Der omanische Terrorist wurde als Hamam al-Hammami identifiziert, dessen Bewerbung als Pilot dreimal abgelehnt worden war, bevor er in Dubai eingestellt wurde.
Der omanische Copilot, der am 30. September den Kapitän des Flydubai-Flugs FZ1073 mit 182 Menschen an Bord angegriffen hatte, habe versucht, mit einer im für Notfälle im Cockpit aufbewahrten Axt einen Terroranschlag zu verüben. Dies teilte der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Hamad Saif al-Shamsi, am Samstag in einer Erklärung mit. Mit dem Beil habe er den aus Indien stammenden Kapitän Smit Machchhar angegriffen, um danach die Boeing 737 MAX 8 in einen steilen Sinkflug zu bringen. Die von den VAE geleitete Untersuchung des Fluges von Dubai nach Tel Aviv dauert an und Ergebnisse werden veröffentlicht, sobald die »notwendigen Verfahren« abgeschlossen sind, so der Generalstaatsanwalt.
Bereits am Freitag berichtetet das Wall Street Journal, dass der Tatverdächtige ein omanischer Staatsbürger namens Hamam al-Hammami sei, dem in seinem eigenen Land aufgrund von Bedenken wegen seiner dschihadistischen Ansichten das Fliegen untersagt worden war. Vorerst blieb unklar, ob der Oman die Regierung von Dubai, der die Fluglinie flydubai gehört, über al-Hammamis radikale Ansichten informiert hatte. Maskat hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.
Der Copilot hatte sich um eine Anstellung bei der marokkanischen Fluggesellschaft Royal Air Maroc beworben und im Jahr 2025 eine dreimonatige Ausbildung bei der Fluggesellschaft absolviert. Seine Bewerbung wurde schließlich jedoch abgelehnt, berichtete Reuters. Die Umstände der Ablehnung wurden nicht bekannt gegeben. Zwei weitere Fluggesellschaften lehnten ebenfalls ihn ab, bevor er von flydubai eingestellt wurde, berichtete Ynet.
Ein Diplomat aus der Golfregion erklärte am Samstag gegenüber der Associated Press, dass al-Hammami von flydubai auf strafrechtliche Vorwürfe überprüft worden sei, »Anzeichen einer Radikalisierung« jedoch nicht untersucht worden seien. Der Beamte wies darauf hin, dass der Attentäter ursprünglich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stamme und seine Mutter Syrerin sei. Die omanische Staatsangehörigkeit habe er von seinem Vater erhalten. Der Diplomat sagte weiter, dass al-Hammami nach Syrien gereist sei, ging jedoch nicht näher auf mögliche dschihadistische Aktivitäten dort ein.
Israelische Medien berichteten, dass auf al-Hammamis LinkedIn-Profil neun Stunden nach dem Anschlag ein Video gepostet wurde, das Aufnahmen von israelischen Passagierflugzeugen zeigte und mit einer Darstellung des getöteten Al-Qaida-Führers Ayman al-Zawahiri endete. Israel und der Oman unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Ynet berichtete am Samstag, dass die israelischen Behörden prüfen, ob al-Hammami vor dem Terroranschlag in Israel landen durfte, was einen schwerwiegenden Sicherheitsverstoß darstellen würde.
Flydubai-Kapitän: »Musste handeln«
Unterdessen äußerte sich der von dem Terroristen schwer verletzte Flugkapitän am Freitag erstmals öffentlich von seinem Krankenhausbett aus. Während eines Videoanrufs mit dem indischen Premierminister Narendra Modi schilderte Smit Machchhar die dramatischen Momente. »Ich hatte so viele Verletzungen, aber ich sagte mir, dass ich aufstehen und handeln musste. In diesem Moment zwang ich mich, die Cockpit-Tür zu öffnen. Ich kämpfte um mein Leben. Mir war klar, dass 170 Passagiere ihr Leben verlieren würden, wenn ich keinen Mut zeigte.«
Trotz seiner Verletzungen gelang es Machchhar, die Cockpit-Tür zu öffnen, sodass Passagiere und Besatzungsmitglieder den Copiloten überwältigen konnten. Zwei dienstfreie Piloten an Bord des Flugzeugs halfen daraufhin, es sicher im saudi-arabischen Tabuk zu landen.
Der stellvertretende Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Hamdan bin Mohammed Al Maktoum, besuchte den Kapitän am Samstag im Krankenhaus. In einem X-Beitrag beschrieb er Machchhar als Verkörperung des »höchsten Grades an Mut, Verantwortungsbewusstsein und Sorge um menschliches Leben«. Wir sind stolz darauf, dass er Teil unseres [Flug-]Teams ist, Teil der Geschichte unserer Nation und Teil dessen, wofür die VAE stehen: eine Nation des Mitgefühls, eine Nation des Friedens und eine Nation des Lebens.“
Eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle teilte am Freitag mit, dass israelische Beamte den Copiloten voraussichtlich in den VAE verhören werden. Ein Vertreter der Regierung in Jerusalem erklärte, dass israelische Ermittler gemeinsam mit den VAE-Behörden an den von den Emiraten geleiteten Ermittlungen teilnehmen würden, fügte der Bericht hinzu.
