Irak und VAE beschlagnahmen in gemeinsamer Operation 200.000 Captagon-Tabletten

Irakische Behörden beschlagnahmen Captagon-Tabletten
Irakische Behörden beschlagnahmen Captagon-Tabletten (© Imago Images Anadolu Agency)

Um dem zunehmenden Captagon-Schmuggel etwas entgegenzusetzen, arbeiten die irakischen Behörden verstärkt mit den Sicherheitsdiensten der Nachbarländer zusammen.

Die irakische Generaldirektion für Betäubungsmittel und psychotrope Substanzen sowie die Vereinigten Arabischen Emirate haben am Freitag ein grenzüberschreitendes Drogenhandelsnetzwerk zerschlagen. In einer gemeinsamen Operation beschlagnahmten sie dabei 200.000 Captagon-Tabletten und konnten die Verdächtigen festnehmen.

»In einem erneuten Sicherheitserfolg gegen grenzüberschreitende Drogenhandelsnetzwerke konnten in Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Nationalen Anti-Drogen-Behörde in den befreundeten Vereinigten Arabischen Emiraten 200.000 Captagon-Tabletten beschlagnahmt werden.« Dabei sei es gelungen, die an diesem Fall beteiligten Personen in den VAE festzunehmen, erklärte die Behörde in einer Stellungnahme. Die Operation spiegele die hochrangige internationale Sicherheits- und Geheimdienstkoordination wider, um «grenzüberschreitende Drogenhandelsnetzwerke zu verfolgen, ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken und ihre Versorgungswege zu unterbrechen, bevor sie ihre Ziele erreichen«, heiß es in der Erklärung weiter.

Der Irak intensivierte in diesem Jahr seine Kampagne zur Drogenbekämpfung. Im vergangenen Monat beschlagnahmten irakische und kuwaitische Drogenbekämpfungsbehörden bei einer gemeinsamen Operation in Kuwait 700.000 Captagon-Tabletten und nahmen zwei Personen fest. Auch in Syrien kooperiert der Irak mit Behörden vor Ort, um die dortigen Captagon-Produktions- und -Schmuggelnetzwerke zu zerschlagen.

Grenzüberschreitende Kooperation

Ein Bericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) aus dem Jahr 2024 identifizierte den Irak sowohl als Zielort wie als Durchgangsland für den Drogenschmuggel, das als Transitroute für Betäubungsmittel dient, die zwischen Südwestasien, der Arabischen Halbinsel und Europa zirkulieren. Um dem steigenden inländischen Konsum und einem Anstieg des Captagon-Schmuggels aus den Nachbarländern entgegenzuwirken, wurden die Drogenbekämpfungsmaßnahmen international ausgeweitet, wobei irakische Sicherheitsbehörden 36 Verbindungskanäle zu ausländischen Partnern eingerichtet haben.

In dem am Freitag veröffentlichten Bericht wurde bekräftigt, dass »die Bekämpfung der Drogenplage nicht mehr nur ein lokales Problem ist, sondern ein Sicherheitskampf, der eine umfassende internationale Partnerschaft erfordert, die über Grenzen hinausgeht.« Dabei wurde darauf hingewiesen, dass der Informationsaustausch und die Koordinierung zwischen den Behörden nach wie vor entscheidend sind, um Schmuggelernetzwerke aufzuspüren, ihre Pläne zu vereiteln und die Schmuggelquellen auszutrocknen.

Die Behörde vereitelte am Mittwoch eine weitere internationale Schmuggelaktion, bei der »zwei Händler auf frischer Tat festgenommen und 600.000 Captagon-Tabletten mit einem Gewicht von etwa 105 Kilogramm beschlagnahmt wurden«, wie die Behörde mitteilte. Sie fügte hinzu, dass Einheiten aus Anbar und Diyala den Einsatz im Bezirk Khanaqin durchgeführt hätten, um zu verhindern, dass die Drogen in ein nicht genanntes Nachbarland gelangten.

Ende August berichtete das irakische Innenministerium, dass seit Jahresbeginn 4.644 Personen in Drogenfällen verurteilt worden seien. Zugleich hätten die Behörden 304 inländische und 54 internationale Schmugglernetzwerke zerschlagen und 32 bewaffnete Auseinandersetzungen mit mutmaßlichen Drogenhändlern geführt. Offiziellen Angaben zufolge hat die irakische Justiz zwischen Ende 2022 und Ende 2025 rund 300 Todesurteile gegen bedeutende Drogenhändler und Anführer von Netzwerken verhängt. Außerdem wurden 1.147 lebenslange Freiheitsstrafen – nach irakischem Recht 20 Jahre – ausgesprochen. Diese schweren Strafen machten den Großteil der insgesamt 2.318 Urteile aus, die in diesem Zeitraum in Drogenfällen gefällt wurden.

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