Israel versorgte den Gazastreifen während des aktuellen Waffenstillstands mit der dreifachen Menge an Lebensmitteln, die vom UNO-Welternährungsprogramm als notwendiger Bedarf festgelegt ist.
Das israelische Verteidigungsministerium veröffentlichte am Donnerstag einen Bericht, der zu dem Schluss kommt, dass die Hilfslieferungen nach Gaza in den neun Monaten seit dem Waffenstillstand vom 10. Oktober 2025 die internationalen Standards »deutlich übertrafen«.
Der von der Koordinierungsstelle für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) veröffentlichte Bericht basiert auf Daten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF), Zahlen der Vereinten Nationen und internationaler Nichtregierungsorganisationen, öffentlich zugänglichen Berichten sowie humanitären Forschungsergebnissen. Er befasst sich mit der Situation der Ernährungssicherheit, Wasserversorgung, Sanitärfürsorge und Hygiene sowie den Bedingungen im Gesundheitswesen seit dem von den USA vermittelten Waffenstillstand.
Laut COGAT gelangten zwischen dem Beginn des Waffenstillstands und dem 7. Juni 2026 rund 1,78 Millionen Tonnen Lebensmittel nach Gaza – etwa das Dreifache des vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen festgelegten Bedarfs. Dem Bericht zufolge überstiegen die Lebensmittellieferungen selbst unter Ausschluss kommerzieller Importe und unter ausschließlicher Berücksichtigung von Hilfslieferungen den humanitären Bedarf.
COGAT teilte zudem mit, dass die Lebensmittelpreise in der Enklave zwischen September 2025 und Mai 2026 um etwa 72 Prozent gesunken seien, wobei bei Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Reis, Linsen, Gemüse und Eiern starke Preisrückgänge verzeichnet wurden. Die niedrigeren Preise wurden auf die verbesserte Verfügbarkeit von Lebensmitteln zurückgeführt. Es wurde jedoch angemerkt, dass die Marktpreise weiterhin durch die von Hamas-Terroristen erhobenen Steuern und deren Kontrolle über die Vertriebskanäle beeinflusst werden.
Gegen Hamas-Propaganda
Dem Bericht zufolge werden täglich mehr als 70.000 Kubikmeter Wasser über Rohrleitungen, Entsalzungsanlagen und andere Infrastruktur in den Gazastreifen geliefert, was die geforderten humanitären Standards ebenfalls übertrifft. Darüber hinaus koordiniere Jerusalem weiterhin Wasser- und Sanitärprojekte mit den internationalen Organisationen.
Im Gesundheitswesen stieg die Bettenkapazität in den Krankenhäusern um mehr als 55 Prozent, während mehr als 18.000 Tonnen Medikamente und Hilfsgüter in den Gazastreifen gelangten. COGAT wies darauf hin, dass die IDF keine mengenmäßigen Einfuhrbeschränkungen für Medikamente verhängt, obwohl einige Güter mit doppeltem Verwendungszweck weiterhin einer Sicherheitsüberprüfung unterliegen.
COGAT-Chef Generalmajor Yoram Halevi erklärte, der Bericht solle den Bemühungen der Hamas entgegenwirken, »das Bild der humanitären Lage im Gazastreifen zu verzerren. Die Daten sind eindeutig und lassen keinen Raum für Zweifel: Während des gesamten Waffenstillstands blieb die humanitäre Lage im Gazastreifen stabil, und das Volumen der in das Gebiet gelangenden Hilfsgüter überstieg den humanitären Bedarf bei weitem. Wer diese Tatsachen ignoriert, unterstützt die Propaganda der Hamas, die den humanitären Raum für ihre militärischen und politischen Zwecke ausnutzt.«
Anfang dieser Woche warf das israelische Außenministerium der Hamas vor, Milliarden von Dollar an für den Gazastreifen gesammelten Geldern zweckentfremdet zu haben. Dabei berief sie sich auf Äußerungen eines Beraters des Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, der in einem Interview erklärt hatte, die an die Hamas-Behörden übergebenen Hilfsgelder hätten sich »in Luft aufgelöst«. Israel wirft der Hamas seit langem vor, humanitäre Hilfe und andere Ressourcen zu veruntreuen. Der israelische Sicherheitsdienst Shin Bet schätzte in der Vergangenheit, dass die Terrororganisation mindestens sechzig Prozent der nach Gaza gelangenden Güter abzweigt.
