Irans Oberster Führer fordert härtere juristische Maßnahmen

Irans Oberster Führer Mojtaba Khamenei soll sich mit Justizchef Gholamhossein Mohseni Ejei sich mit getroffen haben
Irans Oberster Führer Mojtaba Khamenei soll sich mit Justizchef Gholamhossein Mohseni Ejei sich mit getroffen haben (© Imago Images NurPhoto)

Während Menschenrechtsorganisationen vor einem starken Anstieg der Hinrichtungen warnen, forderte Irans Oberster Führer Mojtaba Khamenei am Samstag härtere Maßnahmen zur Bekämpfung von Kriminalität und Korruption.

Die der Justiz nahestehende iranische Nachrichtenagentur Mizan berichtete am Samstag, dass Justizchef Gholamhossein Mohseni Ejei sich mit Mojtaba Khamenei getroffen habe, der seit dem Tod seines Vaters Ali Khamenei am 28. Februar – dem ersten Tag der US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe auf den Iran – nicht mehr öffentlich gesehen wurde. Während des Treffens habe Khamenei die Notwendigkeit betont, »Korruption und ihre zugrunde liegenden Faktoren wirksam zu bekämpfen und Fälle zügig, präzise und entschlossen zu bearbeiten«.

Im Mittelpunkt der Gespräche seien zudem »verstärkte Maßnahmen zur Verbrechensprävention« gestanden »sowie Entschädigungen für Schäden, die der Iran den Vereinigten Staaten und Israel zuschreibt«.

Das Treffen am Samstag fand vor dem Hintergrund wachsender internationaler Kritik an der Anwendung der Todesstrafe durch den Iran statt. Ejei war im Juli 2021 vom damaligen Obersten Führer Ali Khamenei erstmals zum Justizchef ernannt worden.

Eine der höchsten Hinrichtungsraten weltweit

Laut einem Jahresbericht der in den USA ansässigen Human Rights Activists News Agency (HRANA) wurden im Iran zwischen dem 10. Oktober 2025 und dem 8. Oktober 2026 mindestens 2.003 Menschen hingerichtet. Dies stellt einen Anstieg um wenigstens dreißig Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Berichtszeitraum dar. Dieser Anstieg hat bei Menschenrechtsgruppen Besorgnis ausgelöst, dass die Zahl der Exekutionen angesichts einer möglichen erneuten Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran, Israel und den USA weiter zunehmen könnte.

Am 9. Oktober forderten Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen Teheran auf, alle Hinrichtungen unverzüglich einzustellen, und warnten, dass der Iran zu einer immer kleiner werdenden Zahl von Ländern gehört, die die Todesstrafe beibehalten. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl weist das Land eine der weltweit höchsten Hinrichtungsraten auf.

Während der Proteste unter dem Motto »Frau, Leben, Freiheit« im Jahr 2022 töteten iranische Sicherheitskräfte Hunderte Demonstranten und nahmen Tausende weitere fest. Im Zusammenhang mit den Unruhen kam es anschließend zu einer Reihe von Hinrichtungen. Eine erneute Protestwelle im Januar 2026 wurde mit einem tödlichen Vorgehen beantwortet, bei dem laut Menschenrechtsorganisationen Tausende ums Leben kamen. Die Behörden streben zudem Todesurteile gegen Inhaftierte an, u. a. wegen Vorwürfen wie »Korruption auf Erden«, »Krieg gegen Gott« und Spionage für die USA und Israel.

Laut dem jüngsten Jahresbericht von HRANA wurden etwa 95 Prozent der Hinrichtungen im Berichtszeitraum von den iranischen Behörden nicht öffentlich bekannt gegeben, sondern von der Organisation unabhängig dokumentiert. Der Bericht identifizierte 35 Personen, die in Fällen im Kontext der Proteste hingerichtet wurden, während 29 wegen »Moharebeh«, also »Krieg gegen Gott«, hingerichtet wurden.

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