Huthi eskalieren Kämpfe im Jemen

Aufmarsch der Huthi im Jemen
Aufmarsch der Huthi im Jemen (© Imago Images / Anadolu Agency)

Die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen versuchen, die Kontrolle über den Hafen von Mokka sowie die Meerenge von Bab al-Mandab zu erlangen.

Die vom Iran unterstützte Terrorgruppe bemüht sich, Gebiete zu erobern, die ihr eine größere Kontrolle über die Meerenge von Bab al-Mandab verschaffen würden, berichtete die New York Times am Freitag unter Berufung auf lokale Sicherheitsquellen. Die Kämpfe im Westen des Landes haben sich verschärft, als die Huthi versuchten, Mokka zu erreichen. Die Hafenstadt liegt weniger als fünfzig Meilen von der Engstelle am Eingang zum Roten Meer entfernt, die für internationale Schifffahrtsrouten von entscheidender Bedeutung ist. Etwa zehn Prozent des weltweiten Seehandels werden über diese Meerenge abgewickelt.

Bereits im Juli hatten die Huthi eine Blockade gegen saudische Öltanker verhängt, die das Rote Meer durchqueren – über das der Großteil der Ölexporte Saudi-Arabiens transportiert wird –, und starteten vom Norden des Jemen aus Raketen- und Drohnenangriffe auf vorbeifahrende Schiffe und saudische Einrichtungen. Der Zugang zu Mokka würde es den Milizen ermöglichen, eine stärkere Kontrolle über Schiffe auszuüben, die die Meerenge von Bab al-Mandab passieren. Ein Sicherheitsbeamter der international anerkannten jemenitischen Regierung bestätigte heftige Zusammenstöße in dem Gebiet. Er fügte hinzu, dass die Huthi versuchen, die Versorgungswege nach Mokka abzuschneiden.

Die Stadt Mokka an der Einfahrt ins Rote Meer
Die Stadt Mokka an der Einfahrt ins Rote Meer (© Imago Images / Europa Press)

Waffenstillstand zusammengebrochen

Der Hafen von Mokka wurde schon Anfang August von mehreren Raketen getroffen und musste zeitweise den Betrieb einstellen, nachdem er innerhalb weniger Tage von mehr als 25 Geschossen getroffen worden war. Die Huthi erklärten damals, sie hätten eine militärische Aufstockung von Waffen und Kriegsschiffen der von Saudi-Arabien unterstützten Kräfte in Mokka ins Visier genommen. Sie rechtfertigten ihre Angriffe als Präventivmaßnahmen, wobei sie der saudischen und der jemenitischen Regierung vorwarfen, eine Bodenoffensive vorzubereiten.

Bis zu dieser Woche bestanden die meisten Zusammenstöße mit den Huthi laut der NYT aus Raketen- und Drohnenangriffen, ohne dass es größere Bodenkämpfe gegeben hätte. Die nun ausgebrochenen Kämpfe gehören zu den blutigsten seit Jahren, nachdem im Nachgang des Waffenstillstands von 2022 relative Ruhe geherrscht hatte. Der Waffenstillstand brach jedoch im Juli zusammen, nachdem ein iranisches Flugzeug versucht hatte, in der von den Huthi kontrollierten Stadt Sanaa zu landen, was Angriffe der jemenitischen Regierung auf den Flughafen auslöste.

Der Jemen befindet sich seit 2014 in einem Bürgerkrieg, als die Huthi und verbündete Kräfte die Hauptstadt Sanaa einnahmen und die damalige Regierung entmachteten. Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition leitete daraufhin eine militärische Intervention ein, um die jemenitische Regierung zu unterstützen und die Huthi-Milizen zu bekämpfen.

Mindestens 150.000 Menschen sind seitdem bei den Kämpfen ums Leben gekommen, und weitere Hunderttausende starben an Kriegsfolgen wie Hunger und Krankheiten. Etwa 4,5 Millionen Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und mehr als 18,2 Millionen sind laut UNO dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Der Dschihad der Huthi

Von Or Horvitz. Die Schwächung der militärischen Macht des Iran hat den Huthi die Gelegenheit geboten, sich als Anführer der regionalen »Achse des Widerstands« zu positionieren.

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