Es geht hier nicht nur um die bloße Verschiebung innerstädtischer Grenzen, sondern um eine bewusste Entwurzelung. Mamdanis Politik zielt darauf ab, gewachsene Identitäten zu marginalisieren, um Platz für eine neue, exklusiv von ihm definierte Klientel zu schaffen. Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Gegenwart. Wer ganze Generationen von Einwanderern aus dem offiziellen Gedächtnis tilgt, betreibt geschichtliche Säuberung im Namen der Progressivität.

Diese Strategie entpuppt sich als gefährliche Rassismusfalle – und zwar für alle Beteiligten. Sie hetzt ethnisch verwurzelte und historisch miteinander verwobene Gemeinschaften gegeneinander auf. Die Falle schnappt für den Bürgermeister selbst zu, dessen Voreingenommenheit einmal mehr offengelegt wird. Aber auch die Betroffenen, die sich nun zu Recht wehren, dürfen nicht in die gestellte Falle tappen. Jene Stimmen etwa, die nun im Gegenzug behaupten, italienische Einwanderer hätten mehr zur Stadt beigetragen als andere, wie etwa afrikanischstämmige Amerikaner, bedienen – ob bewusst oder unbewusst – genau Mamdanis Spaltungskurs.

Teile und herrsche

Denn gerade Little Africa zählt zu den historischen Communities, die New York aufgebaut haben. Dies wohlgemerkt nicht nur im Rahmen der Sklaverei. Bereits ab 1644 schufen befreite Schwarze das Fundament jenes Viertels, das ab den 1830er Jahren als Little Africa aufblühte. Die große Einwanderungswelle von Little Italy setzte dagegen erst ab den 1880er Jahren ein.

Die Menschen des Viertels Little Africa leisteten durch ihre Arbeit in den Häfen, im Handwerk und beim Bau der Infrastruktur die Grundlage, auf der die moderne Metropole entstehen konnte. In den dicht besiedelten Straßen des South Village lebten sie Tür an Tür mit italienischen und irischen Einwanderern, was zu einem tiefen kulturellen Austausch führte. Eine besondere Solidarität verband Little Africa mit der jüdischen Gemeinschaft. Vereint durch die gemeinsame Erfahrung von Ausgrenzung und Verfolgung unterstützten sich beide Gruppen politisch wie wirtschaftlich im Kampf um Anerkennung und Bürgerrechte. Mamdanis Versuch, diese Gruppen gegeneinander auszuspielen, verkennt die Realität der New Yorker. Übrigens: Bei der Bürgermeisterwahl stimmten 52 Prozent der wählenden Schwarzen gegen Mamdani, nicht für ihn.

Man griffe zu kurz, wollte man Mamdanis Kartografie bloß als Auswuchs linker Identitätspolitik abtun. Das imperiale Prinzip des divide et impera – das systematische Ausspielen gewachsener, historisch verwobener Communities – folgt hier einem weitaus besorgniserregenderen, kalkulierten Drehbuch. Das Prinzip fungiert als Methode einer urbanen Taqiyya. Ursprünglich bezeichnet dieser theologische Begriff aus dem islamischen Kontext die legitime Verschleierung des eigenen Glaubens in Zeiten der Bedrohung, doch im politischen Islam hat er sich längst zu einer strategischen Methode der verdeckten Agitation entwickelt.

Es ist ein Agieren unter dem Deckmantel progressiver Inklusion, das in Wahrheit die Demontage der westlich-pluralistischen Stadtgesellschaft betreibt. Indem gewachsene Minderheiten marginalisiert werden, schafft man ein Vakuum für radikalere, segregierende Kräfte. Diese Strategie der kalkulierten Täuschung tarnt den Kulturkrieg als Gerechtigkeit, während sie die Äxte an die Fundamente jener Metropole legt, die einst durch echte Solidarität groß wurde.

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